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Wissenschaftliche Konsultation zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik bis zum 31. Juli 2019

Weblinks - 7. Juli 2019 - 15:49

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  • Online-Konsultation: Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Prüfstand – bis zum 31. Juli 2019 können Vorschläge und Ideen anhand von sieben Leitfragen in die Weiterentwicklung der Strategie einspeist werden - Karsten Weitzenegger

Tags: SDG, Nachhaltige Entwicklungsziele, nachhaltigkeit, wissenschaft

by: Karsten Weitzenegger

Handelsbezogene Entwicklungszusammenarbeit 2019: Diversifizierung und Empowerment bleiben Ziele

Weblinks - 7. Juli 2019 - 13:33

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  • „Aid for Trade at a Glance 2019“ – eine Monitoring- und Evaluierungsstudie von OECD und WTO in 133 Ländern – zeigt, dass wirtschaftliche Diversifizierung und „Empowerment“ Kernziele vieler Handels‑ und Entwicklungsstrategien sind. Empowerment bedeutet dabei, durch Kompetenzen und Ausbildung auch Jugendliche, Frauen sowie Kleinst‑, Klein‑ und Mittelunternehmen die Teilhabe am internationalen Handel zu ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft kann Unterstützung leisten, indem sie günstige Rahmenbedingungen zur Handelsintegration von Entwicklungsländern schafft. - Karsten Weitzenegger

Tags: oecd, trade, tbt, AfT, wto, empowerment, diversification, sme

by: Karsten Weitzenegger

Press Statement: Sustainable development needs fundamental governance changes

Global Policy Forum - 7. Juli 2019 - 11:33

“The world is off-track to achieve the Sustainable Development Goals (SDGs). Most governments have failed to turn the transformational vision of the 2030 Agenda into real transformational policies. Even worse, xenophobia and authoritarianism are on the rise in a growing number of countries… The implementation of the 2030 Agenda is not just a matter of better policies. It requires more holistic and more sweeping shifts in how power is vested, including through institutional and governance reforms… A simple software update is not enough – we have to revisit and reshape the hardware of sustainable development, i.e. governance and institutions at all levels.” This is the main message of the Spotlight Report 2019, one of the most comprehensive independent assessments of the implementation of the 2030 Agenda. The report is launched on the day before the opening of the High Level Political Forum at the United Nations in New York by a global coalition of civil society organizations and trade unions.

Kategorien: english, Ticker

Events beim HLPF 2019

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58
Forum Umwelt und Entwicklung und Global Policy Forum sind beim High-level Political Forum on Sustainable Development 2019 in New York mit einer Reihe von Veranstaltungen präsent bzw. an diesen beteiligt. Hier finden Sie hinweise dazu in englischer Sprache.
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High-level Political Forum on Sustainable Development 2019

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58
Vom 9. bis 18. Juli 2019 findet in New York das jährlich tagende High-level Political Forum on Sustainable Development statt. Hier finden Sie einige Hinweise zum Hintergrund mit vielen Links und Kontaktinformationen.
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Soziale Ungleichheit überwinden – von der Utopie zur Realität

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wollen die Staaten Armut beenden, Wohlstand schaffen sowie Umwelt- und Klimaschutz voranbringen. Um dies zu erreichen, muss die stetig wachsende soziale, ökologische und ökonomische Ungleichheit deutlich reduziert werden – vor allem in den Ländern im globalen Süden. Aber auch in Deutschland wächst das Wohl­standsgefälle. Die Vermögensungleichheit steigt und prekäre Beschäftigungs­verhältnisse nehmen zu. Schülerinnen und Schüler gehen für mehr Klimagerechtigkeit auf die Straße. Es muss sich etwas ändern, um langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt bei uns und weltweit zu stärken.

Im Rahmen der Konferenz unterziehen wir die aktuellen politischen Entwicklungen einem Realitätscheck. In Gesprächsrunden und Fachforen diskutieren wir gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft Ideen, wie wir bei uns und weltweit die soziale, ökologische und ökonomische Ungleichheit reduzieren können, und im Sinne der Agenda 2030 »niemand zurücklassen«.

Bitte merken Sie sich den Termin vor. Sie können sich gern auch jetzt schon anmelden.

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4 Jahre Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

Berlin, 26.06.2019 – Anlässlich des öffentlichen Fachgesprächs im Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Deutschen Bundestag zum Thema “4 Jahre Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – Fazit und Ausblick” stellt Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt & Entwicklung, fest:

Unter dem Titel „Genug herausgeredet: Höhenangst überwinden!“ haben wir gemeinsam mit 135 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen abgrundtiefe Lücken in der Nachhaltigkeitspolitik konstatiert – würde die ganz Welt so leben wie Deutschland, bräuchten wir 3 Planeten. Und wir haben festgestellt, dass der erhoffte Weckruf durch die Verabschiedung der Agenda 2030 bisher nahezu ungehört verhallt ist.

Dass ein Exportweltmeister einen ziemlich großen ökologischen Fußabdruck hat, kann eigentlich nicht verwundern. In den letzten Jahrzehnten seit der Rio-Konferenz 1992 sind auf dem Weg zur Nachhaltigkeit nicht wirklich viel vorangekommen. Noch immer hat Deutschland einen Pro-Kopf-CO2-Ausstoß von ca. 10 Tonnen pro Person und Jahr – nachhaltig wäre etwa ein Fünftel bis ein Viertel davon. Die Deutschen verbrauchen 16,2 Tonnen Rohstoffe pro Kopf und Jahr, das sind 44 kg am Tag, Tendenz steigend – doppelt so viel wie der Welt-Durchschnitt. Dieses Verbrauchsmuster setzen wir mit der Energiewende, den Elektroautos, der Digitalisierung und all den HiTec-Infrastrukturen nahtlos fort: von der Weltproduktion von Lithium von knapp

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Neue Gentechnik – Zwischen Labor, Konzernmacht und bäuerlicher Zukunft

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

Vor wenigen Jahren ging eine Revolution durch die Labore dieser Welt: Mithilfe neuer gentechnischer Verfahren ist es nun möglich, präzise und weitreichender als bisher einzelne Gene im Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen zu verändern. Diese neuen molekularbiologischen Verfahren gehen weiter als herkömmliche Gentechnik und ermöglichen die Bildung genetischer Kombinationen, die in dieser Form nicht durch natürliche Mutation entstehen können. Die Anwendungsfelder neuer Gentechnik sind vielfältig und die Versprechungen der BefürworterInnen reichen vom Schutz der biologischen Vielfalt und menschlichen Gesundheit durch einen geringeren Chemikalieneinsatz auf Feldern, da herbizidresistente Pflanzen gezüchtet werden können, über die Vernichtung von Krankheiten wie Malaria, da Überträgermücken ausgerottet werden könnten, bis hin zu Bekämpfung des weltweiten Hungers. Doch sieht so eine nachhaltige, gesunde Zukunft aus?

In dieser Ausgabe wird deutlich, dass es in der Debatte um neue Gentechnikverfahren nicht in erster Linie um molekulargenetische Themen, sondern um landwirtschaftliche und ökologische Fragen geht. Wie kann eine gesunde Ernährung mit den notwendigen Maßnahmen zur Abwehr der Klimakrise oder des dramatischen Artensterbens vereinbart werden? Wie kann die massive Verdrängung bäuerlicher Strukturen im Norden gestoppt und kleinbäuerlich geprägte Agrarsysteme im Globalen Süden unterstützt werden, die mit ihrer Arbeit über 70 Prozent der Welternährung sichern?

Schon heute kontrollieren multinationale Konzerne zu großen

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Viele Worte, wenig Taten: UN-Nachhaltigkeitsziele könnten scheitern

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

2015 hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, bis 2030 gemeinsam zu einer besseren ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung beizutragen. Im September 2019 kommen die Staats- und Regierungschefs erstmals wieder in New York zusammen, um Zwischenbilanz zu ziehen. Der aktuelle SDG-Report zeigt, dass die Weltgemeinschaft zwar viel über die Nachhaltigkeitsziele redet, aber zu wenig in ihre Umsetzung investiert.

Vor vier Jahren haben sich 193 Staaten auf die Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) geeinigt. Die Bekämpfung von Armut und Hunger gehört ebenso dazu wie die Verpflichtung zu mehr Klimaschutz oder besseren Bildungschancen. Dieses Jahr wollen die Staats- und Regierungschefs erstmals für eine Zwischenbilanz zusammenkommen. Die Ergebnisse dürften ernüchternd ausfallen: Die aktuelle Ausgabe des SDG-Reports zeigt, dass kein Land auf dem Weg ist, alle Ziele bis 2030 zu erfüllen.

Die Industrieländer spielen bei der Umsetzung eine zwiespältige Rolle: Einerseits kommen sie der Erfüllung der Ziele am nächsten. Andererseits verursachen sie durch Konsumvorlieben und Lebensstandards hohe ökologische und wirtschaftliche Kosten für Drittländer. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Sustainable Development Reports, herausgegeben von uns und dem Sustainable Development Solutions Network (SDSN). Mit dem Report messen die Autoren seit 2015, wo die Weltgemeinschaft bei der Umsetzung der Ziele steht.

Auf struktureller Ebene kritisieren

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Unsere nachhaltige Zukunft muss jetzt beginnen

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

Gemeinsam haben 151 europäische Organisationen der Zivilgesellschaft, die im EU-Kontext aktiv sind, einen offenen Brief an die Spitze der Europäischen Union verfasst. Sie fordern, alle politischen Entscheidungen der EU am Prinzip der nachhaltigen Entwicklung auszurichten.

Nachfolgend die deutsche Übersetzungen (Original in Englisch) des offenen Briefs an die EU-Spitze.

Unsere nachhaltige Zukunft muss jetzt beginnen

Sehr geehrte Staats- und Regierungschefs der EU,

die Gesellschaft nimmt an, dass die Erwachsenen die Kinder unterrichten, doch nun sind es unsere Kinder, die die Erwachsenen mit ihren regelmäßigen Protesten weiterbilden, indem sie Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Lebensstile fordern. Darüber hinaus wurden die Straßen Europas, von den Metropolen bis zu den kleinsten Städten, Schauplätze regulärer Demonstrationen mit Forderungen nach mehr Klimaschutz, einer Rebellion gegen das Artensterben (im engl. Original: extinction rebellion) sowie nach Frauenrechten und sozioökonomischer Gerechtigkeit.

Im Lichte der EU-Wahlen, bei der die Wahlbeteiligung den höchsten Stand seit 20 Jahren erreichte und die eine signifikante Zunahme der Unterstützung für progressive Anliegen verzeichnete, ist eindeutig, dass EU Bürger*innen jetzt engagierter auf EU-Ebene sind als in den letzten 20 Jahren – und so ein wirksames und praktives Gegenmittel gegen den Euroskeptizismus darstellen. Wie Abstimmung nach Abstimmung belegt, fordern EU Bürger*innen eine Europäische Union, die soziale und ökologische

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Warum die Agenda 2030 (noch) nicht dazu beiträgt, die Gendergerechtigkeitsbewegung in Deutschland voranzubringen

#2030Agenda.de - 5. Juli 2019 - 17:58

Das neu veröffentlichte Diskussionspapier von Hannah Birkenröter, Gabriele Köhler und Anke Stock ist Teil einer 7-Länder Studie, geführt von UN Women, um das Streben nach Geschlechtergleichstellung im Kontext der 2030 Agenda.

Diese Studie befasst sich mit der Rezeption der Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (2015), und insbesondere, inwieweit das nachhaltige Entwicklungsziel 5 zu Geschlechtergerechtigkeit Bundespolitik beeinflusst. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland bislang kein erkennbarer Anstoß der Agenda auf die Frauen*bewegung und den Kampf um Gleichberechtigung zu verzeichnen ist. Das Ergebnis überrascht insofern, als der gesamtheitliche Anspruch der Agenda 2030 gerade dadurch einen “Mehrwert” bietet, dass sie herkömmlich eher nicht miteinander verknüpfte Politikbereiche - Geschlechter-, soziale, und Klimagerechtigkeit - zusammenführt und auf eine neue Ebene heben könnte.

Ausgehend von 28 Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Ministerien, Zivilgesellschaft und der Wissenschaft, verzeichnet die Studie verschiedene Dissonanzen. Es fehlt an Kohärenz auf ministerieller Ebene, sowie zwischen Regierung und Zivilgesellschaft – eine horizontale Kluft. Auch mangelt es an einer Verbindung zwischen der Agenda 2030, einer multilateralen Vereinbarung, und ihrer Umsetzung in nationale Sozial- oder Wirtschaftspolitik – eine vertikale Kluft.

Diese mag damit zusammenhängen, dass die Agenda nicht verbindlich ist; dadurch hat sie nur begrenzte Durchschlagskraft für wirklich

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05.07.2019 Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai – Forderung nach mehr Investitionen in Bildung

BMZ - 5. Juli 2019 - 17:00
Derzeit können schätzungsweise 200 Millionen Kinder weltweit keine Schule besuchen. Besonders betroffen sind Mädchen in afrikanischen Ländern, in Pakistan und in Indien. Beim G7-Gipfel der Entwicklungsminister in Paris forderten die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Staaten auf, ein Recht auf Schule für alle zum Schwerpunkt internationaler Politik zu machen. Ebenso gelte es, das Verbot von Kinderehen ...
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Potenziale der Landwirtschaft

#Bundestag - 5. Juli 2019 - 16:58
Potenziale der Landwirtschaft - Entwicklung/Kleine Anfrage
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Perspektiven für Rohingya

#Bundestag - 5. Juli 2019 - 16:58
Perspektiven für Rohingya - Entwicklung/Kleine Anfrage
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Weltpolitik hautnah: Unser Treffen mit einem G7-Sherpa

ONE - 5. Juli 2019 - 15:58

Bald ist wieder G7-Gipfel. Dieses Jahr möchten wir echten Fortschritt für Frauen und Mädchen weltweit sehen. Deshalb haben wir uns mit dem G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller getroffen und mit ihm über unsere Forderungen gesprochen. Hier berichtet Jugendbotschafterin Luisa von ihren Eindrücken des Treffens.

 

Aktivismus kennt kein Hitzefrei! Den sommerlichen 32°C zum Trotz, haben wir, eine Gruppe Jugendbotschafter*innen von ONE, die Möglichkeit genutzt, um uns für Geschlechtergerechtigkeit und das Ende extremer Armut einzusetzen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf den G7-Gipfel im August, konnten wir uns mit G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller im Bundeskanzleramt treffen.

Sherpas sind die Chefunterhändler*innen der Regierungen, die das internationale Gipfeltreffen vorbereiten. Professor Röller hat diese Rolle nun schon seit 2011 inne und ist ebenfalls wirtschaftspolitischer Berater der Bundesregierung – ein einflussreicher Gesprächspartner also. Dementsprechend aufgeregt waren wir natürlich auch!

Es steht Einiges auf dem Spiel

Bei unserem Treffen hatten wir die Möglichkeit Professor Röller unseren offenen Brief zu überreichen und mit ihm über die Gleichstellung von Frauen und Mädchen, extreme Armut und eine gerechte Entwicklungszusammenarbeit zu sprechen. Das war uns ein großes Anliegen, denn schließlich steht einiges auf dem Spiel.

Die G7 sind ein wichtiges Forum, in dem die Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Kanadas und der USA aufeinandertreffen und versuchen, sich auf gemeinsame weltpolitische Positionen zu einigen. G7 bzw. G8 Gipfel (bis 2014 war Russland noch dabei) haben eine lange Geschichte. Schon 1975 fand ein Treffen in Frankreich statt, das man als Vorläufer der heutigen Gipfel ansehen kann. In diesem Jahr findet G7 wieder in Frankreich statt, und zwar in Biarritz.

ONE fordert: Echter Fortschritt, keine leeren Versprechen

Die perfekte Möglichkeit etwas zu bewegen

Der Gipfel bietet die perfekte Möglichkeit, um wirklich etwas zu bewegen. Denn die dort vereinten Staaten sind die größten Geber von Entwicklungsgeldern weltweit. Außerdem werden auch Vertreter*innen der Regierungen von Südafrika, Senegal, Ruanda, Burkina Faso und Ägypten (als aktueller Vorsitz der AU Kommission) teilnehmen. Wir finden, dass dies der Startschuss für eine Partnerschaft mit Afrika auf Augenhöhe sein sollte. Zudem hat Frankreich als Gastgeber die Bekämpfung von Ungleichheiten sogar als das zentrale Thema des diesjährigen G7-Gipfels festgelegt.

Über 138.000 Unterstützer*innen haben mittlerweile unseren offenen Brief unterzeichnet, den wir Professor Röller überreichen konnten. Dieser Brief wurde von mehr als vierzig Aktivistinnen aus 15 Ländern Afrikas mitverfasst, darunter beispielsweise die erste Jugendbeauftragte der Afrikanischen Union Aya Chebbi. Diese Frauen, die wirklich in vorderster Reihe für die Gleichheit der Geschlechter eintreten, möchten nicht unser Mitgefühl. Sie fordern Taten, damit wir nicht noch 108 Jahre auf echte Gleichberechtigung warten müssen. Dem schließen wir uns an. Denn Geschlechtergleichheit muss höchste Priorität erhalten – beim G7-Gipfel und darüber hinaus. Was wir konkret fordern, könnt ihr hier nachlesen.

Jugendbotschafter*innen in Aktion

Jetzt heißt es: Dran bleiben!

Wir sind auf jeden Fall bestärkt aus dem Treffen hervorgegangen. Aber jetzt heißt es: Dran bleiben!  Denn wir möchten echten Fortschritt und nicht bloß Versprechen. Schließlich drängt die Zeit. Bis 2030 will die Weltgemeinschaft extreme Armut und vermeidbare Krankheiten beenden. Auch geschlechterbedingte Ungerechtigkeit soll bis dahin ein Ende finden. Und auch, wenn sich in diesem Bereich schon manches bewegt hat, gibt es bis dahin noch Einiges zu tun!

Du möchtest unsere Jugendbotschafter*innen in ihrer Arbeit unterstützen? Dann unterzeichne unseren offenen Brief. Denn: Im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit zählt jede Stimme!

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The Winner takes it all?!

BfdW - 5. Juli 2019 - 14:17
Die 42 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – knapp 4 Milliarden Menschen. In dem Bildungsmaterial „The Winner Takes It All?“ werden neue Methoden zum Thema soziale Ungleichheit für Jugendliche und junge Erwachsene vorgestellt.

Die 42 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – knapp 4 Milliarden Menschen. Und wie ist es in Deutschland? Auch hier nimmt Ungleichheit zu – in vielen Städten wird Wohnraum zunehmend zu einem Luxus, den sich nur noch Reiche leisten können.

Aber wie kann Bildungsarbeit zum Thema soziale Ungleichheit aussehen? Wie  kann die Geschichte und Gegenwart von Ungleichheit in Deutschland und global didaktisch so aufbereitet werden, dass es interessant, verständlich und auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist. In dem Bildungsmaterial „The Winner Takes It All?“ werden neue Methoden zum Thema soziale Ungleichheit für Jugendliche und junge Erwachsene vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf Methoden, die die Teilnehmer*innen aktivieren.

Der Inhalt des Heftes teilt sich in zwei Module. Das erste Modul beschäftigt sich mit Kolonialismus als vergessene Wurzel von Europas Reichtum. In diesem Modul schaffen verschiedene Methoden einen Einstieg zu den Fragen, was Kolonialismus ist, welche Auswirkungen er bis heute (nicht nur) auf globale Ungleichheit hat und wie Europa heute mit seiner Kolonialgeschichte umgehen sollte. Das zweite Modul beschäftigt sich mit Ungleichheit im Kapitalismus: Wie entsteht im heute weltweit dominanten Wirtschaftsystem Ungleichheit, warum ist die Ungleichheit in Deutschland in den letzten Jahrzehnten größer geworden, welche Folgen hat Ungleichheit und welche Gegenstrategien gibt es?

Die Methoden wurden im Rahmen der Bildungsarbeit in Freiwilligendiensten (z.B. Freies Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst) entwickelt und mehrfach praktisch erprobt. Sie eignen sich neben der außerschulischen Bildungsarbeit aber auch für den Schulunterricht und wurden bereits in der 9. und 11. Klasse erfolgreich eingesetzt. Das Bildungsmaterial wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von AWO International, dem Bundesjugendwerk der AWO,  Brot für die Welt und EPIZ entwickelt.

Sie können es hier als PDF herunterladen. Außerdem bieten wir Ihnen die passenden Powerpoint-Präsentationen für die Methoden der Broschüre zum Download an.

Thema (BfdW) : UngleichheitKinder und JugendlicheDownload:  The Winner takes it all (PDF) PPT Kolonialismus Quiz PPT Planspiel Kapitalismus PPT Reichtum der Queen PPT SDG Einführung
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BS/SDG Index: Can progress on sustainable development be reduced to a single number?

VENRO - 5. Juli 2019 - 13:31

Denmark, Sweden and Finland are the top ranking countries in terms of sustainable development, while Niger, Chad and the Central African Republic are the worse performers, according to the Sustainable Development Report 2019. The rankings in the report are surprisingly correlated to the outcomes of the Human Development Index.

The Sustainable Development Report 2019 was recently launched by the Bertelsmann Foundation of Germany and the Sustainable Development Solutions Network (SDNS), based in New York and Paris.* It includes 17 “dashboards” with indicators selected by the authors for each of the 17 Sustainable Development Goals, and a Global SDG Index that summarizes them in a single number and allows for the ranking of the 162 countries for which enough data are available.

The numbers of the BS/SDG Index are surprisingly similar to those of the Human Development Index (HDI) that UNDP publishes every year (see graph below) with a correlation coefficient of 0.91 (where 1.0 indicates perfect correlation and 0.0 means no relation at all). In other words, if you know a country’s HDI value, you can forecast its BS/SDG ranking with 91 percent precision. Thus, the new index only adds minor details to what we already know.

BS/SDG index and HDI are highly correlated

Source: Graph by the author with data from the BS/SDG Index and UNDP’s HDI.

This high correlation was not to be expected if we remember that the HDI reflects only three factors (income, health and education), while the BS/SDG index intends to reflect all of the goals, from the well-being and gender dimensions of poverty, hunger, health and education (Goals 1 to 5) to environment (SDGs 12 to 15), governance (SDG 16) and implementation (SDG 17).

The 2030 Agenda that frames the SDGs calls itself “transformational” in its very title and has been hailed as a “paradigm change”. Shouldn’t that be reflected in an index that claims to measure progress towards achieving it?

Development used to be conceived as a synonym of economic growth and the OECD still “graduates” countries out of their condition of potential recipients of ODA based on the World Bank threshold between high middle income and high income countries.

In the nineties, the HDI nuanced per capita GDP by adding well-being considerations and showing that countries with similar income levels could have very different “human development” results. Now “sustainable development” further expands the concept, introducing inequalities, governance and the environment into the picture.

For example, one of the new indicators incorporated in the SDGs and not previously considered in development indexes is the number of homicides per 100,000 deaths. The ranking of countries in that indicator does not correlate at all with per capita income or HDI and among the ten best ‘performers’ we find some of the richest and some of the poorest countries in the world. Among the “bottom ten”, the countries with the highest proportion of homicides, mostly middle income countries are found, with extreme inequalities being the only obvious common denominator.

Source: UNODC United Nations Office on Drugs and Crime

Yet, even when they perform better than the UK or Switzerland in this indicator, Burkina Faso and Indonesia end up ranked 141 and 102 respectively, out of 162 countries in the BS/SDG Index. This is due to their non-violence being averaged away, within SDG 16, by other indicators such as property rights (as assessed by the World Economic Forum) or press freedom (as evaluated by Reporters Sans Frontières).

The Index is built, precisely, by averaging first all the indicators for each SDG and then averaging those averages, giving the same value to each indicator within a goal and to each of the 17 SDGs in the total. This method seems logical in the case of health (SDG 3), where 13 basic health-related indicators, ranging from maternal mortality to the percentage of smokers in the population are computed, as ultimately all of them relate to health policies or service delivery. It is less obvious what the meaning of the cocktail is in the case of Goal 16, which averages the three indicators mentioned (homicides, press freedom and property rights) with the corruption perception index of Transparency International, child labour (measured by UNICEF), arms exports (reported by the Stockholm Peace Research Institute) and the Gallup poll about how safe people feel when walking alone at night.

The selection of which indicators to include or not is conditioned, obviously by the availability of data, but it is also an arbitrary choice of the authors. Thus, for example, three poverty indicators form the index for SDG1 (population under the US$1,90 and US$3.20 poverty lines and, for OECD countries, 50% below the median income). But the coverage of social security is not in the list, even when it is an explicit target of SDG1 and abundant data are provided by the ILO.

As independent research institutions, Bertelsmann and SDSN are free to make any choices they want. The BS/SDG Index and Report are not official UN documents, but some confusion is unavoidable when the SDSN, one of the two institutional authors, calls itself “a global initiative for the UN” (emphasis added) and claims to operate “under the auspices of the UN Secretary-General” and adds the UN acronym to its name on its website: www.unsdsn.org.

But the way in which the BS/SDGs Index accounts for the goals only partially reflect the official 2030 Agenda.

For SDG 10, for example, only one indicator for domestic inequalities is used, the Gini index of income for each country, ignoring that this goal requires to “reduce inequalities within and among countries” (emphasis added).

In the case of climate change (SDG 13), the CO2 emissions indicator is supplemented with an indicator on imported CO2 emissions embedded in traded goods (carbon footprint), but fossil fuel exporters are penalized with the carbon equivalent of their exports, thus double counting the emissions (in the country of production and in the country of consumption) and under counting the damage produced by countries that consume their own fossil fuels. Further, all these indicators are expressed on a per capita basis, and as a result the US, which is the largest fossil fuel producer of the world is listed with per capìta exports of less than one tonne per year, while Ecuador, who is a marginal producer, exports four times more fossil fuels per capita due to its small population and very low local consumption.

To make matters worse, the climate indicators cocktail also includes as an indicator the number of people affected by climate-related disasters. The Philippines, which has low emissions and moderate fossil fuel exports gets an orange colour average on climate traffic light ranking because of the millions of victims of climate-related disasters… caused by the emissions of other countries.

The statistical audit of the SDG report by the Joint Research Centre (JRC), the European Commission’s science and knowledge service, finds out that “some countries that have poor performance on SDG12 (on sustainable production and consumption patters) and SDG13 (on climate) have good performance on all the other goals and vice-versa. (…) The top five countries in the index are ranked among the bottom positions of SDG12 and SDG13. For example, Sweden tops the list on the SDG Index, but is on the 138th position on the SDG12 ranking. On the other direction, Central African Republic which is at the bottom of the SDG Index gets the second best position on SDG13.”

This observation reaffirms what the Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress, led by Nobel Prize winners Amartya Sen and Joseph Stiglitz had said already in 2009: “The assessment of sustainability is complementary to the question of current well-being or economic performance, and must be examined separately. (…) For instance, confusion may arise when one tries to combine current well-being and sustainability into a single indicator. To make an analogy, when driving a car, a meter that added up in one single number the current speed of the vehicle and the remaining level of gasoline would not be of any help to the driver. Both pieces of information are critical and need to be displayed in distinct, clearly visible areas of the dashboard.”

The BS/SDG Index uses the term “dashboards” to name each of the 17 averages. In the final average of averages, the two SDGs where rich countries perform poorly are outnumbered by 15 others that are shaped to correlate with conventional development rankings. The final ranking is affected both by the decision to weight each of the 17 goals equally in the average, but also by the decision to not include in each goal’s score the implementation targets that usually require from the richest support for those left behind. While the poor performance in well-being indicators of poorer countries is counted on each goal’s average, the failure of rich countries to support them, as required in the implementation target of every one of the SDGs, is only counted only once, in the average for SDG17. Within the many indicators within the SDG 17 “dashboard”, a bad cooperation performance can be compensated by higher domestic spending in health and education.

The SDG Index has no space for the notion of limited “stocks” (of air, water, biodiversity or minerals) that are being depleted in unsustainable ways by a few while the majorities lack the minimum resources for a decent life. But the Index does acknowledge that there are “spillovers”, negative or positive, of national activities over other countries and it creates a country by country “spillover score” averaging indicators that range from tax havens (based on Oxfam data) and financial secrecy (based on Tax Justice Network data) to the amount of accidents at work embodied in imported goods to arms exports. Official Development Assistance is counted for as “positive spillover” as well as contributions to peacekeeping.

Even acknowledging that “environmental spillovers can be generated in two ways: i) transboundary effects embodied in trade; ii) direct cross-border flows in air and water,” the 2019 report “only includes indicators on environmental spillovers into trade” because “generating global measures of cross-border flows available at the country level remains an important research agenda”.

This leaves out problems of cross-border water appropriation or contamination, but also greenhouse gas emissions, which is an issue of enormous international concern. This option by the authors is difficult to understand, since data about emissions are abundant. An indicator on “imported biodiversity threats” is included under SDG15, one on “imported water depletion” is part of the average for SDG6 and one on “imported fatal work accidents” in SDG8, but climate change related deaths are attributed in SDG13 to the countries where they happen, and not to those responsible for the greenhouse gas emissions?

Spillover Score: The worst offenders and the good planetary neighbours

Source: Online database for the BS/Sustainable Development Report 2019

The author of this blog computed a negative correlation factor of -0.5 between the GSI and the spillover score, a number which can be considered as a “relatively strong inverse correlation” in social sciences. The higher a country is ranked in GSI, the worse its negative spillovers, as defined by the very same SDG report. Yet, instead of pointing to that negative correlation, which leads to uncomfortable questions of causality, the authors prefer to comment that “there is high variation in spillovers among countries with a similar per capita income. This suggests that countries can reduce their negative spillover effects without reducing their per capita incomes.”

Thus, the problem is portrayed as one of policy options by each country, ignoring the notion of trade-offs between, for example, economic growth and environmental protection and downplaying the role of multilateral agreements, like the conventions on climate change or on biodiversity in defending the global commons.

Further, the spillover “score” that averages a complex mix of economic, environmental and security indicators is expressed on a per capita basis, and the emphasis on trade and non-inclusion of climate produces a table (see above) where “on a per capita basis, small countries with large trade intensity – such as Luxembourg, Singapore and Switzerland – generate the highest negative spillover effects.” This seems to suggest that trade itself is to blame for the spillover, instead of explaining that this is the result of only computing, for example, the water depletion, without accounting for the domestic depletion, that tends to be larger in larger countries, less dependent on foreign trade.

Similarly, the per capita computation of spillovers can be very useful to attribute comparable moral responsibilities. Yet, whatever the faults of a small country like Cyprus, its global impact is limited by size. The report does not make any attempt to measure the absolute spillovers, which would not exempt the small-sized culprits from their sins but could help to better understand the global problems and where to start tackling them.

“Development” used to be understood as a linear progression from low to high, from poor to rich, judged by a single number, be that per cápita GDP or HDI. The Commission on the Measurement of Economic Performance and Social Progress strongly warned against using a single number to measure sustainability, as that could create “confusion”, even when recognizing that “ there are strong demands to develop a single summary measure”. The SDG report ignores the warning and tries to satisfy such demand by picturing the achievement of the SDGs as a kind of Olympic games, where countries accumulate medals in different disciplines. As in the Marathon, some runners will reach the goal faster than others, but eventually with some effort all will get there and the more advantageous might give some advice, encouragement and good example to those following behind.

The GSI as a summary measure ends up being so similar in its ranking to what we already know from the Human Development Index, that it can only support the continuation of the existing development strategy. Rich countries are encouraged to contribute more ODA and more peacekeeping and given a gentle slap on the wrist for their insistence on some bad practices like exporting arms or attracting illicit financial flows, making it harder for poor countries to become like the Nordics. But, ultimately, if we are not “on track” to reach all goals what we need to do is “accelerate” what we are already doing.

But, what if instead of a quest for more medals, the trade-offs were addressed? As the evidence mounts that “business as usual” is not delivering the expected results by 2030, this is the question that country leaders and the international development system need to address in their review of the 2030 Agenda.

 

This blog post was first published by Global Policy Watch.

 

*Sachs, J., Schmidt-Traub, G., Kroll, C., Lafortune, G., Fuller, G. (2019): Sustainable Development Report 2019. New York: Bertelsmann Stiftung and Sustainable Development Solutions Network (SDSN). Available at: http://unsdsn.org/

Venezuela: UN fordern Ende der Menschenrechtsverletzungen

Vereinte Nationen - 5. Juli 2019 - 12:42

05. Juli 2019 – Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat die venezolanischen Behörden dazu aufgefordert, umgehend Maßnahmen gegen die weitverbreiteten Rechtsverletzungen gegen die Bevölkerung des Landes zu ergreifen. Weiter sagte sie, dass die Behörden in Venezuela daran arbeiten sollen, „diese alles verzehrende Krise“ zu lösen.

Michelle Bachelets Appell an die Regierung von Nicolas Maduro geht ihrer Rede vor dem Menschenrechtsrat am Freitag voraus und folgt ihrem offiziellen Besuch in Venezuela vom 19. bis 21. Juni.

Mit Ihren Ausführungen reagiert sie auch auf die Veröffentlichung eines neuen Berichts des Amtes des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) zu Venezuela. Dieser wurde von den Mitgliedern des Menschenrechtsrats beauftragt, wegen bestehender Bedenken zur Situation in Venezuela.

Frühere OHCHR-Berichte sprachen von Tötungen, der Anwendung übermäßiger Gewalt gegen Demonstranten, willkürliche Inhaftierungen, Misshandlungen und Folter. Die neueste Veröffentlichung warnt: "Wenn sich die Situation nicht verbessert, wird der beispiellose Zustrom venezolanischer Migranten und Flüchtlinge anhalten und die Lebensbedingungen der verbleibenden Menschen werden sich verschlechtern."

In Anbetracht der Notlage der venezolanischen Zivilbevölkerung berichtet OHCHR, dass „große Teile der Bevölkerung keinen Zugang zur Verteilung von Nahrungsmitteln haben. Besonders betroffen seien Frauen, die "durchschnittlich 10 Stunden pro Tag in der Warteschlange stehen", für Nahrungsmittel die "zunehmend knapp und unerschwinglich werden".

Die Gesundheitsversorgung wird auch als „katastrophal“ bezeichnet, da es in Krankenhäusern an Personal, Versorgung, Medikamenten und Elektrizität mangelt, um lebenswichtige Maschinen am Laufen zu halten. Zwischen November 2018 und Februar 2019 starben 1.557 Menschen aufgrund mangelnder Versorgung in Krankenhäusern, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf eine nationale Krankenhausumfrage.

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Der Washington-Konsensus lebt

Baustellen der Globalisierung - 5. Juli 2019 - 12:27
Die Nominierung von Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschäftsführende Direktorin beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlreiche unerledigte Aufgaben hinterlässt. Neben einer gründlichen Demokratisierung der Governance-Strukturen des Fonds sind das vor allem die zahlreichen politischen Konditionen der IWF-Kredite, die immer noch einem weitgehend neoliberalen Konsens folgen. In einem Interview, das ich anlässlich des 75 Jahrestages der Bretton-Woods-Institutionen Martin Ling vom Neuen Deutschland gegeben habe, erläutere ich die Problematik:


Seit dem Beginn der Schuldenkrise mit der Zahlungsunfähigkeit Mexikos 1982 sind der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank gewichtige Player in der Entwicklungsfinanzierung. Bei der IWF/Weltbank-Tagung 1988 in Westberlin wurde skandiert: »IWF Mördertreff!« Taugt dieses Feindbild immer noch?


Ich fand diese Charakterisierung damals schon nicht sehr treffend. Insbesondere der IWF übernimmt wichtige Regulierungsaufgaben in der Weltwirtschaft und hat eigentlich die Aufgabe, die Weltwährungsordnung zu stabilisieren. Bis 1973 hatte der IWF auch die Aufgabe, das System der festen Wechselkurse zu überwachen, das dann von den USA gecrasht wurde, als US-Präsident Richard Nixon die Golddeckung für den US-Dollar aufhob. Der IWF ist lender of last resort, also Kreditgeber in letzter Instanz. Länder in Zahlungsschwierigkeiten können sich in der Not an den IWF wenden, wenn kein anderer institutioneller Kreditgeber mehr zur Verfügung steht. Die Funktion des IWF, kurzfristige, unbürokratische Überbrückungskredite im Falle von Zahlungskrisen bereitzustellen, macht Sinn.


Aber der schlechte Ruf kommt doch nicht von ungefähr ...


Nein. Der IWF ist vor allen Dingen wegen der Bedingungen der Kreditvergabe in Verruf geraten. Darauf zielte auch im wesentlichen die Kritik am Rande der Westberliner IWF/-Weltbank-Jahrestagung. Die Kreditvergabe wurde vom IWF mit neoliberalen wirtschaftspolitischen Vorgaben verknüpft, die Sozialpolitik war zweitrangig, Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitssektor wurden zum Defizitabbau auferlegt. Der Abbau des öffentlichen Sektors, die steigende Arbeitslosigkeit und andere soziale Probleme brachten ganze Gesellschaften in tiefe Krisen.


Bei den Vorgaben wurde der sogenannte Washington-Konsensus zugrunde gelegt, jenes Entwicklungskonzept, das der IWF und die Weltbank im Verein mit der Regierung der USA und den anderen in Washington ansässigen Finanzinstitutionen ab Ende der 80er Jahre propagierten. Der Dreiklang aus Privatisierung, Liberalisierung und Defizitreduzierung war in den Strukturanpassungsprogrammen für die Schuldnerländer gesetzt. Was ist davon geblieben?


Der Washington-Konsensus wurde vielfach für tot erklärt. Es wurde ein »Post-Washington-Konsensus« proklamiert, der eine alternative Politik einleiten sollte. De facto feiert der Washington-Konsensus aber nach wie vor fröhliche Urständ. Defizitreduzierung bei den öffentlichen Haushalten steht heute ganz oben an bei vielen Staaten, auch ohne dass mit dem IWF ein Stand-by-Arrangement, also ein Bereitschaftskreditabkommen, getroffen wurde. Liberalisierung ist der allgemeine Trend, und Privatisierung ist nach wie vor in Mode. Man müsste noch als viertes Stichwort Deregulierung hinzufügen. Auch das ist nach wie vor Praxis. Und in Form politischer Bedingungen auch nach wie vor mit IWF-Krediten verknüpft.


Vor der Eurozonen-Krise gab es Abgesänge auf den IWF. Vor allem das Missmanagement der Asienkrise in den 1990er Jahren hatte seinen Ruf schwer geschädigt. Ist die Bedeutung nach dem IWF-Engagement in der Griechenland-Krise wieder gewachsen?


Ja, aber weniger wegen des Griechenland-Engagements. Da plädierte der IWF für ein größeres Entgegenkommen, was die Schuldentragfähigkeit des Landes betraf, als der Rest der Troika, sprich die EU-Kommission und die Europäische Zen-tralbank. Aber die wieder gewachsene Bedeutung des IWF liegt daran, dass er ein gefragter Kreditgeber ist, sowohl in Schwellenländern als auch vor allen Dingen in ärmeren Ländern. Der neueste Schuldenreport weist darauf hin, dass 122 von 154 untersuchten Ländern wieder kritisch verschuldet sind.


Kritisch verschuldet ist auch mal wieder Argentinien. 2018 erhielt die neoliberale Regierung von Mauricio einen IWF-Kredit in Rekordhöhe von 57 Milliarden Dollar. Riskant?


Ja. Argentinien befindet sich seit 70 Jahren im wirtschaftlichen Niedergang, obwohl das Land mal zu den 20 reichsten Nationen gehört hat. Die jetzige Krise ist auch ein Ausdruck davon, dass die Regierung Macri den sogenannten Geierfonds 2016 die Schulden zum Nennwert mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt hat, obwohl diese Fonds die Staatsanleihen zum Schnäppchenpreis aufgekauft hatten. Dafür hat die Regierung neue Kredite aufgenommen und einen enormen Anstieg der Verschuldung in Kauf genommen. Im Herbst stehen Wahlen an und dabei die Frage, ob es ein Comeback für Cristina Kirchner mitsamt ihrer heterodoxen Wirtschaftspolitik gibt oder ob die neoliberale Politik der Macri-Regierung ihre Fortsetzung findet. Die Präferenz des IWF ist klar: Für ihn ist Argentinien ein Prestigeprojekt und ein Land, das für die kapitalistische Entwicklung Lateinamerikas sehr wichtig ist. Der IWF hat sich dort mit einer so hohen Kreditsumme engagiert, weil Macri nicht fallen soll. Ein Scheitern dort kann sich der IWF kaum leisten.


Wie steht es um die Zukunft von IWF und Weltbank?


Der IWF ist grundsätzlich als Regulierungsinstanz sehr wichtig, müsste aber neu, anders und sozialer ausgerichtet werden. Ob die westlich dominierte Weltbank zwingend notwendig ist, ist fraglich. Sicher ist, dass es Entwicklungsbanken bedarf, um die Bekämpfung der Armut, die Eindämmung des Klimawandels und den Ausbau von Infrastruktur zu finanzieren. Die Weltbank ist aber bisher dem fossilen Modell verhaftet. Und das hat keine Zukunft.
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