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Anti-chinesische Proteste in Kasachstan: Was steckt dahinter?

SWP - 10. September 2019 - 0:00

Anfang September kam es in mehreren Städten Kasachstans zu Kundgebungen, die eine schon seit Längerem schwelende anti-chinesische Stimmungslage in Teilen der Bevölkerung offenbaren. Ausgelöst wurden die im Hinblick auf die Zahl der Teilnehmer unspektakulären, jedoch über mehrere Tage anhaltenden Proteste durch Gerüchte, dass China beabsichtige, Fabriken und chinesische Arbeitskräfte in die Provinz Mangystau im Westen des Landes zu transferieren. Dort befinden sich Kasachstans große Ölreserven, die mit Hilfe ausländischer Investoren, darunter auch der China National Petroleum Corporation (CNPC), gefördert werden. Namentlich in dieser Region wird seit Jahren gegen schlechte Arbeitsbedingungen, die Besserstellung ausländischer Fachkräfte gegenüber den Kasachen und für mehr Jobs protestiert; im Dezember 2011 waren dort bei der Niederschlagung von Massendemonstrationen durch die Polizei Dutzende zu Tode gekommen. Doch blieben die jüngsten Proteste nicht auf Westkasachstan beschränkt: Auch in anderen Landesteilen wandten sich Aktivisten gegen einen befürchteten Ausverkauf des Landes an China. Unter dem Slogan »Nein zur chinesischen Expansion« forderten sie die Regierung auf, die Beziehungen mit der Volksrepublik zu überdenken und gar den Staatsbesuch von Präsident Tokajew in Peking am 10. September abzusagen. Vertreter von Regierung und Behörden bemühten sich eilends, die Protestierenden darüber aufzuklären, dass es sich bei den vermeintlichen »chinesischen Fabriken« um kasachisch-chinesische Hightech-Unternehmen handele, die zur Modernisierung des Landes beitragen und insbesondere den Lebensstandard in den unterentwickelten Provinzen heben würden. Keineswegs würden ausschließlich chinesische Technologien und Materialien verwendet, zudem würden hauptsächliche lokale Arbeitskräfte eingestellt.

Wachsende wirtschaftliche Verflechtungen…

Tatsächlich sind die Investitionsprojekte, die solche Unruhe verursachen, Teil eines Pakets über insgesamt 55 Joint Ventures im Wert von rund 27 Milliarden US$, die unter dem Dach der sogenannten Seidenstraßeninitiative (Belt and Road) und ihres kasachischen Komplementärprojekts, der Konnektivitätsstrategie »Weg in die Zukunft« (Nurly Zhol) schon vor Längerem vereinbart worden waren. Kasachstan, in dessen Hauptstadt die chinesische Strategie zur Erschließung neuer Märkte 2013 offiziell vorgestellt worden war, ist dabei als Energielieferant und Transportkorridor von zentraler Bedeutung für China. Umgekehrt bietet sich mit Belt and Road für Kasachstan die Möglichkeit, mit Hilfe chinesischer Investitionen und Technologien die lange vernachlässigte Modernisierung der Wirtschaft voranzutreiben und zu einem der weltweit größten Warenumschlagplätze aufzusteigen. Zu diesem Zweck setzt man seit einiger Zeit verstärkt auf die Privatisierung von Staatsunternehmen. Anteile von Unternehmen des Bergbau- und Metallurgiesektors, der Öl- und Gasindustrie sowie von Unternehmen des Energie-, Transport- und Kommunikationswesens stehen zum Verkauf; durch Public Private Partnerships werden zudem Projekte im Wohnungsbau, den kommunalen Dienstleistungen sowie im Gesundheitswesen realisiert. Durch die großangelegte Privatisierung will man den staatlichen Anteil an der Gesamtwirtschaft bis 2021 auf 15 Prozent senken. Es liegt auf der Hand, dass diese Pläne ohne chinesisches Kapital nicht zu verwirklichen sind. Doch über die Bedingungen der Investitionen und die Modalitäten ihrer Allokation werden nur Informationen allgemeiner Art kommuniziert.

… und ihr Preis

Dass die wachsende ökonomische Verflechtung mit China in Kasachstan Unbehagen bereitet, ist nicht nur eine Folge von Informationsdefiziten. Projekte, die unter dem Dach von Belt and Road in Entwicklungs- und Schwellenländern umgesetzt werden, sind oft an Bedingungen geknüpft, die der Bevölkerung keinen erkennbaren Nutzen bringen. In die Kritik geraten ist vor allem die Bevorzugung chinesischer Firmen und chinesischer Fach- und Arbeitskräfte in von China finanzierten Projekten, die auch in Kasachstan moniert wird; höchst umstritten ist nicht zuletzt die Implementierung von digitalen Überwachungssystemen aus China zur Kontrolle des öffentlichen Raumes, die offenbar zum Standard wird in Ländern, die sich ökonomisch eng an die Volksrepublik binden. Dazu zählen auch die zentralasiatischen Nachbarländer Kasachstans, von denen einige bei China hoch verschuldet sind.

Nicht nur die Angst vor der ökonomischen Dominanz des Nachbarn ist für anti-chinesische Einstellungen in Kasachstan verantwortlich. Chinas Politik gegenüber der muslimischen Bevölkerung in der an Kasachstan grenzenden Provinz Xinjiang ist seit Monaten Thema in der kasachischen Öffentlichkeit; auch bei den Protesten Anfang September wurde sie zur Sprache gebracht. In Kasachstan erregt die chinesische Religionspolitik besondere Abscheu, weil unter den hunderttausenden Muslimen, die seit 2017 in chinesischen Umerziehungslagern verschwanden – ein Bericht der Vereinten Nationen von 2018 nennt die Zahl von einer Million – rund zehntausend ethnische Kasachen sind, die Verwandte in Kasachstan haben. Von der kasachischen Regierung wird das Problem heruntergespielt und zu einer inneren Angelegenheit Chinas erklärt. Der Leiter einer NGO in Almaty, die die Angehörigen von Verschollenen bei der Suche nach Aufklärung unterstützt, wurde im März unter Hausarrest gestellt, Unterlagen und Dokumente verschwanden – und viele vermuten, dass dies auf Betreiben Chinas geschah. Sie fürchten eine zunehmende politische Abhängigkeit Kasachstans von Peking. Zwar wurde der Aktivist im August wieder auf freien Fuß gesetzt, erhielt allerdings für sieben Jahre Berufsverbot.

Der Verlust an politischer Autonomie, der mit der wachsenden ökonomischen Dependenz von China einherzugehen droht, ist eine Herausforderung, der sich die politische Führung Kasachstans stellen muss. Die Initiierung einer breiten gesellschaftlichen Debatte darüber böte Präsident Tokajew die Chance, aus dem Schatten seines politischen Ziehvaters herauszutreten und dem legitimen Bedürfnis nach Transparenz und Mitbestimmung, das sich in den Protesten artikuliert, entgegenzukommen.

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Bahnfahren in Nigeria

Misereor - 9. September 2019 - 22:06
„Welcome aboard the train, I wish you a pleasant journey, “ begrüßt uns die rote Laufschrift über der Wagontür – willkommen im Zug der Nigeria Railway Corporation! Ich liebe schon immer Bahnfahren, und so war ich gespannt auf die Nigerianische Bahn, die mich von Abuja nach Kaduna bringen soll, wo ich zwei Partnerorganisationen begegnen möchte.

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Der Beitrag Bahnfahren in Nigeria erschien zuerst auf MISEREOR-BLOG.

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Start der Initiative Lieferkettengesetz

BfdW - 9. September 2019 - 19:28
Brot für die Welt ist Teil der Initiative Lieferkettengesetz, die heute gestartet ist. Gemeinsam mit über 60 anderen Organisationen setzen wir uns dafür ein, dass in Deutschland ein gesetzlicher Rahmen geschaffen wird, der Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten verhindert. Globale Geschäfte brauchen einen gesetzlichen Rahmen

Deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren enorm von der Globalisierung profitiert. Die großen DAX-Konzerne machen inzwischen 80 Prozent ihrer Gewinne durch Exporte ins Ausland. Diese Exportstärke wäre nicht denkbar ohne den weltweiten Zugang zu Rohstoffen und Zwischenprodukten aus Ländern mit niedrigerem Lohnniveau. Für den geplanten Ausbau der Elektromobilität sind deutsche Automobilkonzerne beispielsweise auf den Rohstoff Lithium aus dem lateinamerikanischen Lithiumdreieck angewiesen. Um dem Zugang zum begehrten Rohstoff zu sichern, baut das deutsche Unternehmen ACI Systems gemeinsam mit dem bolivianischen Staatsunternehmen YLB eine Förderanlage am Uyuni-Salzsee auf. Solche Projekte können zur wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen beitragen, sie bringen aber auch Risiken von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden mit sich. In der Brot für die Welt-Studie "Das weiße Gold: Umwelt- und Sozialkonflikte um den Zukunftsrohstoff Lithium" zeigen wir auf, dass beim Abbau von Lithium extrem viel Wasser verbraucht wird und dadurch die Gefahr besteht, dass die Region austrocknet und die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zerstört wird. Damit Unternehmen solche Risiken nicht einfach in Kauf nehmen, sondern ihnen durch wirksame Vorbeugemaßnahmen begegnen, braucht es einen gesetzlichen Rahmen.

Was fordert die Initiative Lieferkettengesetz?

Die Initiative Lieferkettengesetz - ein Zusammenschluss aus mehr als 60 Entwicklungs-, Umwelt-, Verbraucherschutzorganisationen, Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren - fordert ein Gesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet, auch bei Geschäften im Ausland menschenrechtliche und ökologische Standards einzuhalten. Die Unternehmen müssten dann etwa bei ihren Zulieferern darauf achten, dass Brandschutzbestimmungen berücksichtigt werden. Wie die Katastrophe in der KiK-Zuliefererfabrik in Pakistan gezeigt hat, bei der mehr als 250 Näher*innen verbrannten, weil Fenster vergittert und Notausgänge versperrt waren, kann die Einhaltung socher Bestimmungen über Leben und Tod entscheiden. Zudem fordert die Initiative, dass die Missachtung von Vorgaben zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt für die Unternehmen Konsequenzen haben muss und Betroffene die Möglichkeit bekommen müssen, vor einem Gericht in Deutschland auf Wiedergutmachung zu klagen, wenn sie durch ein deutsches Unternehmen geschädigt wurden. Denn bislang haben Betroffene von Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten kaum eine Möglichkeit zu ihrem Recht zu gelangen. Klagen vor Ort scheitern häufig an den Unzulänglichkeiten der lokalen Justiz und Klagen am Sitz der Unternehmen an fehlenden Regeln. Auch die Klage von vier Betroffenen im KiK-Fall wurde im Januar 2019 vom Landgericht Dortmund abgewiesen, weil der Anspruch nach pakistanischem Recht verjährt war und es kein deutsches Gesetz gab, das vom Gericht vorrangig hätte berücksichtigt werden müssen.

Was bringt ein Lieferkettengesetz?

Ein Lieferkettengesetz würde präventiv wirken. Wenn Unternehmen Konsequenzen befürchten müssten für Schäden an Mensch und Umwelt, die sie im Ausland anrichten, würden sie präventiv aktiv und würden sich bemühen solche Schäden möglichst zu verhindern. Zudem würde ein Lieferkettengesetz Rechtssicherheit für Verbraucher*innen und Betroffene schaffen. Verbraucher*innen müssten sich nicht länger im Dschungel aus verschiedenen Produktzertifizierungen und Siegeln orientieren, sondern könnten sicher sein, dass bei der Produktion von Waren, die in Deutschland gehandelt werden, ein gewisser Mindeststandard gewahrt wurde und die Produkte beispielsweise nicht unter Ausbeutung von Kindern hergestellt wurden. Betroffene erhielten die Sicherheit in Deutschland klagen zu können, wenn sie durch ein deutsches Unternehmen in ihren Rechten verletzt wurden. Schließlich würde ein Lieferkettengesetz fairere Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen schaffen. Denn bislang leiden Unternehmen, die Kosten für die Umsetzung von Menschenrechtsanforderungen aufwenden unter Konkurrenz, die auf Kosten der Menschenrechte spart. Unternehmen, die in diesem Bereich Vorreiter sind, wie zB Tchibo und Vaude fordern deshalb auch, dass alle Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, Vorgaben zum Schutz von Menschenrechten im Geschäftsverkehr einzuhalten. Es gibt also viele Gründe, die für ein Lieferkettengesetz sprechen. Trotzdem ist zB von Wirtschaftsverbänden mit erheblichem Widerstand gegen eine solche Gesetzesinitiative zu rechnen. Als Teil der Initiative Lieferkettengesetz setzt Brot für die Welt sich dafür ein, dass die Bundesregierung dem standhält und einen gesetzlichen Rahmen schafft, der Gewinnen ohne Gewissen einen Riegel vorschiebt.

Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! Unterschreiben Sie unsere Petition an die Bundeskanzlerin unter https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/aktionen/petition-lieferkettengesetz/ und kommunizieren Sie diese in Ihrem Netzwerk!

 

Thema (BfdW) : UnternehmensverantwortungMenschenrechteLinks: Weitere Informationen zum Thema Wirtschaft und MenschenrechteWeitere Informationen zur Initiative Lieferkettengesetz
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Gerechtigkeit 4.0

BfdW - 9. September 2019 - 16:02
Die Digitalisierung bietet den Menschen im Globalen Süden nicht nur Chancen auf Entwicklung, sondern birgt Risiken - einschließlich der Gefahr eines digitalen Kolonialismus. Unsere Publikation zeigt die Fallstricke auf und sagt, wie wir den digitalen Wandel fair gestalten können.

Mit einer Wetter-App können Kleinbauernfamilien höhere Ernteerträge erzielen, Cargo-Drohnen beliefern Menschen in abgelegenen Gebieten mit lebenswichtigen Medikamenten und digitale Fingerabdrücke sollen Bedürftigen den Zugang zu Grunddienstleistungen erleichtern – Die Digitalisierung scheint mit Blick auf den Globalen Süden unzählige Chancen in sich zu bergen. Doch erfüllt die Digitalisierung die großen Hoffnungen auf Veränderungen im Globalen Süden?

Bereits 2016 hatte die Weltbank, eine der größten Förderer von Informations- und Kommunikationstechnologie in Entwicklungs- und Schwellenländern, in ihrem Weltentwicklungsbericht Digital Dividende selbstkritisch eingeräumt, der digitale Wandel bleibe weiter hinter den (selbstgesteckten) Erwartungen zurück. Die Digitalisierung drohe Arbeitsplätze in der Bevölkerung Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu vernichten. Sie verschärfe auch die soziale Ungleichheit, weil oft nur die besser gestellten Menschen am digitalen Wandel teilhaben und andere beispielsweise aufgrund von Armut oder Krankheiten davon ausgeschlossen sind.

Die Publikation Gerechtigkeit 4.0 – Auswirkungen der Digitalisierung auf den Globalen Süden diskutiert, inwiefern digitale Techniken tatsächlich zur Überwindung von Armut und sozialer Ungleichheit beitragen können. Erweitern sie die Chancen auf gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe von benachteiligten Menschen oder verengen sie diese?

Gefahr eines digitalen Kolonialismus

Eingangs analysieren die Autoren die Geschichte des digitalen Handels. Sie nehmen auch die gegenwärtigen Entwicklungen im Rahmen des Welthandelsregimes in den Blick, denn fast unbemerkt hat sich in der Handelspolitik eine neue Dynamik entwickelt. Führende Tech-Konzerne, allen voran die aus dem Silicon Valley, instrumentalisieren zunehmend das Handelsrecht für ihre Interessen, wie die von der US-Regierung im Jahre 2000 verabschiedete Digitale Agenda zeigt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Reduzierung von Zöllen auf digitale Produkte wie Software oder einheitliche Standards für Telekommunikationsdienste. Patente auf Künstliche Intelligenz sowie die (Nicht)Regulierung von Datenflüssen sind inzwischen auch Bestandteil handelsrechtlicher Regelungen und Gegenstand kontroverser Debatten in der Welthandelsorganisation WTO. Für die Länder des Globalen Südens – aber nicht nur für sie – steht dabei viel auf dem Spiel, einschließlich der Gefahr eines neuen, digitalen Kolonialismus.

Die Publikation untersucht, wo die Potentiale und Grenzen digitaler Lösungsansätze liegen. Sie analysiert, was sich aus vermeintlichen Vorzeigeprojekten wie dem mobilen Bezahlsystem M-Pesa oder der Verbreitung des bargeldlosen Bezahlens in Indien lernen lässt. Die Autoren untersuchen auch, ob die Digitalisierung transnationaler Lieferketten nicht nur die Transparenz erhöht, sondern auch die Wertschöpfung bei den Arbeiterinnen und Arbeitern auf den Kaffee- und Sojaplantagen oder in Fabriken.

Die Digitalisierung fair gestalten

Bei der Frage, wie sich Digitalisierung so gestalten lässt, dass sie dem Wohl aller Menschen gilt, muss vor allem beachtet werden: Wie können benachteilige Bevölkerungsgruppen in den ländlichen Regionen Afrikas oder Bewohnerinnen und Bewohner von Armenvierteln in den Mega-Cities einen besseren Zugang zu Arbeit und Grunddienstleistungen erhalten? Welcher Maßnahmen bedarf es, um für Menschen in Asien und Lateinamerika die Risiken des digitalen Wandels zu minimieren und dessen Potentiale zu erweitern?

Die Studie schließt deswegen mit neun Bausteinen zum Aufbau einer fairen Digitalisierung. Betrachten Sie diese als Einladung, um gemeinsam über eine global-gerechte und menschenwürdige Digitalisierung zu diskutieren.

 

Thema (BfdW) : Finanz- und HandelspolitikDigitalisierungWelthandelDownload:  gerechtigkeit_4.0.pdf
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Lebensmittel retten = Klima schützen

Welthungerhilfe - 9. September 2019 - 15:48
Jede/r von uns wirft pro Jahr rund 55 kg Lebensmittel weg – und befeuert damit die globale Erderwärmung. Welche Auswirkungen hat unsere Wegwerfmentalität auf das Klima?
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Anthropozän und Ästhetik

KMGNE - 9. September 2019 - 14:19

Das Projekt „auto mobilis 2 – die kunst sich selbst und andere sinnstiftend zu bewegen“ ist zwar abgeschlossen, doch geht die Beschäftigung mit dem Verhältnis von Kunst und Klimawandel, Kunst und Anthropozän in der Mecklenburgischen Schweiz weiter. Das beweist jetzt der neu erschienene Sammelband „Anthropozän und Ästhetik“.

Die von Martina Zienert, Joachim Borner und Simone Hieber, Leiterin des Projekts „auto mobilis 2„, herausgegebene Publikation versammelt Beiträge von Stipendiat*innen wie Christian Kabuß und Adrienne Györgyi, Jurymitgliedern wie Ernst Wagner und weitere Texte etwa von chilenischen Autor*innen, womit die Perspektive von der Mecklenburgischen Schweiz auf andere Orte der Welt erweitert wird. Eingeleitet wird der Band mit einem Text von Bernd M. Scherer, Indendant am Haus der Kulturen der Welt (HKW), abgeschlossen mit Überlegungen von Manuel Rivera vom Institute für Advanced Sustainability Studies (IASS).

„Anthropozän und Ästhetik“ ist mit Arbeiten von Kristin Meyer illustriert, die auch seit vielen Jahren Animationsfilm-Kurse bei der Internationalen Sommeruniversität „Transmediales Storytelling – Transformation nachhaltiger Entwicklung“ anbietet.

Die Publikation kann für 8 EUR inkl. Versandkosten bei mzienert@kmgne.de bestellt werden.

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09. September 2019

ONE - 9. September 2019 - 13:59

1. Gerd Müller – ein Ankündigungsminister?

Anlässlich der Vorstellung des Grünen Knopfs, einer Initiative des Entwicklungsministeriums für nachhaltige Textilwirtschaft, zieht Sabine Müller in der Tagesschau kritisch Bilanz über die Arbeit von Entwicklungsminister Gerd Müller. Bei seiner Afrika-Reise, die kürzlich stattgefunden habe, habe er keine Berührungsängste gezeigt und vor allem viel Empathie bewiesen. Doch hier liege auch ein Problem, schreibt Sabine Müller. Oft seien die Versprechungen impulsiv. Bei einem Besuch habe er zum Beispiel spontan den Bau einer Solaranlage durch die Umweltorganisation WWF versprochen – ohne Absprache. Der Minister verfolge gute Ideen, allerdings oft nicht mit der nötigen Konsequenz und Langfristigkeit, so Stephan Exo-Kreischer, Deutschlanddirektor der Entwicklungsorganisation ONE. Ähnlich kritisiert Stefan Liebing vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft eine mangelnde Durchsetzung und Umsetzung angekündigter Projekte. Derzeit bestehen für Müller jedoch gute Gegebenheiten, seine Forderungen nach einem EU-Kommissar für Afrika durchzusetzen, da seine ehemalige Kabinettskollegin und Parteifreundin Ursula von der Leyen das Amt der EU-Kommissionspräsidentin antreten werde.

2. Papst in Madagaskar und Mauritius

Wie mehrere Medien, darunter das ZDF, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die Deutsche Welle und katholische.de melden, sprach der Papst sich bei einem Besuch in Madagaskar gegen Gewalt aus. Glaubensüberzeugungen werden mitunter instrumentalisiert, um Terrorismus, Mord, Vertreibung oder Ausgrenzung zu rechtfertigen, so der Pontifex. Auch sprach sich Papst Franziskus deutliche gegen Korruption und Spekulation aus. Während seiner Afrika-Reise, die ihn nach Mosambik, Madagaskar und Mauritius bringe, habe das Oberhaupt der katholischen Kirche zu mehr Miteinander aufgerufen. In Madagaskar warb er für eine gerecht und nachhaltige Entwicklung, wie die Deutsche Welle bereits am Wochenende berichtete. Er sehe vor allem die „exzessive Abholzung“ von Wäldern als eine Gefahr für das Land. Der Papst sei nun bei seiner letzten Station Mauritius angekommen, dort treffe er sich mit Vertreter*innen von Politik, Kirche und Zivilgesellschaft.

3. Positive Trends in Afrika

Focus online thematisiert drei positive Entwicklungen, die derzeit in Afrika zu beobachten sind. Die für die Trends zugrunde liegenden Daten stammen unter anderem von ‚Africa in Data‘, einer Plattform des gemeinnützigen Projekts ‚Our World in Data‘. In Afrika habe sich zwischen 1950 und 2010 die Zahl der besuchten Schuljahre deutlich erhöht. Seinerzeit habe der Durschnitt für Schulbesuche von Kindern bis zu zwei Jahren betragen. Heute gehen Kinder in Südafrika, Botswana und Gabun durchschnittlich acht bis zehn Jahre zur Schule. Auch sei die Kindersterblichkeit stark rückläufig. Sie sei von 15-30 Prozent im Jahr 1980 in den meisten Ländern Afrikas jetzt auf 0-15 Prozent gesunken. Auch das Wirtschaftswachstum steige an. Das führe dazu, dass der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, sinkt. Die Entwicklungen sein insgesamt positiv. Allerdings gebe es noch immer große Differenzen zwischen den einzelnen Ländern Afrikas.

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Streetart für die 17 Ziele

Engagement Global - 9. September 2019 - 13:49
Das Wandbild orientiert sich an den Themen globale Gerechtigkeit, nachhaltige Stadtentwicklung und Klimaschutz. Foto: Engagement Global

Wie kann die Bevölkerung nachhaltig und kreativ an die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung herangeführt werden? Zum Beispiel durch die Teilnahme an Workshops zu diesen Themen und die Möglichkeit, ein Wandbild mit Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen mitzugestalten.

Am Donnerstag, den 5. September 2019, wurde das Wandbild, das für fünf Jahre an einer Hauswand am Kieler Theodor-Heuss-Ring zu sehen sein wird, eingeweiht. Das gemeinsam von den Bewohnerinnen und Bewohnern und Street-Art-Künstlerinnen und -Künstlern gestaltete Bildmotiv orientiert sich an Themen wie globaler Gerechtigkeit, nachhaltiger Stadtentwicklung und Klimaschutz.

Bei der Einweihungsfeier am Theodor-Heuss-Ring 61 und dem AWO Servicehaus Lübscher Baum in Kiel hatten die Gäste die Gelegenheit, über das Wandbild und dessen Bedeutung zu diskutieren sowie an verschiedenen Mitmachaktionen wie dem Gestalten von Jutebeuteln oder dem Bauen von Insektenhotels teilzunehmen.

„Dies ist genau der richtige Ort für ein solches Bild“, sagte Martin Weber, Geschäftsführer des Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI), bei der Einweihungsfeier und bezog sich dabei auf den direkt am Gebäude vorbei führenden Theodor-Heuss-Ring. Denn mit rund 120.000 Fahrzeugen am Tag ist dies die meistbefahrene Straße Kiels. Aus diesem Grund freuten sich auch viele Anwohnerinnen und Anwohner über das Wandbild, das endlich ein wenig Natur ins Viertel bringt – wenn auch vorerst nur gemalt.

Die Aktion war Teil des Projekts „Bunte Welt – Streetart trifft Nachhaltigkeit am Theodor-Heuss-Ring 61 in Kiel“ von BEI, Vonovia und dem AWO Servicehaus Lübscher Baum in Kooperation mit Engagement Global und Bingo! Die Umweltlotterie.

Weitere Informationen

Zum Projekt "Bunte Welt - Streetart trifft Nachhaltigkeit"

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Installation mit UNICEF-Rucksäcken zeigt eindringlich, dass Kinder in Konfliktgebieten besser geschützt werden müssen

Vereinte Nationen - 9. September 2019 - 11:58

9. September 2019 - Während Kinder in vielen Teilen der Welt zur Schule zurückkehren, hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) am Sonntag mit einer eindringlichen Installation, in der 3.758 Schulrucksäcke wie Grabsteine die hohe Anzahl an Todesfällen von Kindern in Konfliktregionen im Jahr 2018 darstellen, auf die prikäre Situation hingewiesen und zu besserem Schutz von Kindern in Konfliktregionen aufgerufen.

Die UNICEF-Installation wurde im Garten des UN-Hauptquartiers in New York enthüllt, und soll als Botschaft an die Staats- und Regierungschefs der Welt, die zur jährlichen Generalversammlung zusammenkommen werden, dienen. Sie zeigt eine Reihe von Rucksäcken, die an einen Friedhof erinnern und jeweils den sinnlosen Verlust eines jungen Lebens durch Konflikte darstellen.

Laut dem Jahresbericht 2019 des Generalsekretärs über Kinder und bewaffnete Konflikte wurden im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Kinder in Konfliktgebieten getötet oder verstümmelt - die höchste Zahl seit Beginn der Überwachung und Reportage dieser schwerwiegenden Rechtsverletzung durch die Vereinten Nationen.

Bei diesen Zahlen handelt es sich nur um überprüfte Vorfälle, wobei die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich viel höher liegen.

Bei anhaltenden Konflikten in Afghanistan, in der Zentralafrikanischen Republik, in Somalia, im Südsudan, in Syrien, im Jemen und in vielen anderen Ländern zahlen Kinder den schwerwiegendsten Preis für den Krieg.

Die überwiegende Mehrheit der Fälle, in denen Kinder in Kriegsregionen ums Leben kommen, sind auf den fortwährenden und weit verbreiteten Einsatz explosiver Waffen wie Luftangriffe, Landminen und Streumunition zurückzuführen.

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Anthropozän und Ästhetik

KMGNE - 9. September 2019 - 11:43
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Kinderrechte ins Grundgesetz: Warum eigentlich?

Unicef - 9. September 2019 - 10:30
Dieses Jahr feiern wir in Deutschland und auf der ganzen Welt 30 Jahre Kinderrechte. Unser Kinderrechte-Experte Dr. Sebastian Sedlmayr verrät uns im Interview, warum die Kinderrechte so wichtig sind, warum sie unbedingt ins Grundgesetz gehören und was sich dadurch verändern würde.
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09.09.2019 Minister Gerd Müller stellt staatliches Textilsiegel "Grüner Knopf" vor

BMZ - 9. September 2019 - 10:00
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat heute das staatliche Textilsiegel Grüner Knopf vorgestellt. Zum Start machen 27 Unternehmen mit. Sie haben alle die anspruchsvollen Anforderungen des Textilsiegels erfolgreich bestanden. 26 weitere Unternehmen sind derzeit im Prüfprozess. Minister Müller: "Mit dem Grünen Knopf setzen wir jetzt einen hohen Standard und zeigen: Faire Lieferketten sind möglich. Ab heute kann das keiner mehr in Frage stellen. Das beweisen alle ...
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Maximal Gutes tun mit deiner Spende? Eine neue Plattform will hier helfen!

reset - 9. September 2019 - 8:08
Auf der neuen Plattform effektiv-spenden.org finden alle jene, denen es um die maximale Wirksamkeit ihrer Spende geht, konkrete Projektempfehlungen und direkte Spendenmöglichkeiten. Was genau steckt hinter den Empfehlungen? Worum geht es beim Effektiven Altruismus? Antworten findest du in diesem Interview.
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Unverzichtbar im Menschenrechtsrat und uneins über neue Pflichten

Welthungerhilfe - 7. September 2019 - 12:36
Deutschland spielt im UN-System für Menschenrechtsschutz eine positive Rolle. In der eigenen Regierung bleiben Konflikte aber ungelöst, etwa bei neuen Standards für die Wirtschaft.
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agl unterstützt den Klima-Streik am 20.9.

agl - 6. September 2019 - 15:19

 

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten jeden Freitag für ihre Zukunft. Jetzt sind alle Menschen gefordert!

 

Die agl unterstütz den Aufruf von Fridays for Future am 20.9 für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Die agl ruft alle Mitglieder und Engagierte auf sich den Veranstaltungen am 20.9. anzuschließen und ermuntert Vereine und Betriebe auch ihren MitarbeiterInnen dies zu ermöglichen. Die agl ist im Unterstützerkreis des Bündnisses: Zusammen mit Fridays for Future auf die Straße!

 

Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis rufen wir gemeinsam auf, mit #FridaysForFuture auf die Straße zu gehen – alle zusammen für das Klima!

 

Materialbestellung und weitere Information: https://www.klima-streik.org/

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Brussels Launch: Who’s paying the bill?

Global Policy Forum - 6. September 2019 - 15:08

Four years after the adoption of the 2030 Agenda the world is off-track to achieve the Sustainable Development Goals (SDGs). In order to turn the transformational vision of the 2030 Agenda into real transformational policies, there needs to be a shift towards more coherent fiscal and regulatory policies. In addition, policy coherence for sustainable development requires to fully take into account the externalities and spill-over effects of European policies, production and consumption patterns. With an emphasis on environmental and social impact beyond our borders, the "Spotlight Report Sustainability in Europe. Who is paying the Bill?" will be presented in Brussels on September 11, 2019.

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