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Was hat der G7-Gipfel für Frauen und Mädchen gebracht?

ONE - 2. September 2019 - 15:27

zuerst erschienen am 29.08.2019 im Monda Magazin

 

 

Friederike Röder war mit der Organisation ONE beim G7-Gipfel in Biarritz, um sich für Gleichberechtigung weltweit einzusetzen. Wie es vor Ort lief, hat sie uns in Form ihrer persönlichen fünf größten Erfolge und Misserfolge des Gipfels verraten.

Friederike Röder ist Direktorin von ONE in Frankreich und der EU. Die Nichtregierungsorganisation setzt sich für ein Ende von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten in Afrika ein. Da Armut auf der Welt nicht beendet werden kann, ohne Frauen und Mädchen zu stärken, und es beim jetzigen Tempo noch 108 Jahre dauern würde, bis weltweit Gleichberechtigung herrscht, forderte die Organisation »einen feministischen G7-Gipfel«. Mit der Kampagne #ProgressNotPromises hatte sich ONE monatelang dafür eingesetzt, dass dieser G7-Gipfel echte Ergebnisse für Frauenrechte bringt. Dies sind nun die fünf größten Erfolge und Misserfolge:

 

AktivistInnen von ONE begrüßten die G7 mit einer klaren Botschaft.

G7-GIPFEL: DIE TOP 5 ERGEBNISSE IN BIARRITZ
  1. Es wurde ein Riesenschritt im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gemacht: Deutschland und andere Länder (bzw. die EU) haben den G7-Gipfel genutzt, um ihre finanzielle Unterstützung für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria anzukündigen. Angela Merkel hat eine Milliarde Euro für die nächste Finanzierungsperiode zugesagt. Das ist der Hammer und eine richtig gute Nachricht für Frauen auf der ganzen Welt, denn was kaum jemand weiß: Weltweit gesehen ist AIDS Todesursache Nummer 1 für Frauen unter 50. Insgesamt gab es vor und während des Gipfels Zusagen in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar.
  2. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Gleichstellung der Geschlechter, Bildung und Zugang zum Internet in Afrika auf die Agenda des Gipfels gesetzt und signifikante Mittel dafür bereitgestellt. Auch Deutschland will für Frauen in afrikanischen Ländern den Zugang zu Krediten verbessern, indem es zusätzliche Mittel für die pan-afrikanische AFAWA-Initiative (Affirmative Finance Action for Women in Africa) der Afrikanischen Entwicklungsbank versprach. Das ist super, denn in Afrika leben die meisten Gründerinnen der Welt. Jede vierte Frau in Afrika hat ein Unternehmen gegründet oder managt eines. Doch drei Viertel aller Frauen haben keinen Zugang zu Krediten.
  3. Afrikanische Länder waren am Verhandlungstisch – Zum ersten Mal in der Geschichte der G7 haben afrikanische Länder bereits im Vorfeld des Gipfels am Verhandlungsprozess teilgenommen und auch an spezifischen Sitzungen auf dem Gipfel selbst. Ein Schritt hin zu einer wirklich gleichberechtigten Partnerschaft? Wir hoffen es!
  4. Erstmals wurden auch Ankündigungen zu Gesetzen und politischen Maßnahmen zur Stärkung von Frauen und Mädchen gemacht. Senegal hat zum Beispiel angekündigt, dass Vergewaltigung endlich als Straftatbestand behandelt werden soll. Höchste Zeit!
  5. Das Beste: Rechenschaft! DennWorte verschwinden, aber Taten bleiben. Emmanuel Macron hat angekündigt, einen unabhängigen Überprüfungsmechanismus einzurichten. Was sich trocken anhört, wird für Millionen Mädchen und Frauen zu einer wirksamen Waffe: Denn die Regierungen können zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie ihre Versprechen nicht einhalten. Das ist einmalig!

 

G7-GIPFEL: FLOPS… GAB ES AUCH!
  1. Am Ende steht und fällt der Erfolg von guten Ideen mit den finanziellen Ressourcen. Und leider gab es nicht genug Geld von den G7 als Staatengruppe. Das betrifft vor allem die oben genannte AFAWA-Initiative, die afrikanischen Gründerinnen Kredite erleichtert.
  2. Zu wenig Geld gab es auch für eine Initiative, die sich für die digitale finanzielle Inklusion von Frauen einsetzt. Weltweit hat nur eine von drei Frauen Zugang zu einem Bankkonto! Davon sind vor allem Frauen in armen Ländern betroffen. In Deutschland haben 99 % Frauen Zugang zu einem Bankkonto, in Niger sind es gerade mal 11 % – also nur jede zehnte Frau. Das muss sich ändern!
  3. Die USA sagten gar kein neues Geld für Gleichberechtigung zu.
  4. Es gab auch kein neues Geld für mehr und bessere Entwicklungsprogramme innerhalb der sogenannten Partnerschaft mit Afrika. Das ist insofern besonders traurig, als dass Macron eigentlich eine neue und bessere Partnerschaft mit Afrika auf diesem Gipfel eingehen wollte.
  5. Angela Merkel hat eine neue »Sahel-Initiative« vorgestellt, aber wir fragen uns: Mit welchem Ziel? Die Menschen in der Sahelzone, also in Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad, sind besonders von Armut betroffen. Auch gibt es dort vermehrt terroristische Anschläge. Es ist also grundsätzlich sehr, sehr wichtig, dass sich die Region entwickelt und Unterstützung erhält. Doch bisher ist es völlig unklar, inwieweit diese Initiative einen Mehrwert bietet oder einfach eine Doppelstruktur neben bestehenden Initiativen bildet – wir brauchen keine neuen Initiativen, wir brauchen konkrete Maßnahmen.

 

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E+Z/D+C Now-16.9.-Roli-Ecuador-Waorani

E+Z - 2. September 2019 - 15:23
Indigenous people of Ecuador fight to keep oil companies off their ancestral land

The Waorani have taken the Ministry of Energy, the Secretary of Hydrocarbons and the Ministry of Environment to court for violating their rights. They claimed that the consultation process conducted before putting their territory up for an international oil auction was flawed.

Over the past two decades, Ecuador has divided a large portion of its Amazon forests into blocks to lease the mineral rights, specifically for oil, in international auctions. Oil plays a very important part in Ecuador’s economy. It has contributed to most of the country’s growth between 2006 and 2014, before the oil prices collapsed. On the other hand, the oil-rigging activities negatively affected indigenous communities in the Amazon rainforest: their habitat was contaminated, and communities were displaced.

Both national and international laws state that a free, prior and informed consultation process must be conducted before the planning of any extraction process on or near territories belonging to indigenous groups. In 2012, the consultation process – which never mentioned the expected environmental effects –with several indigenous groups including the Waorani had led to the division of the Amazon rainforest area in Ecuador into 16 different oil blocks for sale purposes.

Nemonte Nenquimo, one of the Waorani plaintiffs and representative of the Coordinating Council of the Waorani Nationality Ecuador Pastaza (CONCONAWEP), says that the consultation process was conducted “for the sake of being conducted” and that it was “tokenistic”. “We fought in court so that no one can enter our territory for petrol. We want to save our territory and our jungles. They are our children’s heritage,” Nenquimo says. 

Due to the recent ruling in favour of the Waorani, 52 mining concessions along the Aguarico river were cancelled. This helps to protect half a million acres of Waorani territory in the Amazon rainforest from being earmarked for oil drilling.

According to the local non-governmental organisation Amazon Frontlines, which had provided legal support to the Waorani, the verdict provides an “invaluable legal precedent for other indigenous nations across the Ecuadorian Amazon”. However, the Ministry of Energy plans to appeal against the decision.

In the meantime, the Waorani people keep on fighting. They have been organising regular protests in Quito, the capital city, and recently launched “Waorani Resistance”, a global campaign to get 500,000 people to sign a declaration to defend the rainforest. That would be one person for every acre that the Waorani are protecting.

Link
Amazon Frontline – Waorani Resistance:
https://waoresist.amazonfrontlines.org/

Roli Mahajan is a freelance journalist and photographer. She lives in New Delhi, India, and has recently spent some time in Ecuador as a Rotary Peace Fellow.
roli.mahajan@gmail.com

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now-9.9.-suuk-ghana-Aflatoxin

E+Z - 2. September 2019 - 14:52
Ghanaians are afraid of poisonous mould in grains and cereals

Aflatoxins are poisons naturally produced by mould. They develop when food is not harvested or stored in the right manner. They are odourless, colourless and flavourless and commonly found in maize and beans, but also in nuts, cereals and derived products, dairy products, poultry, dried fruits, spices, unrefined vegetable oils and cocoa beans. Humans should try to avoid aflatoxins.

Abdullai Bamunu, a trader at the grains market of Tamale in Northern Ghana, is separating bad maize from good one. She explains: “If there are bad grains, customers won’t buy it, because they are not good for our health. So I always have to sort them out first.” Bamunu has been selling grain all her life. Now, she often runs out of it due to mould infection.

Scientists say that grains infested with mould can cause cancer, damage the liver and the immune system. Other known effects include weight loss. Aflatoxins can also cause stunting growth among children, nutritionists say. Richard Oteng-Frimpong, a research scientist with the Savanah Agriculture Research Institute, explains that in the past two to three years, several studies showed that aflatoxins were very widespread in Ghana, including in supermarket products. “We have taken samples from these places and analysed them. We have seen that they contained unacceptable levels of aflatoxins,” he says.

Aflatoxins effect millions of people in developing countries. Ghana is now educating farmers and processors to reduce the menace. The Food and Drug Authority is one of the organisations leading the campaign. Northern Regional director Martin Kusi explains: “When you come to this part of the country, most farmers and traders don’t observe good practices.” A lot of farmers store their harvest in poorly shielded and ventilated barns.

That makes the products susceptible to aflatoxins contamination. “That is why public education is very necessary to make sure that the products are harvested well, transported well, stored well and processed in a way to avoid the emergence of aflatoxins,” Kusi adds. This means, the grains must be protected from moisture, and farmers and producers need an adequate number of silo and dry warehouse facilities.

Madina Issahaku is preparing a meal called Tuo Zaafi or TZ for short. TZ is a popular corn meal for people of northern Ghana. Corn is the main staple crop cultivated by the majority of Ghanaian farmers for decades. But Issahaku, unlike many Ghanaians, knows little about aflatoxins. “But I am worried. So when I buy my cereals, I check them out carefully.”
Eating staples infested with mould is not the only source of health problems, Oteng-Frimpong stresses: “When animals eat contaminated food, they can get infested. And when you eat their meat, you are also at risk to get affected.”

 

Maxwell Suuk is a journalist in Northern Ghana.

suuk.max@gmail.com

 

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Climate Cycle Tour macht Halt in Bonn

Engagement Global - 2. September 2019 - 14:42
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25.09.2019 | Köpfe und Ideen: Dorothee Bär zu Gast in der GIZ

GIZ Event - 2. September 2019 - 14:30
Veranstaltungsdatum: Mittwoch, 25. September 2019
Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Köpfe und Ideen" der GIZ-Repräsentanz Berlin steht jeweils eine Persönlichkeit, die mit ihrem Lebensweg, ihrer Arbeit, ihren Ideen neue Impulse setzt oder gesetzt hat und deren Vorstellungen die internationale Zusammenarbeit bereichern.
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Lost in Transformation – Gegenseitiges Kennenlernen von (Forschungs-) Interventionen

KMGNE - 2. September 2019 - 14:08

Im Rahmen des durch die Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes „Land*Stadt-Transformation gestalten“ trafen sich vom 16. – 18.08.2019 auf dem Projekthof Karnitz in der Mecklenburgischen Schweiz Vertreter*innen der vier Reallabore innerhalb des Forschungsvorhabens. Anlass war die Verabredung, gegenseitig die Projekte vor Ort vorzustellen und auf dieser Basis die anzuwendenden qualitativen Forschungsmethoden zu verfeinern. Im Mai 2019 fand bereits der Besuch des Reallabors Betonwerk Stolpe im Rahmen des Forschungscamps statt.

Joachim Borner und Anne Kraft vom KMGNE stellten das Reallabor Bildungslandschaft Malchin vor. Es bildet den Rahmen für die Initiative Kooperationsverbund der Raumpioniere, für Veranstaltungen zu Themen der Nachhaltigkeitsziele (Bürgersalon), für die Vernetzung von Klimaschutzaktivitäten und für das Bildungsprojekt „Schule von Morgen“. Die Betrachtung als Reallabor ermöglicht eine Gesamtperspektive auf die Region, denn die Projekte finden nicht getrennt voneinander statt. Sie alle tragen dazu bei, lokale und wissenschaftliche Expertisen zu integrieren, um eine Resilienz-Strategie zu entwickeln. Resilienz bezeichnet die Widerstandsfähigkeit einer Region gegenüber Veränderungen wie dem Klimawandel, dem demografischen Wandel und die Abwanderung. Im Gegensatz dazu ist eine Region vulnerabel, wenn z.B. im Falle von Abwanderung die ärztliche Versorgung nicht mehr gesichert werden kann, oder im Falle von Trockenperioden Brände nicht gelöscht werden können, weil keine passende Infrastruktur oder Notfallpläne vorhanden sind.

Ein wesentlicher forschungsmethodischer Bestandteil sind  dabei Verfahren und Instrumente der Zukunftsforschung – hier vor allem der szenarischen Projektion möglicher Zukünfte. In transformativen Prozessen ist es unabdingbar, ein klares Verständnis über zukünftige Rahmenbedingungen und Herausforderungen zu entwickeln um einen Referenzrahmen für heutige Entscheidungen zu haben.

Zoe Heuschkel und Anna Wissmann von Stadt.Land.Markt. e.V. teilten ihre Erfahrungen für einen selbstorganisierten Bauernmarkt und die Bewegung der Ernährungsräte in Köln-Bonn. Leander Dalbert berichtete vom Aufbau und Pflege von Agroforstsystemen durch seine Initiative Boiming am Zürichsee. Leon Jank von Studio amore berichtete von den Entwicklungen und künstlerischer Aneignung im Betonwerk Stolpe.

Am Samstag folgte eine Tour durch die Mecklenburgische Schweiz. Dabei durchfuhr die Gruppe das wiedervernässte Moor Große Rosin, besuchte den Mittelhof in Gessin und die fremdbestimmte Gestaltung des Ortes Basedow als Tourismusdestination.

In den drei Tagen wurde das methodische Gerüst sowie der definitorische Rahmen (zentrale Begriffe sind Transformation, Land-Stadt, Transformative Zelle und Reallabore) festgezurrt. Zum Statustreffen im November werden die nächsten Ergebnisse präsentiert.

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02. September 2019

ONE - 2. September 2019 - 13:37
1. Deutsche Firmen: Interesse an Afrika wächst

Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Handelsblatt, die Berliner Morgenpost, die Stuttgarter Nachrichten und die Deutsche Welle berichten, dass Afrika für deutsche Firmen immer interessanter wird. Bisher habe der Kontinent für den deutschen Außenhandel eine eher untergeordnete Rolle gespielt; nur 1,7 Prozent der Exporte seien nach Afrika gegangen. Den Löwenanteil mache der Handel mit Südafrika und Nigeria sowie den nordafrikanischen Länder aus. Entwicklungsminister Gerd Müller habe deutsche Firmen zu mehr Investitionen in Afrika aufgefordert. Dort gebe es enorme Chancen, so Müller. Auch eine aktuelle Studie der gemeinnützigen Organisation Global Perspectives Initiative (GBI) zeige, dass gerade bei deutschen Firmen Interesse bestehe, diesen Markt auszubauen. Insbesondere in Ländern wie Ghana, Äthiopien und Senegal gebe es laut den befragten Unternehmen großes Potenzial. Der Tagesspiegel urteilt darüber hinaus, dass sich vor allem die EU stärker für ein Freihandelsabkommen mit Afrika einsetzen soll. Bürokratische Hürden und ein ungleicher Wettbewerb seien aktuell noch die größten Hindernisse für einen fairen Handel.

2. Weniger Zugang zu Bildung bei Flucht

Bereits am Wochenende berichteten unter anderem Spiegel Online, der Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung, dass laut dem UN-Geflüchtetenhilfswerk UNHCR über die Hälfte aller geflüchteten Kinder keinen Zugang zu Schulbildung hat. Dies seien bei rund 7,1 Millionen geflüchteten Kindern aktuell 3,7 Millionen, die keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen. Je höher der anvisierte Grad der (Hoch-)schulbildung, desto geringer sei die Chance auf Zugang zu ebendieser Bildung. Während 91 Prozent aller Kinder im Grundschulalter weltweit zur Schule gehen, seien es nur 63 Prozent bei geflüchteten Kindern. Aussichten, eine Hochschule besuchen zu können, haben lediglich drei Prozent der Betroffenen. Ein Großteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen lebe in Uganda, im Sudan, der Türkei sowie Pakistan und im Libanon.

3. Mosambik: politischer Papstbesuch

Matthias Rüb und Thilo Thielke berichten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass erstmals seit 31 Jahren der Papst Mosambik besuchen wird. Bei dem Besuch werden politische Konflikte eine Rolle spielen, so die Autoren. Papst Franziskus werde lediglich in die Hauptstadt kommen und nicht wie erhofft auch die Region besuchen, die vom Zylon „Idai“ im März heimgesucht wurde. Er wolle vor allem eine Botschaft der Versöhnung und des Friedens bringen, so der Pontifex. Die anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Oktober sorgen aktuell immer noch für politische Spannungen. Die Rebell*innenbewegung der Renamo, die im August ein Friedensabkommen mit der sozialistischen Regierung Frelimo geschlossen habe, befinde sich in einer Umbruchsphase. So habe der Chef des militärischen Flügels der Renamo, Mariano Nhongo, angekündigt, die Wahlen verhindern zu wollen. Er erkenne das ausgehandelte Abkommen nicht an und wolle eine neue Vereinbarung verhandeln. Der nicht-militärische Teil der Renamo, der als Partei zugelassen ist, werde einen Kandidaten oder eine Kandidatin bei den Wahlen stellen.

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Ebola im Kongo: Staatliche Strukturen haben versagt

Welthungerhilfe - 2. September 2019 - 11:25
Ein Jahr Ebola im Nordosten des Kongo, 2600 Infektionen, die Hälfte davon mit tödlichem Ausgang. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Landesdirektor der Welthungerhilfe, Louis Dorvilier, nennt drei Gründe, warum der Kampf gegen die Epidemie an Grenzen stößt. Ein Interview.
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e+z/d+c - bl - dem - komireddi september 2019

E+Z - 2. September 2019 - 11:09
K.S. Komireddi argues stringently that India's current government is driven by a dangerous Hindu-supremacist ideology

The situation in Kashmir remains tense. In early August, India's Hindu supremacist government cancelled the special rights Kashmir, the country's only predominantly Muslim region, had in the past. Parliament fast approved this constitutional change. Kashmir is no longer an Indian state, but has been declared a union territory. Union territories are under the rule of the central government.

Due to decades of troubles, Kashmir is a heavily militarised area. In August, however, even more troops were sent in. So far, the policy change has not triggered militant unrest, but my hunch is that violence will erupt sooner or later. The greatest danger is that Hindu fanatics will then launch pogroms against the Muslim minority in other parts of India. Prime Minister Narendra Modi, to tell by the experience of the Gujarat riots of 2002 , will neither overtly endorse such action, nor will he disown it. Under his leadership, the government of India is unlikely to deploy security forces to protect minorities.

Not all of my dark fears come true, of course, and I sincerely hope this one will not. The danger is real, however, as I found confirmed in K.S. Komireddi's recently published book “Malevolent republic”. It was written before Modi was reelected in May. With about 45 % of the vote, his party, the BJP, and its allies won more than 50 % of the seats in the national parliament.

Modi's election campaign was marked by aggressive Hindu nationalism. His Kashmir policy fits that pattern.

At the international level, however, Modi has so far managed to cultivate the image of a business-oriented reformer. Even in development circles, western experts tend to expect him to endorse prudent economic policies. They should read Komireddi, who criticises Modi harshly, whilst basing his essay solidly on facts. The book is thoroughly referenced.

The journalist argues convincingly that Modi and his government are not interested in modernisation of either state or economy. They are driven by an aggressive and vindictive ideology. According to their world view, Hindus are now finally striving for world leadership after centuries of humiliation and oppression. That is the core issue, and the Gujarat riots in 2002 proved it early on. They happened when Modi was that state's chief minister.

In that position, he nonetheless earned his reputation as an economic moderniser. He basically did it by simply approving any application made by an industry leader, as Komireddi points out. He facilitated fast investment, but achieved very little in terms of reducing poverty. To judge by the relevant statistics, Gujarat stayed an average Indian state and never became a beacon of human development.

Chaotic demonetisation

At the national level, Modi's economic reform promises have not come true either. The greatest disaster was "demonetisation". Komireddi has dedicated an entire chapter to the annulling of most of India's banknotes on short notice in 2016. The chapter's fitting headline is: “Chaos”. The idea was to thwart corruption and get a grip on black money. Neither goal was achieved. The economy slowed down, and the lives of smallholder farmers, informal entrepreneurs and people who depend on them were disrupted seriously.

Komireddi only mentions in passing that the jobs wonder that Modi promised to bring about by promoting manufacturing never happened. The author does not assess minor achievements such as Modi's reform of the goods and services taxes, which was overly bureaucratic, but nonetheless a step in the right direction. In view of the damage the government is doing, these episodes actually do not deserve all that much attention.

What is far more important is how the Hindu supremacists are undermining the independence of important institutions such as the judiciary, the central bank or the election commission is as accurate as it is scary. Komireddis gives account. He also does an excellent job of explaining how Modi is increasingly politicising the military. Most mainstream media, in the author's eyes, have caved into government propaganda and pressure. He bemoans an empty personality cult that is typical of dictatorial rule. He makes it quite clear that speaking of India as the world's largest democracy only makes sense if one endorses the crudest form of majoritarianism.

The outlook is terrifying. The author sees India turning into “a make-believe land full of fudge and fakery, where savagery against religious minorities is among the therapeutic options available to a self-pitying majority frustrated by Modi's failure to  upgrade their standard of living”. With statements like this, Komireddi confirms Jan-Werner Müller's assessment of populist leaders: unable to fulfil the unrealistic promises they constantly reiterate, they can only thrive by hounding scapegoats once they have risen to power.

Modi, however, is worse than a typical right-wing populist, as Komireddi elaborates. The reason is that he is supported by a vast network of Hindu-supremacist groups. This network has evolved over many decades. At its centre is the RSS, an organisation that was originally inspired by Italy's fascists and Germany's Nazis. Modi himself rose through its ranks.

What facilitated Modi's rise to power

“Malevolent republic” does more than dissect Modi and his government. The first part of the book assesses what made his rise to power possible. It tells the story of how the Congress party, led by the Nehru-Gandhi dynasty, lost people's trust in decades of bad governance.

Inner-party democracy ended under Indira Gandhi. Her emergency rule was brutal, and the forced sterilisation of masses of men was probably the worst excess. She was later killed by her Sikh bodyguard after her opportunistic support for Sikh extremism had backfired terribly. She had hoped to weaken a regional party, but instead fostered a terrorist outfit. Her son Rajiv Gandhi, who also served one term as prime minister, suffered a similar fate. He was killed by a Tamil suicide bomber after involving India opportunistically in Sri Lanka's civil war.

Komireddi excels at describing the Congress party's decades-long decline and how the RSS and its satellites managed to take advantage of that trend. Massive corruption became ever more obvious, so people had every reason to be angry.

A minor shortcoming of Komireddi's book, however, is that it fails to explain why Manmohan Singh, so far the last Congress prime minister, could be triumphantly reelected after a first term. The most likely reason is that his government had devised a surprisingly effective programme to fight rural poverty. The National Rural Employment Guarantee Act was very popular.

Unfortunately, the Congress party entirely failed to introduce anything of similar impact in the years 2009 to 2014. One reason was probably that its majority had become so big that it no longer needed the support of leftist parties that were keen on pro-poor policies. The other reason was perhaps that Sonia Gandhi, Rajiv's widow and the successor as head of the Congress party, was ill. However that may be, Komireddi's judgment that the Congress had gambled away its credibility by 2014 is irrefutable. That is why Modi could become prime minister.

P.S.: I've checked out some Indian reviews of the book on the internet. The disturbing trend is that they tend to only commit rather few sentences or paragraphs to Modi. Their focus is on lambasting the Congress party. The reason is obviously that it has become very risky to discuss the prime minister's shortcomings in public. Piling blame on his predecessors is safer – not least, because Modi loves to do that himself. Sadly, what I read confirms Komireddi's assessment of the media having become docile.

 

Reference

Komireddi, K.S., 2019: Malevolent republic. A short history of the new India. London: Hurst / Delhi: Context.

 

 

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UN-Generalsekretär lobt den Mut der Bürger der DR Kongo und die Opfer der Blauhelme

Vereinte Nationen - 2. September 2019 - 10:20

 

1. September 2019 – Am zweiten Tag seines Besuchs in der Demokratischen Republik Kongo hat UN-Generalsekretär Guterres den Mut der Bürger des Landes sowie die Arbeit der Friedenstruppen gewürdigt.
Guterres sprach am Sonntag auf einer Pressekonferenz in der Stadt Beni, die sich im Epizentrum der tödlichen Ebola-Epidemie des Landes befindet. Dort seien die Menschen in der Region auch von anderen ernsten Problemen betroffen, wie Masern, Malaria und Cholera sowie politischer Unsicherheit.
Der Leiter der UN drückte den Familien und Angehörigen der Opfer von Gewalt sein Beileid aus. Zusätzlich forderte er alle bewaffneten Gruppen auf, ihre Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die Sicherheitskräfte, die mit dem Schutz der kongolesischen Bevölkerung beauftragt sind, unverzüglich einzustellen.
„Die Blauhelme haben im Dienste des Friedens einen hohen Preis gezahlt. Dies stärkt jedoch nur unsere Entschlossenheit. Wir werden alles daran setzen, der Geißel der Unsicherheit in dieser Region ein Ende zu setzen. Es ist wichtig, dass die Menschen in Beni wissen, dass wir ihre Schreie der Not hören.”
Der Generalsekretär besuchte auch das Mangina Ebola Behandlungszentrum. Dort brachte er seine Bewunderung für die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zum Ausdruck und wies darauf hin, wie wichtg es ist, die Krankheit für die Sicherheit des Landes zu bekämpfen.

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Luftanalyse-Tool air-Q: „Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel“

reset - 2. September 2019 - 7:38
Ein kleines, smartes Tool soll helfen, die Luftqualität in Innenräumen zu verbessern. Mario Körösi von air-Q erzählt im Interview, wie der Luftanalysator funktioniert – und wie eine Party zur Entwicklung des Geräts beigetragen hat.
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SDG-Bildungswettbewerb: Your Goal - Your Action.

#HOCHN - 2. September 2019 - 0:00
Das Green Office an der Universität Hildesheim startet im Herbst den Bildungswettbewerb "Your Goal - Your Action.", ein Unterstützungsprogramm für studentische Projekte zu den SDGs.

Foto: rawpixel on pixabay

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Boris Johnson auf Kurs No-Deal Brexit

SWP - 2. September 2019 - 0:00

Boris Johnson geht auf Konfrontationskurs: Seit seiner Ernennung zum Premier­minister des Vereinigten Königreichs ordnet er die Agenda seiner Regierung dem Ziel unter, die EU um jeden Preis zum 31. Oktober 2019 zu verlassen – mit zunehmender Wahrscheinlichkeit ohne Abkommen. An seinen ersten Amtshandlungen wird deut­lich, dass der Wechsel mehr ist als eine Stabsübergabe, wie sie bei einem Führungswechsel inner­halb einer Partei üblich ist. Die Konservative Partei wandelt sich unter seiner Führung endgültig zur Partei des harten No-Deal Brexits, während die Opposition zerstritten bleibt. Ein Machtkampf mit dem Parlament ist in vollem Gange. Ange­sichts einer nur noch theoretisch denkbaren Parlamentsmehrheit sind vorgezogene Neu­wahlen unausweichlich. Entscheidend ist dabei ihr Zeitpunkt: ob vor oder nach dem EU-Austritt. In Anbetracht dessen muss auch die EU ihre Brexit-Strategie überdenken.

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E+Z - 30. August 2019 - 18:25
Leaders like Boris Johnson make it increasingly difficult to promote democracy

In recent weeks, the British government has been telling China's communist leadership that it must respect citizens' rights in Hong Kong, where pro-democracy protests have been attracting masses of people. Beijing was not impressed, not least because Hong Kong was not a democracy while it was still a British colony.

It now seems ever more likely that the Chinese regime will send in the military. In any case, repression has been intensifying in Hong Kong, so the protest movement cancelled protests planned for this weekend. Leading activists have been arrested. Nonetheless, people rallied yesterday, there were burning barricades and the police clamped down harshly. I am not sure that the British government has responded to this most recent development. What I do know is that it is now in an even weaker position to express criticism than it ever wasr. The Chinese authorities can now simply say: "Why are people demonstrating for democracy in London, Glasgow and even Exeter? And what exactly is democratic about closing down parliament in a period of important political decision-making?"

In strictly formal legal terms, Britain's prime minister is allowed to prorogue parliament. Prorogation means that the parliament is suspended for a brief period of time and all incomplete legislation is cancelled. A new session of parliament then begins with a Queen's speech in which she outlines the prime minister's policies. In normal times, prorogation lasts for one week or so. Fow it is scheduled for five weeks. It normally happens when no urgent decisions are on the agenda. In the next few weeks, important decisions must be made.

Not normal times

The United Kingdom is currently not experiencing normal times. It is about to leave the European Union on 31 October. Johnson's decision is undermining the ability of his people's elected representatives to deliberate precisely at a time when deliberation is needed. Moreover, they will not be able to do oversight of government action as they normally do.

Some British papers have done an excellent job of arguing this case. The Guardian, for example, has written: “The prime minister is fooling no one in claiming that he can do in two months what Theresa May could not do in two years. More plausible is that he’ll press ahead, if necessary, with a no-deal Brexit against the express wishes of the Commons. This is an affront to democracy.”

The Financial Times (paywall) states: “Boris Johnson has detonated a bomb under the constitutional apparatus of the United Kingdom. The prime minister’s request to the Queen to suspend parliament for up to five weeks, ostensibly to prepare a new legislative programme, is without modern precedent. It is an intolerable attempt to silence parliament until it can no longer halt a disastrous crash-out by the UK from the EU on October 31.” 

The Economist (paywall) warns that Johnson's “actions are technically legal, but they stretch the conventions of the constitution to their limits. Because he is too weak to carry Parliament in a vote, he means to silence it. In Britain’s representative democracy, that sets a dangerous precedent.”

As a German observer, I find especially infuriating that Johnson and his team are adopting rhetoric that resembles how the Nazis spoke. The Brexiteers are now arguing that the government must take decisive action because MPs have so far not adopted any clear policy on Brexit. In the early 1930s, the Nazis belittled Germany's parliament as a mere talking shop that did not get things done. Johnson and his supporters are now taking that stance in the UK. According to media reports, Johnson is even preparing an election campaign that would pit “the people” against “the parliament”.

Causes of disarray

It is worth bearing in mind why exactly the British parliament is in disarray over Brexit. Yes, a majority of British citizens voted to leave the EU in the referendum 2016, but it was not defined clearly what leaving the EU would actually mean. It may mean cutting all ties with the EU. It may mean staying in the customs union. It may mean staying in Europe's single market. When the referendum was held in 2016, the Brexiteers promised  “frictionless trade”. Now they argue that sacrifices are justified and may  be needed.

After the referendum, Johnson’s predecessor Theresa May only involved the MPs from her conservative party in the debate on how to define Brexit. They were – and are  – deeply divided. That is why May ultimately failed. The plain truth is that conservative Brexiteers contributed to the dysfunction of parliament that they now bemoan. The democratic way forward would be further debate, now involving all parties and assessing all options.

Johnson knows that he does not enjoy the support of the majority of members of parliament. Even worse, he isn't even supported by all conservative MPs. In this setting, the prorogation of parliament is plainly not normal, no matter what his team says. He claims to hope for a last-minute deal with the EU, gaining concessions the EU will only grant if it fears Britain will actually crash out. He does not deserve much trust. Action speaks louder than words – and so far he has not made any tangible proposals for what a good agreement would look like. He’s been in office for five weeks now,  and spent four of them without even reaching out to his European counterparts.

What makes everything even more bewildering is that one of the Brexiteers' most prominent goals was “to restore parliamentary sovereignty”. It is sometimes necessary to destroy a village to save it, a leading US military officer allegedly said during the Vietnam war. In a similar vein, Johnson's latest approach to empowering sovereign legislators is to shut them up. 

 

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Podiumsdiskussion: Future Food Systems

INKOTA - 30. August 2019 - 16:20
  • Wann: Montag, 9. September 2019, 17:30 - 20:00 Uhr (mit anschließendem Empfang)
  • Wo: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Unser globales Ernährungssystem befindet sich in einer Schieflage: Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Hungernden weltweit angestiegen. 821 Millionen Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Nahrung. 151 Millionen Kinder sind chronisch unterernährt, 2 Milliarden Menschen leiden unter sogenanntem verborgenem Hunger und ebenso viele Menschen sind übergewichtig. Wachsende soziale Ungleichheit erschwert den Zugang zu gesunder Nahrung für immer mehr Menschen. Das UN-Komitee für Welternährung (CFS) erarbeitet in einem Multiakteursprozess bis zum Jahr 2020 Freiwillige Leitlinien für “Food Systems and Nutrition”, die aufzeigen, welche politischen Veränderungen für eine Transformation unserer Ernährungssysteme notwendig sind. Vor diesem Hintergrund möchte INKOTA Sie herzlich einladen, mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Bundesregierung, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu diskutieren, wie wir unsere Ernährungssysteme zukunftsfähig machen können. Gemeinsam wollen wir konkrete Empfehlungen für die Leitlinien formulieren. Dabei wird es um folgende Fragen gehen: Wie müssen unsere Ernährungssysteme gestaltet werden, damit sie allen Menschen eine gesunde Ernährung ermöglichen und wir unsere Lebensgrundlagen bewahren?
Wie müssen Ernährungs-, Agrar-, Gesundheits- und weitere Politiken  dazu aufeinander abgestimmt werden?
Welche Rolle sollte die Bundesregierung spielen?
Auf dem Podium diskutieren mit:
  • Beate Kasch, Abteilungsleiterin für „EU-Angelegenheiten, Internationale Zusammenarbeit, Fischerei" im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Stefan Schmitz (tbc), Unterabteilungsleiter, Beauftragter Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Sofia Monsalve, Generalsekretärin von FIAN International, Vertreterin Zivilgesellschaftlicher Mechanismus des UN-Komitees für Welternährung (CFS)
  • Stefanie Lemke, Associate Professor, Gender, Nutrition & Right to Food Policies, Centre for Agroecology, Water and Resilience (CAWR), Coventry University und Universität Hohenheim
  • Ursula Hudson, Vorstandsvorsitzende Slow Food Deutschland e.V.
Wir würden uns freuen, wenn Sie sich den Termin freihalten könnten. Wir bitten um ihre Online-Anmeldung bis spätestens zum 2. September 2019. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Andrea Sonntag (andrea.sonntag[at]welthungerhilfe.de) und Lea Meyer (lea.meyer[at]savethechildren.de) Wir freuen uns auf eine interessante Diskussion mit Ihnen! Veranstaltungsflyer im pdf-Format
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Wie der Klimawandel Millionen Kinder bedroht

Unicef - 30. August 2019 - 11:30
Der Klimawandel hat weltweit verheerende Auswirkungen auf den Alltag von Kindern. Sie sind beeinträchtigt in ihrer Gesundheit, müssen lebensgefährliche Schulwege auf sich nehmen und können teilweise noch nicht einmal befreit atmen. Im Kampf für ihre Zukunft sind Kinder und Jugendliche eine treibende Kraft.
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Aus Sicht der Opfer

BfdW - 30. August 2019 - 8:00
Der 30. August ist der internationale Tag für die Opfer von gewaltsamen Verschwindenlassen. Im Interview gibt die mexikanische Journalistin Marcela Turati einen Überblick über aktuelle Herausforderungen und Prozesse zu diesem Thema in Mexiko.

In Mexiko gelten mehr als 40.000 Personen als verschwunden. Über die Schicksale der Verschwundenen und ihrer Familienangehörigen berichtet die Journalistin Marcela Turati seit mehr als 22 Jahren. Sie schreibt für investigative Zeitungen wie „El Proceso“ und begleitet Familienkomitees auf der Suche nach ihren Angehörigen und Gerechtigkeit. Mit anderen Journalisten gründete Marcela Turati die Webseite „Wohin gehen die Verschwundenen“, die umfassend über die Opfer und aktuelle Prozesse berichtet und gleichzeitig wichtige Informationen in bisher noch nie dagewesener Form zusammenträgt. Im Interview erklärt Marcela Turati, was Verschwindenlassen in Mexiko bedeutet und warum die aufklärerische Arbeit von Journalisten so wichtig ist.

Wie begann das Thema Verschwindenlassen in Mexiko bekannt zu werden?

1998 begann unter dem Präsidenten Vicente Fox die Aufarbeitung der ersten Fälle von Verschwindenlassen aus der Zeit des sogenannten „Schmutzigen Kriegs“ in Mexiko. Ich habe als Journalistin die ersten Ausgrabungen von Körpern und den Beginn der Suche nach Verschwundenen in den militärischen Basen begleitet. Damals gründeten sich auch die ersten Familienorganisationen. Die Mütter suchten nach ihren verschwundenen Kindern, die zwischen 1960 bis 1980 verschwanden. Sie waren in schwarz gekleidet und machten auf den Demonstrationen mit schwarz-weiß Fotos auf die unaufgeklärten Schicksale aufmerksam. Auf einer dieser Demonstrationen war auf einmal ein Foto in Farbe dabei. Es zeigte einen jungen Mann in Fußballtrikot. Seine Schwester sagte, er sei erst vor kurzem verschwunden und mischte sich unter die schwarz gekleideten Frauen – das war der erste aktuelle Fall von Verschwindenlassen, den ich wahrnahm.

Wer sind die Opfer des Verschwindenlassens?

Darüber fehlen uns noch viele Informationen. Manchmal sind es strategische Leute, wie zum Beispiel ein Journalist aus dem Bundesstaat Michoacán, der über den Diebstahl von wertvollen Mineralien berichtete, oder es sind die Leute, die für ihre Landrechte kämpfen. Aber es gibt auch ganz andere Gründe: im Bundesstaat Tamaulipas erzählten Überlebende, dass das Drogenkartell "Zetas", Reisebusse anhielt und die Kontakte auf den Handys der Passagiere durchsuchte. Wenn jemand eine Nummer aus einem bestimmten Bundesstaat gespeichert hatte, nahmen sie ihn mit, denn er könnte zu dem dort ansässigen, verfeindeten Drogenkartell gehören. Aber sie ließen auch junge Männer verschwinden, die sie für Arbeiten des Drogenkartells "rekrutieren" wollten. Es können also auch ganz absurde Gründe sein, wie ein Tattoo, dein Autokennzeichen oder einfach die in den Augen der Kartelle „falsche Uhrzeit", um auf der Straße zu sein.

Bis heute verschwinden Menschen in Mexiko. Wie entwickelte sich die derzeit hohe Aufmerksamkeit für das Thema?

2006 rief Präsident Calderón den „Krieg gegen die Drogen“ aus. Ich und alle anderen Medien waren damit beschäftigt, über die Zahl der Toten im ganzen Land zu berichten. In meinen Berichten stellte ich vor allem die Opfer der Gewalt in den Mittelpunkt. Die Berichte von Opfern zu Fällen von Verschwindenlassen wurden immer mehr. Erst da bemerkten wir als Journalisten das Ausmaß des Phänomens. Es war damals aber längst nicht bekannt. 2010 begannen die ersten Workshops zur psychosozialen Begleitung der Familienangehörigen von Verschwundenen durch die zivilgesellschaftliche Organisation SERAPAZ. Aus den gestärkten Familienkomitees entwickelte sich ein paar Jahre später die „Nationale Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko“. Die landesweite Bewegung hat eine politische Agenda entwickelt, die vom aktuellen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador zumindest teilweise aufgenommen wird.

Was sind weiterhin die größten Hindernisse für ein Ende des Verschwindenlassens?

Das sind viele, vor allem strukturelle. Straflosigkeit auf verschiedenen Ebenen – eine fehlende schnelle Antwort seitens der Regierung, die Angst die Fälle zur Anzeige zu bringen, die Zusammenarbeit von Polizei und organisiertem Verbrechen, fehlende strafrechtliche Verfolgung und ausbleibende Suche. Es fehlt weiterhin an Prävention. Zum Beispiel verschwanden 2011 einige Monate lang auf bestimmten Straßen in Tamaulipas an den immer gleichen Stellen Menschen. Die Reisebusse kamen nur mit Frauen, Kindern und älteren Menschen und den Reisekoffern an der Grenze an. Das Drogenkartell „Zetas“ zwang die männlichen Passagiere auszusteigen. Obwohl es immer wieder Berichterstattungen in den lokalen Medien dazu gab, versuchte die Regierung die Fälle zu vertuschen. Niemand aus der Regierung warnte die Menschen davor zum Beispiel in bestimmte Reisebusse zu steigen. Man hätte viele Menschen retten können, doch es wurde nichts unternommen. Wir wissen nicht mal wie viele Menschen wirklich verschwunden sind und immer noch verschwinden, weil es zu viele Datenbanken gibt, die nicht miteinander zusammenhängen. Das liegt auch am bisherigen Desinteresse der staatlichen Behörden das Thema ernst zu nehmen und zu kontrollieren. Es verschwinden weiterhin Menschen und es scheint kein Ende zu nehmen.

Waren das Desinteresse der staatlichen Behörden die Motivation zur Gründung einer eigenen Webseite zum Verschwindenlassen?

Ich habe eine Webseite gegründet, die sich speziell mit dem Verschwindenlassen von Mexikaner*innen und von Migrant*innen beschäftigt. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist seit langer Zeit der Fall von San Fernando, bei dem im Jahr 2010 72 Migrant*innen ermordet wurden. Besonders Migrant*innen sind den Drogenkartellen schutzlos ausgeliefert. Es gibt kaum ein Register darüber, weil die Familienangehörigen in Zentralamerika zu wenig Informationen haben. Aber auch in Mexiko sind die Informationen für die Familienangehörigen nur schwierig zu sichten und zu systematisieren.

Auf der Webseite „Wohin gehen die Verschwundenen“ habt Ihr eine eigene Karte mit Gräbern erstellt. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Es gab keine verlässlichen Daten zu Gräbern, außer bei der Nationalen Menschenrechtskommission und von einer Universität. Doch diese Daten beruhen unter anderem auf Zeitungsinformationen. Wir wollten aber verlässliche Fakten haben, denn die Identifizierung der Toten in den Gräbern könnte viele Fälle von Verschwindenlassen aufklären. Aber es fehlen so viele Informationen. Wir mussten immer wieder Datenbanken durchsuchen, um an verlässliche Daten zu kommen. Doch diese ändern sich immer wieder, weil die Informationen von der jeweiligen Verwaltung verändert und neu klassifiziert werden.

Wie seid Ihr an verlässliche Informationen zu den Gräbern gekommen?

Zunächst glaubten wir, wir könnten uns einfach ins Auto setzen und zu den Gräbern fahren. Doch direkt beim ersten Massengrab sagten sie uns, dass wenn wir dort reingingen, nicht mehr lebend rauskommen würden. Da wurden wir uns über die Gefahr und Absurdität unseres Vorhabens bewusst. Ebenso wurde uns deutlich, dass viele Gräber noch immer aktive Schauplätze der Kriminalität sind. Selbst wenn an einem Tag Körper beispielsweise von der Polizei gefunden werden, kommen am nächsten Tag weitere hinzu. Es sind streng kontrollierte Orte, zu denen Familienangehörige oder die Polizei nur punktuell Zutritt bekommen. Dann beschlossen wir die einzelnen Staatsanwaltschaften in den Bundesstaaten nach ihren Daten zu befragen. Das war ein sehr schwieriger Prozess, der damit anfing, dass wir lernen mussten, wie in die einzelnen Bundesstaaten die Gräber und Überreste bezeichnet werden. Es dauerte Monate bis wir unsere Informationen zusammen hatten.

Zeigt die Karte denn alle Informationen vollständig an?

Es sind nicht alle Gräber und Funde auf der Karte dargestellt.  Es gibt Probleme wie im Bundesstaat Guerrero , wo die Behörden seit fünf Jahren kein Register der Gräber führen; in anderen Bundesstaaten zählen sie nur die Gräber rund um die Hauptstadt. Manchmal hat die Staatsanwaltschaft einfach behauptet, es gäbe keine, obwohl wir wissen, dass Gräber existieren. In anderen Fällen ist die Informationsbeschaffung schlicht zu gefährlich.

Wem nutzen die zusammengetragenen Informationen zu den Gräbern?

Die Karte nutzt, um Vertuschung von offiziellen Daten vorzubeugen, Ermittlungen zu erleichtern, und die Rechte von Familienangehörigen einzufordern. Journalist*innen nutzen die Karte, um staatliche Informationen in ihren Bundesstaaten abzugleichen und auf Falschmeldungen aufmerksam zu machen. Die Familienangehörigen reklamieren bei den zuständigen Staatsanwaltschaften, dass sie nicht über bestimmte Gräber informiert wurden, obwohl diese das Grab bereits offiziell registriert hat und Körper aufgefunden wurden. Sie tun dies in der Hoffnung, dass unter den Funden ihre Verschwundenen sind. Auch die neue mexikanische Regierung nutze die Karte, um ihre erste Zählung der aufgefundenen Gräber von Januar bis Mai 2019 damit abzugleichen. Sie nahm diese Karte als Ausgangsbasis und nicht die der Nationalen Menschenrechtskommission. Zudem können Ermittler die Karte nutzen, denn sie zeigt Gräber und Funde der letzten zehn Jahre nach Bundesstaaten geordnet auf. Die Visualisierung hilft. So kann man bestimmte Logiken, wie Korridore und Routen des Verschwindenlassens zu bestimmten Zeiten erkennen.

Wird sie noch weiterentwickelt werden?

Ja, wir wollen noch historische Daten einspeisen. Dann könnte man erkennen, wann zum Beispiel noch ganze Körper in den Gräbern fand und ab wann sie verbrannt oder in Säure aufgelöst wurden. Damit kann man bestimmten, welche Methoden wann angewendet wurden und sie bestimmten Drogenkartellen zuschreiben. Außerdem soll sie von 2016 bis auf 2018 aktualisiert werden. Und es gibt noch viele weitere offene Fragen.

Wo bestehen noch blinde Flecken bei der Aufarbeitung des Verschwindenlassens in Mexiko?

Von Indigenen wissen wir sehr wenig. Beispielsweise weiß ich von einem Dorf des Bundesstaats Querétaro, aus dem die Männer immer wieder in den Norden fuhren um in den USA zu arbeiten und verschwanden. Doch die Fälle wurden nicht angezeigt. Daher wissen wir viel zu wenig, was in indigenen Gemeinden passiert. Auch Regionen, über die es kaum Berichterstattung gibt, sind betroffen. Beispielsweise werden Indigene aus der Sierra Tarahumara im Norden versklavt, ermordet und verschwundengelassen. Vor kurzem fuhr ich in ein Dorf bestehend aus nur 90 Häusern. Neun Männer aus diesem Dorf waren verschwunden. Ein massiver Einschnitt und eine Tragödie für das Dorf. Über alles was in ländlichen Gebieten geschieht, wissen wir viel zu wenig.

Für ihre konsequente Berichterstattung aus Sicht der Opfer wird Marcela Turati am 16. Oktober 2019 der Maria Coors Carbot-Preis der Columbia Universität verliehen. Wir gratulieren ihr herzlich dazu!

Thema (BfdW) : MenschenrechteLänderbezug (Lateinamerika): MexikoLinks: Verschwindenlassen: Die grausame Macht geheimer Entführungen
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