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Anmeldung 21. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum

Forum Umwelt & Entwicklung - 9. Juli 2019 - 10:19
Der Seetransport als Stütze des Erfolgs der deutschen Wirtschaft Diskussion über Chancen und Schattenseiten 21. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum

 

Deutschland ist Exportweltmeister und stolz drauf. Die tiefe Integration in globale Wertschöpfungsketten wird immer wieder gerne als Wiege des hiesigen Wohlstands angepriesen. Doch wird bei diesem Handel mit Gütern selten diskutiert, wie diese überhaupt ihren Bestimmungsort erreichen – insbesondere beim internationalen Handel außerhalb der EU. Seetransport ist ein blinder Fleck im öffentlichen und politischen Interesse, insbesondere wenn es um die Fragen rund um Klima- und Arbeitsschutz geht. Dabei geht es in der Hochseelogistik nun wirklich nicht fair zu: Oft sind die Arbeitsbedingungen auf Frachtschiffen extrem prekär, mit niedrigen und spät bezahlten Löhnen, langen Arbeitszeiten und wenigen bis keinen Urlaubstagen sowie gesundheitsgefährdenden Lebens- und Arbeitsbedingungen. Zudem fahren Containerschiffe weitestgehend mit Schweröl und tragen enorm zur Verschmutzung von Meer, Luft und Klima bei. Aktuell erzeugt die Welthandelsflotte in etwa so viele Emissionen wie Deutschland insgesamt. 

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten wollen wir diskutieren, welche Herausforderungen der Seetransport mit sich bringt, und welche Lösungsmöglichkeiten für die wichtigsten Themen unserer Gesellschaft wie Klimaschutz oder Arbeitsrechte daraus folgen. Zudem stellen wir die Frage, welche Schritte die Branche bereits tätigt, welche Alternativen denkbar sind und inwiefern die Privatwirtschaft oder die Politik hier leitgebend tätig werden müssen.

 

Termin: Dienstag, 24. September 2019

Uhrzeit: 17:30 – 20:30 Uhr

Veranstaltungsort: : taz Kantine, Friedrichstraße 21, 10969 Berlin

 

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Gemeinsamer Aufruf von 20 Oberbürgermeistern und Bürgermeistern

Unicef - 9. Juli 2019 - 10:00
Mit einem gemeinsamen Aufruf an Bund und Länder fordern Oberbürgermeister/innen sowie Bürgermeister/innen aus ganz Deutschland die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Das Kindeswohl soll vorrangig berücksichtigt werden und Kinder gemäß der UN-Kinderrechtskonvention beteiligt, geschützt und gefördert werden.
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Pressestatement: Weniger Show, mehr Substanz: SDG ernst nehmen!

Forum Umwelt & Entwicklung - 9. Juli 2019 - 8:24

Pressestatement

 

Berlin/ New York, 09. Juli 2019 – Anlässlich des heute beginnen High-Level Political Forum for Sustainable Development (HLPF) werden 47 Länder über die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in ihren jeweiligen Ländern berichten. Marie-Luise Abshagen, Referentin für Nachhaltige Entwicklung im Forum Umwelt & Entwicklung, wird vom 12. bis 18. Juli vor Ort sein, blickt dem HLPF allerdings kritisch entgegen:

 

„Leider verkommt das HLPF immer mehr zu einer Tourismus-Show, bei der Staaten für ihr Land werben, aber kaum eine kritische Analyse darüber stattfindet, wie die tatsächliche Umsetzung der SDGs voranschreitet. Und das obwohl sogar der UN-Generalsekretär darauf drängt, die Anstrengungen endlich zu erhöhen. So sinnvoll die jährliche Überprüfung der SDGs im Kern auch ist, was bringt es, wenn selbst dort, wo Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus aller Welt zusammenkommen, zu wenig über die Schwierigkeiten und Lücken geredet wird. Besonders enttäuschend ist, dass die EU keinen eigenen Bericht vortragen wird, sondern nur im Rahmenprogramm sprechen wird. Damit bestätigt sich erneut, dass auch in Europa die SDGs als politisches Ziel kaum Anerkennung erfahren. Zivilgesellschaftliche Organisation aus der ganzen Welt werden aus diesem Grund beim HLPF zusammenkommen, um gemeinsam vor der UN zu sprechen und sich dafür einzusetzen, dass die SDGs endlich ernst genommen werden.“

 

Download des Statements (pdf)

 

Fachliche Nachfragen

Marie-Luise Abshagen | Referentin Nachhaltige Entwicklung
Tel: +49 (0)49 176 6313 9941
abshagen@forumue.de
@MLAbshagen

 

Presse

Ramona Bruck | Referentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0)30 – 678 1775 910
bruck@formue.de
@ForumUE

 

Weiterführende Publikationen

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Das Ampelsystem der Zukunft?

reset - 9. Juli 2019 - 6:05
Im Hamburger Hafen wird ein KI-basiertes Ampelsystem entwickelt, das Verkehrsströme effizienter steuern soll.
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Polens unersetzbarer Partner

SWP - 9. Juli 2019 - 0:00

Zwischen Polen und den USA hat sich in den Jahren nach 1989 rasch ein Sonderverhält­nis entwickelt. Dessen harter Kern sind die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit und Polens Glauben an amerikanische Sicherheitsgarantien. Nach­dem manche etwa während der Obama-Präsidentschaft Indizien für eine strategische Indifferenz der USA gegenüber Ostmittel- und Osteuropa ausgemacht hatten, zeich­neten sich seither Veränderungen ab. Das von der Trump-Administration verfolgte Politikmuster der wachsenden Großmachtkonkurrenz erzeugt für Polen Profite in Form eines gesteigerten US-Engagements in der Region, das darauf abzielt, russischen und chinesischen Einfluss einzudämmen. Polen versucht die strategische Neuausrich­tung der USA zu nutzen, um engere bilaterale verteidigungs- und rüstungspolitische Vertäuungen zu schaffen und die eigene Fähigkeit zu stärken, sich effektiver gegen Russland zu verteidigen. Indirekt möchte Warschau die Bindung an die USA auch als Hebel nutzen, um innerhalb der EU an Einfluss zu gewinnen.

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Sustainable development needs fundamental governance changes

#2030Agenda.de - 8. Juli 2019 - 18:03

New York, 8 July 2019: “The world is off-track to achieve the Sustainable Development Goals (SDGs). Most governments have failed to turn the transformational vision of the 2030 Agenda into real transformational policies. Even worse, xenophobia and authoritarianism are on the rise in a growing number of countries.”

“The implementation of the 2030 Agenda is not just a matter of better policies. It requires more holistic and more sweeping shifts in how power is vested, including through institutional and governance reforms.”

“A simple software update is not enough – we have to revisit and reshape the hardware of sustainable development, i.e. governance and institutions at all levels.”

This is the main message of the Spotlight Report 2019, one of the most comprehensive independent assessments of the implementation of the 2030 Agenda. The report is launched on the day before the opening of the High Level Political Forum at the United Nations in New York by a global coalition of civil society organizations and trade unions.

“The Spotlight Report 2019 shows, that structural transformation is more needed than ever before. It has to start at the local and national level and requires strengthening bottom-up governance and governance coherence.”

“At global

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Sustainable Development Needs a Hardware Update

Global Policy Forum - 8. Juli 2019 - 17:20

When UN Member States adopted the 2030 Agenda and its SDGs in September 2015, they signaled with the title Transforming our World that ‘business as usual’ is no longer an option and fundamental changes in politics and society are necessary. Four years later they have to admit that they are off-track to achieve the SDGs. The global civil society report Spotlight on Sustainable Development 2019 shows that in many areas there is no progress at all, and in some even regression. In an op-ed published by IPS Inter Press Service, Jens Martens, executive director of Global Policy Forum and coordinator of the international Civil Society Reflection Group on the 2030 Agenda for Sustainable Development explains that a simple software update (of policies, norms and standards) is not enough – we have to revisit and reshape the hardware of sustainable development (i.e. governance and institutions at all levels).

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08. Juli 2019

ONE - 8. Juli 2019 - 16:56

1. Gerd Müller fordert mehr Investitionen in Entwicklung

Nicola Abé, Batholomäus Grill und Christoph Schult führen im aktuellen Spiegel ein Interview mit Entwicklungsminister Gerd Müller. Die Kritik an der Entwicklungshilfe entspreche nicht der Wirklichkeit, so Müller. Gerade seit den 1990er Jahren sei die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, von rund 1,9 Milliarden auf 740 Millionen gesunken, während die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen gewachsen sei. Dennoch läge noch viel Arbeit vor der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Afrika. Die Ressourcen seien zwar vorhanden, jedoch fehle ein konsequenter Wille. So sei etwa die Erhöhung des Afrika-Etats der EU von fünf auf sechs Milliarden Euro zu gering. Eine wirksame Finanzierungsquelle wäre die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer. Dies werde aber von der Finanzindustrie boykottiert. Die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten sei auch an Bedingungen geknüpft, dabei stünden gute Regierungsführung und die Bekämpfung von Korruption im Mittelpunkt. Laut Müller sollen Entwicklungsinvestitionen auch für den Mittelstand interessanter werden. Die Dynamik der afrikanischen Volkswirtschaften werde oftmals unterschätzt.

2. Instabile Länder anfälliger für Putschversuche

Philip Plickert berichtete gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass afrikanische Regierungen häufiger gestürzt werden als Regierungen anderer Kontinente. Der Putsch im Sudan sei nur einer von vielen. Rund 75 Prozent aller Staatsstreiche fänden laut einer Analyse von NKC African Economics in afrikanischen Ländern statt. Im Durchschnitt gebe es zwar nur etwa zwei Staatsstreiche pro Jahr und dies weltweit, Afrika bleibe jedoch ein Kontinent mit vielen eher instabilen Ländern. Elf Faktoren hätten die Ökonomen von NKC African Economics ermittelt, welche einen Putsch oder einen Putschversuch begünstigen. Solide Demokratien seien insgesamt weniger anfällig für Putschversuche. Doch auch Autokratien und Diktaturen, welche die Opposition unterdrücken, werden weniger häufig geputscht. Anfällig seien vor allem mittel- bis halbautoritär regierte Länder. Als wirkliche Demokratie könne nur etwa die Hälfte aller afrikanischer Staaten betrachtet werden. Andere Faktoren, wie beispielsweise eine sehr junge Bevölkerung können die Wahrscheinlichkeit eines Putsches ebenfalls steigern. Ein bedeutender Risikofaktor sei ein militärischer Hintergrund des amtierenden Regierungsoberhaupts. Laut der NKC-Analyse gibt es derzeit in fünf afrikanischen Staaten ein erhöhtes Risiko für einen Putsch: in Äthiopien, Nigeria, Zimbabwe, auf den Komoren und in Sierra Leone. Einen wissenschaftlichen Konsens über die Determinanten möglicher Putschversuche gebe es allerdings nach wie vor nicht.

3. Einigung im Sudan

Wie bereits am Wochenende mehrere Medien, darunter die Tageszeitung online (taz), die Welt Online, Zeit Online und Deutsche Welle berichteten, einigten sich die Opposition und die Militärregierung im Sudan. Nach langen Verhandlungen hätten sich die Vertreter*innen der Protestbewegung und das Militär auf die politische Zukunft des Landes verständigt. Demokratische Wahlen seien allerdings erst nach einer Übergangszeit von mehr als drei Jahren vereinbart worden. Eine Übergansregierung werde es nicht geben, jedoch einen Rat. Sowohl das Militär als auch die Protestbewegung stellen hierfür fünf Mitglieder. Der Rat solle unter wechselseitiger Führung das Land leiten. Ebenfalls vereinbart wurde ein Überganskabinett mit fachkundigen Zivilist*innen. Allerdings habe das Militär nach wie vor eine zentrale Rolle. Die Armee habe außerdem die Unterstützung von wichtigen Regionalmächten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

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Wir treffen Bayer - mit unserer Kritik

INKOTA - 8. Juli 2019 - 13:35
Bayer ist angeschlagen: zwei Milliarden US-Dollar Schadensersatz für zwei Glyphosat-Betroffene in den USA, eingebrochene Aktienkurse, keine Entlastung des Konzern-Vorstands durch die AktionärInnen, geleakte Listen mit kritischen JournalistInnen und WissenschaftlerInnen, jetzt möglicherweise auch Klagen aus Argentinien… die Liste lässt sich fast endlos fortführen! Auch INKOTA hat seine Kritik aus entwicklungspolitischer Perspektive an Bayer herangetragen: In unserer Broschüre „Advancing Together? Ein Jahr Bayer-Monsanto: Eine kritische Bilanz“ haben wir zahlreiche Beispiele für Bayers umwelt- und gesundheitsschädliche Geschäftspraktiken gesammelt. Unsere Pressearbeit zu der Studie im Vorfeld der Bayer-Hauptversammlung wurde sehr interessiert von den Medien aufgenommen. Sogar so gut, dass der Chemiekonzern sich am selben Tag der Veröffentlichung unserer Studie gezwungen sah, öffentlich auf unsere Vorwürfe zu reagieren – leider jedoch nur mit hohlen Worten. Wir treffen Bayer wo wir können - mit Erfolg!
Auch im direkten Gespräch haben wir uns mit Bayer auseinandergesetzt: INKOTA-Referentin Lena Michelsen hat unsere Kritikpunkte bei der Bayer-Hauptversammlung persönlich vorgetragen, und bei zwei Veranstaltungen in Berlin mit Norbert Lemken und Dr. Helmut Schramm von Bayers Agrarsparte diskutiert. Hier wurde eins deutlich: INKOTA ist Bayer schon gut bekannt und mindestens Herr Lemken hat mächtig genervt und fast schon empört auf unsere Kritik reagiert. Zum Beispiel darauf: Bayer verkauft in Brasilien fünf Pestizid-Wirkstoffe, die als hochgiftig eingestuft wurden und in der EU explizit wegen Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht mehr zugelassen sind. Wir finden, das ist eine Frechheit! Und unsere beharrliche Arbeit zeigt Wirkung: Im Juni hat Bayer angekündigt, seine Maßstäbe für Transparenz und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Dabei haben sie sich auch explizit zum Verkauf von Pestiziden in Ländern des globalen Südens positioniert. Ganz klar eine Reaktion auf die von uns erhobenen Vorwürfe! Hier heißt es bei Bayer: „Wir werden Pflanzenschutzprodukte nur in Entwicklungsmärkten auf den Markt bringen, wenn sie sowohl die lokalen Sicherheitsstandards des jeweiligen Landes erfüllen als auch die Anforderungen einer Mehrheit der führenden Zulassungsbehörden.“ Auch wenn dies sicher ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt abzuwarten, ob den Worten dann auch Taten folgen und ob neue Sicherheitsstandards einen wirksamen Schutz für Menschen und Umwelt bieten. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende Jenseits von Nachhaltigkeitsversprechen wird immer wieder deutlich, dass Bayer auf einem Gebiet völlig blank ist: Menschenrechte. Sowohl bei der Bayer-Hauptversammlung als auch in der direkten Diskussion mit Norbert Lemken hat INKOTA-Referentin Lena Michelsen gefragt, wie Bayer gedenkt, das Recht auf Saatgut einzuhalten, wenn sich der Konzern gleichzeitig etwa für ein neues Saatgutgesetz in Argentinien einsetzt, das bereits unter dem Namen „Bayer-Monsanto-Gesetz“ bekannt ist. Das Recht auf den Nachbau des eigenen, bäuerlichen Saatguts ist im Saatgutvertrag der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation sowie in der neu verabschiedeten UN-Erklärung für die Rechte von Kleinbauern und –bäuerinnen festgeschrieben. Das neue Gesetz in Argentinien soll hingegen die Nutzung bäuerlichen Saatguts einschränken und die Patentierung durch große Konzerne erleichtern. Es handelt sich hier also nicht einfach um Interessenskonflikte, sondern um die Verletzung internationaler Verträge und zentraler Menschenrechte! Bayers Antwort: Schweigen. Fazit: Unsere Kritik scheint den ohnehin angeschlagenen Bayer-Konzern zu treffen. Hier müssen wir weiter dranbleiben! Eine schwache politische Regulierung in Ländern des globalen Südens – unter anderem auch aufgrund von starker Lobbymacht der (Agrar-)Industrie – schamlos auszunutzen, wird das Image von Bayer weiter ruinieren. Zurecht! Ob die neuen Transparenz- und Nachhaltigkeitsversprechen hier wirklich etwas verändern werden, sieht INKOTA skeptisch. INKOTA-Broschüre: „Advancing Together? Ein Jahr Bayer-Monsanto: Eine kritische Bilanz Sie können unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen
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#unteilbar-Sonderzug zur Demo nach Dresden

INKOTA - 8. Juli 2019 - 12:34
Was: Sonderzug zur #unteilbar-Demo Wann: 24. August 2019, Abfahrt ca. 8:30 Uhr Wo: Von Berlin nach Dresden Nach der #unteilbar-Demonstration im Oktober 2018 mit mehr als 240.000 Teilnehmer*innen in Berlin geht der Sommer der Solidarität 2019 nun in Dresden weiter. Das bundesweite und sächsische #unteilbar-Bündnis und viele andere Organisationen veranstalten eine Großdemonstration in Dresden. Eine Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sowie zwei Monate vor der Wahl in Thüringen werden wir unmissverständlich zeigen: Wir sind #unteilbar! Unsere Antwort auf Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung ist eine weltoffene, solidarische und gerechte Gesellschaft. #unteilbar-Sonderzug nach Dresden Um möglichst viele Menschen nach Dresden zu mobilisieren, wird es einen Sonderzug von Berlin zur Demo geben. Da Rechtspopulismus, Nationalismus und Rassismus eine unmittelbare Bedrohung für die Entwicklungspolitik und die Zivilgesellschaft sind, haben INKOTA, der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag und die Stiftung Nord-Süd-Brücken entschieden, einen Waggon dafür zu nutzen, entwicklungspolitische Aktivist*innen aus Berlin und Brandenburg zusammen zur Demo zu bringen. Auf der Demo gibt es dann auch einen entwicklungspolitischen Block organisiert von dem sächsischen Landesnetzwerk ENS, dem Berliner und den ostdeutschen Landesnetzwerken sowie vom INKOTA-netzwerk und der Stiftung Nord-Süd-Brücken. Der Sonderzug wird bis zu 14 Waggons mit unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bewegungen nach Dresden und zurück befördern. Auf dem Hinweg wird es inhaltlichen Inputs und Diskussionsmöglichkeiten geben - für den Rückweg gibt es einen Party-Waggon!

Jetzt anmelden und Platz sichern Das Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet 40 Euro pro Person (Selbstkostenpreis, damit der Zug rollen kann). Da die Plätze im entwicklungspolitischen Waggon berenzt sind, melden Sie sich so schnell wie möglich über das Anmeldeformular  an. Sichern Sie sich einen Platz, melden Sie sich jetzt an!  Jetzt anmelden Zur Webseite des #unteilbar-Bündnisse Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: info@nord-sued-bruecken.de
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Zertifizierung reicht nicht aus, damit Kakao nachhaltig wird

INKOTA - 8. Juli 2019 - 11:58
Im Kakaosektor galt Zertifizierung lange Zeit als das einzige Instrument, um Nachhaltigkeit zu erreichen. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Zivilgesellschaft stark für dieses Instrument eingesetzt und so dazu beigetragen, dass die Produktion und der Konsum von zertifiziertem Kakao zugenommen haben. Mittlerweile stehen dem Kakaosektor deutlich mehr Instrumente zur Verfügung. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Daten und Forschungsergebnissen zur Situation im Kakaoanbau, sowie die vielfältigen Erfahrungen mit der Umsetzung verschiedener Nachhaltigkeitsprojekte hat sich die Bandbreite von Interventionsansätzen deutlich erweitert. Aktuell finden eine Reihe wichtiger Entwicklungen statt: Eine neue ISO-Norm für nachhaltigen und rückverfolgbaren Kakao wurde veröffentlicht, Fairtrade hat seinen Kakao-Mindestpreis erhöht und einen Referenzpreis für existenzsichernde Einkommen kalkuliert, und die fusionierte Rainforest Alliance/UTZ arbeitet an einem neuen Zertifizierungsstandard. Angesichts dieser Entwicklungen ist es für die Zivilgesellschaft an der Zeit, eine Bestandsaufnahme zu machen:  Wo stehen wir aktuell auf dem Weg zu einem nachhaltigen Kakaosektor? Armut der Bauern bleibt unverändert groß
Schokoladenunternehmen und Einzelhändler wählen tendenziell das für sie billigste Siegel und ignorieren dabei mögliche negative Effekte ihres Preisdrucks. Der Wettlauf um einen höheren Marktanteil an zertifizierten Kakao hat dazu geführt, dass Kriterien zum Erhalt des Siegels kaum angehoben wurden. Keiner der Zertifizierungsstandards hat bisher signifikant dazu beigetragen, dass Bauern und Bäuerinnen der strukturellen Armut entkommen, geschweige denn ein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Obwohl das Durchschnittseinkommen der zertifizierten Bauern etwas höher sein mag als das der nicht zertifizierten Bauern, bleibt die Wirkung der Zertifizierung relativ gering. Ein durchschnittlicher, zertifizierter Kakaobauer ist immer noch weit davon entfernt, ein existenzsicherndes Einkommen zu verdienen. Dass die bisherigen Maßnahmen der Zertifizierungsorganisationen zur Einkommenssteigerung nicht ausreichen, zeigt auch die jüngste Ankündigung der Regierungen der Elfenbeinküste und Ghana, eine Preisuntergrenze von 2.600 US-Dollar pro Tonne exportierten Kakao durchsetzen zu wollen. Auch wenn mit diesem Vorschlag die Regierungen zwar immer noch deutlich unter den 3.467 US-Dollar pro Tonne liegen, die laut Fairtrade in der Elfenbeinküste für ein existenzsicherndes Einkommen nötig wären, handelt es sich um einen wichtigen ersten Schritt. Bis auf kleine Pilotprojekte gibt es weder von Fairtrade noch von Rainforest Alliance bisher Bestrebungen, annährend existenzsichernde Preise zu zahlen. Die Regierungen liegen mit ihrem Vorschlag aber 200 US-Dollar pro Tonne über dem neuen Fairtrade-Mindestpreis, der im Oktober 2019 in Kraft treten wird. Rainforest Alliance/UTZ sorgt für einen Unterbietungswettlauf
Während Fairtrade zur kommenden Erntesaison seinen Kakao-Mindestpreis erhöhen wird, fehlt im neuen Standard der Rainforest Alliance, welcher zurzeit erarbeitet wird, dagegen bisher jeglicher Mindestpreis. Außerdem ist unklar, ob der neue Standard eine feste Prämie enthalten wird, oder ob deren Höhe von den Bauern wie bisher verhandelt werden muss. Sollte der neue Standard keinerlei Mechanismus enthalten, um für höhere Ab-Hof-Preise zu sorgen, befürchten wir, dass die Bemühungen um ein existenzsicherndes Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern dadurch konterkariert werden und ein Unterbietungswettlauf zwischen den Standards droht. Der neue Standard von Rainforest Alliance muss über bloße technische Lösungsansätze hinausgehen und das Machtungleichgewicht in der Lieferkette – insbesondere bei der Preisgestaltung von Kakao – angehen, um den Kleinbäuerinnen und -bauern ein existenzsicherndes Einkommen zu sichern. Rainforest Alliance darf nicht länger ignorieren, dass Kakaobauern stark von schwankenden Weltmarktpreisen abhängig sind. Ein Mindestpreis ist ein Sicherheitsnetz für Kakaobauern. Bei der Veröffentlichung des neuen Standards sollte Rainforest Alliance mindestens einen ähnlichen Mindestpreis wie Fairtrade einführen. Es kann und darf nicht das Geschäftsmodell einer standardsetzenden Organisation sein, die für sich beansprucht Nachhaltigkeit im Kakaosektor zu verbessern, den eigenen Marktanteil auf Kosten der Einkommen der Bauern zu erhöhen. Die Mindestpreis-Erhöhung von Fairtrade ist ein erster Schritt, aber reicht noch nicht aus
Vor kurzem hat Fairtrade angekündigt, seinen Kakao-Mindestpreis zum Oktober 2019 zu erhöhen. Dies ist ein notwendiger erster Schritt. Fairtrade räumt jedoch selbst ein, dass die Bauern mit diesem Mindestpreis - und einer erhöhten Prämie - immer noch weit davon entfernt sein werden, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Der neue Fairtrade-Mindestpreis von 2.400 US-Dollar pro Tonne lässt immer noch eine erhebliche Lücke zu den 3.467 US-Dollar, die Fairtrade für die Elfenbeinküste als Referenzpreis für ein existenzsicherndes Einkommen kalkuliert hat.1 Die Kalkulation von Fairtrade ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte um nachhaltigen Kakao. Um glaubwürdig zu sein, sollte Fairtrade nun allerdings auch einen Zeitplan veröffentlichen, bis wann der volle existenzsichernde Preis an die Bauern gezahlt werden soll. Zertifizierung wird ihren Versprechen bisher nicht gerecht
Obwohl zwischen einem Viertel und einem Drittel der gesamten weltweiten Kakaoproduktion durch ein Nachhaltigkeitssiegel (wie Rainforest Alliance, UTZ Certified oder Fairtrade) oder ein unternehmenseigenes Nachhaltigkeitslabel (wie Mondelez' Cocoa Life, Nestlé's Cocoa Plan usw.) zertifiziert bzw. verifiziert wird, bestehen weiterhin große Probleme - auch in zertifizierten Betrieben. Kinderarbeit ist nach wie vor eine große Herausforderung in den westafrikanischen Kakaoanbauländern. Regenwaldabholzung ist im Kakaoanbau eher die Regel als die Ausnahme, und das Wachstum der Zertifizierungssysteme hat nicht dazu geführt, die Zerstörung des Regenwalds zu stoppen. Vor kurzem hat Rainforest Alliance/UTZ seine weitere Marktexpansion vorerst ausgesetzt, da es Zweifel an der Zuverlässigkeit der Audits und der Einhaltung der Standards gibt. Dieser Schritt ist zwar zu begrüßen. Er wird aber allein nicht ausreichen, damit die Zertifizierung ihrem Versprechen gerecht wird, Arbeitnehmerrechte und die Umwelt zu schützen und den Bäuerinnen und Bauern ein angemessenes Einkommen zu bieten. Zertifiziert ist nicht gleich nachhaltig
Es ist irreführend, zu behaupten, dass Nachhaltigkeit allein aufgrund von Zertifizierungssystemen gegeben sei. Trotzdem werden die Begriffe "zertifizierter Kakao" und "nachhaltiger Kakao" fälschlicherweise häufig synonym verwendet. Kakao kann nicht allein auf der Grundlage von Zertifizierung als nachhaltig eingestuft werden, unabhängig davon, ob es sich bei der Zertifizierung um Fairtrade, Rainforest Alliance, ISO[1], Bio oder einen anderen Standard handelt. Immer wieder gibt es Berichte über Bäuerinnen und Bauern, die in extremer Armut leben sowie über Kinderarbeit und Regenwaldabholzung im Zusammenhang mit zertifiziertem Kakao. Es sollte daher niemand mehr behaupten, zertifizierter Kakao sei per se nachhaltig. Zertifizierung bietet den Bauern trotzdem einige Vorteile
Während die Zertifizierung das Einkommen der Bauern nicht wesentlich zu erhöhen oder vor Umweltschäden oder Arbeitsrechtsverletzungen zu schützen scheint, bietet sie dennoch eine Reihe von Vorteilen. Zertifizierung trägt dazu bei, Wertschöpfungsketten transparenter zu gestalten. Sie ist eine der wenigen Möglichkeiten, wie die Bäuerinnen und Bauern potentiell höhere Preise und Prämien erhalten können. Zertifizierung spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Bauernorganisation. Zertifizierung kann nicht die Antwort auf alle Probleme im Kakaosektor sein. Sie muss sich aber an der Frage messen lassen, ob Zertifizierung als Instrument effizient genug ist, um Teil der Lösung zu sein. Die Probleme im Kakaosektor sind systemisch
Um Lösungen finden zu können, müssen wir uns zuerst über die Art der Probleme klar werden. Nach fast zwei Jahrzehnten der Bemühungen, den Kakaoanbau zu verbessern, ist es an der Zeit, dass wir erkennen: Nicht der Kakaobauer ist das Problem. Das Problem ist systemisch. Systemische Probleme erfordern systemische Lösungen. Derzeit tragen die Kakaobäuerinnen und -bauern fast das gesamte Risiko, ziehen jedoch kaum einen Nutzen aus ihrem Anbau, und niemand übernimmt die Verantwortung für dieses systemische Versagen. Zukünftige Lösungsansätze müssen die ungleiche Verteilung von Risiken und Erträgen, Macht und Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette adressieren. Das Scheitern freiwilliger Initiativen zeigt deutlich, dass gesetzliche Regelungen zu menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten erforderlich sind. In der Zwischenzeit müssen alle Zertifizierungsorganisationen ihre Standards verbessern und anerkennen, dass eine nachhaltige Lösung auch Preismechanismen beinhalten muss.

1 Der Referenzpreis für existenzsichernde Einkommen von Fairtrade ist möglicherweise zu niedrig kalkuliert, da sich die tatsächliche Produktivität und Betriebsgröße erheblich von den bei der Kalkulation verwendeten Werten unterscheiden können. Das VOICE-Netzwerk hofft, in naher Zukunft ein Positionspapier dazu zu veröffentlichen.

2 Die neue ISO-Norm weist gegenüber Fairtrade und Rainforest Alliance mehrere zusätzliche Schwächen auf. Ihre rigiden Beschränkungen lassen wesentliche Elemente wie z.B. die Anforderung einer fairen Bezahlung nicht zu. Zudem bezieht sich die Norm im Wesentlichen auf diejenigen Faktoren, die in der direkten Kontrolle des Kakaobäuerinnen und -bauern stehen, während viele der notwendigen Voraussetzungen für Nachhaltigkeit außerhalb der Kontrolle der Bäuerinnen und Bauern liegen. Daher kommt die ISO-Norm einer ausreichend umfassenden Definition von Nachhaltigkeit nicht nahe.

Weitere Informationen zur Kampagne Make Chocolate Fair! Weitere Informationen zum VOICE-Netzwerk Das VOICE-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, die sich für einen nachhaltigen Kakaosektor einsetzen. Neben dem INKOTA-netzwerk gehören dem VOICE-Netzwerk die folgenden Organisationen an: Südwind-Institut (DE), Public Eye (SUI), Solidaridad (NL), Oxfam Novib (NL), FNV (NL), ABVV-FGBT (BEL), Oxfam Weredwinkels (BEL), FERN (BEL), Stop The Traffik (AUS), Mighty Earth (USA), Green America (USA).
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Press release: Sustainable development needs fundamental governance changes

Global Policy Watch - 8. Juli 2019 - 11:00

Press release

Sustainable development needs fundamental governance changes

Global civil society report assesses structural obstacles and institutional gaps in the implementation of the 2030 Agenda

New York, 8 July 2019: “the world is off-track to achieve the Sustainable Development Goals (SDGs). Most governments have failed to turn the transformational vision of the 2030 Agenda into real transformational policies. Even worse, xenophobia and authoritarianism are on the rise in a growing number of countries.”

“The implementation of the 2030 Agenda is not just a matter of better policies. It requires more holistic and more sweeping shifts in how power is vested, including through institutional and governance reforms.”

“A simple software update is not enough – we have to revisit and reshape the hardware of sustainable development, i.e. governance and institutions at all levels.”

This is the main message of the Spotlight Report 2019, one of the most comprehensive independent assessments of the implementation of the 2030 Agenda. The report is launched on the day before the opening of the High Level Political Forum at the United Nations in New York by a global coalition of civil society organizations and trade unions.

“The Spotlight Report 2019 shows, that structural transformation is more needed than ever before. It has to start at the local and national level and requires strengthening bottom-up governance and governance coherence.”

“At global level the upcoming review of the High-Level Political Forum should be used to overcoming the weakness of this body and transform it to a Sustainable Development Council of the United Nations.”

“The SDG Summit in September, and even more the year 2020 with the 75th anniversary of the United Nations will provide important opportunities to translate the calls of the emerging global movements for social and environmental justice into political steps towards a new democratic multilateralism.”

The 190-page report is supported by a broad range of civil society organizations and trade unions, and informed by the experiences and reports of national and regional groups and coalitions from many parts of the world. The contributions cover most aspects of the 2030 Agenda and the SDGs (and beyond), and reflect the rich geographic and cultural diversity of their authors.

The Spotlight Report is published by the Arab NGO Network for Development (ANND), the Center for Economic and Social Rights (CESR), Development Alternatives with Women for a New Era (DAWN), Global Policy Forum (GPF), Public Services International (PSI), Social Watch, Society for International Development (SID), and Third World Network (TWN), supported by the Friedrich Ebert Stiftung.

Spotlight on Sustainable Development 2019
Reshaping governance for sustainability: Transforming institutions – shifting power – strengthening rights
Global Civil Society Report on the 2030 Agenda and the SDGs

Beirut / Bonn / Ferney-Voltaire / Montevideo / New York / Penang / Rome / Suva, July 2019
www.2030spotlight.org
#SpotlightSDGs

Contact in New York

Barbara Adams, Global Policy Forum (GPF): barbaraadams@globalpolicy.org
Jens Martens, Global Policy Forum (GPF): jensmartens@globalpolicy.org
Kate Donald, Center for Economic and Social Rights (CESR): kdonald@cesr.org
Roberto Bissio, Social Watch: rbissio@item.org.uy
Stefano Prato, Society for International Development (SID): stefanop@sidint.org
Ziad Abdel Samad, Arab NGO Network for Development (ANND): ziadas@gmail.com

Contributing partners of the Spotlight Report 2019

 
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Syrien: Mindestens sieben Kinder bei Luftangriff getötet

Vereinte Nationen - 8. Juli 2019 - 10:58

08. Juli 2019 - Laut dem UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) wurden am Samstag mindestens sieben Kinder bei einem Luftangriff auf das Dorf Mhambel am Stadtrand von Idlib im Nordwesten Syriens getötet.

"Die offensichtliche Missachtung der Sicherheit und des Wohlbefindens von Kindern bei diesen Angriffen ist entsetzlich", erklärte UNICEF-Chefin Henrietta Fore. Sie fügte hinzu: "Mein Herz ist gebrochen für die jungen Menschen, die ihr Leben verloren haben, und für alle Kinder in der Region, die in Gefahr sind.“

Insgesamt sollen bei dem von Regierungstruppen verübten Angriff mit Raketen und Fassbomben mindestens 20 Zivilisten getötet worden sein. Seit Anfang dieses Jahres wurden bereits 140 Kinder im Nordwesten Syriens getötet.

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„Das Silodenken bei der Agenda 2030 muss überwunden werden“

VENRO - 8. Juli 2019 - 10:01

Dr. Luise Steinwachs, stellvertretende Vorsitzende von VENRO, nimmt als Mitglied der deutschen Regierungsdelegation am diesjährigen HLPF teil. Im Interview spricht sie über die Zielkonflikte der Agenda 2030 und ihre Erwartungen an das Treffen zur Vorbereitung des SDG-Gipfels im September.

Das Hochrangige Politische Forum der Vereinten Nationen (HLPF) trifft sich vom 09. bis 18. Juli 2019 in New York, um die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu überprüfen. Erstmals hat die Bundesregierung im Vorfeld dieses jährlichen Treffens eine deutsche HLPF-Konferenz ausgerichtet.

Welchen Eindruck haben Sie von der deutschen HLPF-Konferenz mitgenommen? Steigen die Bemühungen der Bundesregierung zur Umsetzung der Agenda 2030?

Auf der Konferenz wurde ganz deutlich, dass die Ziele der Agenda nicht erreicht werden, wenn sich nicht die Ansätze ändern. Einfach nur mehr desselben führt nicht zum Ziel. Zunehmend kommen nämlich Zielkonflikte in den Blick. Als die Agenda 2030 vor vier Jahren verabschiedet wurde, war zwar durchaus bekannt, dass sie nicht kohärent ist und viele Widersprüche enthält. Gleichzeitig war man davon ausgegangen, dass sich hierfür schon praktische Lösungen finden würden. Vielleicht hatte niemand damit gerechnet, dass die 17 Ziele doch ein so starkes Silodenken befördern würden und jetzt die Konflikte – neben den durchaus auch vorhandenen Synergien zwischen den Zielen – so gravierend sind.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Nehmen Sie das Ziel 2 – Beendigung des Hungers weltweit – und das Ziel 6 – Zugang zu Wasser, auch zu sauberem Trinkwasser: Viele Ansätze zur Bekämpfung des Hungers konzentrieren sich vorrangig auf die Produktion, weniger auf die Verteilung von Nahrungsmitteln. Und wird hier häufig als Lösung der Ausbau der industriellen Landwirtschaft favorisiert, obwohl weltweit die Mehrheit der Nahrungsmittel in kleinbäuerlicher Landwirtschaft erzeugt wird.

Gleichzeitig geht aber die globale Wasserentnahme zu 70 Prozent auf das Konto der industriellen Bewässerungslandwirtschaft, was häufig zur Folge hat, dass die lokale Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser hat. Das führt offensichtlich zu Konflikten in der Zielerreichung. Hier müssen die Ansätze geändert werden. In diesem Fall zum Beispiel hin zu einem Ausbau und zur Förderung von Agrarökologie. Es muss also zukünftig sehr viel stärker darum gehen, ganzheitlich und vernetzt zu denken und zu handeln – was auch bedeutet, dass sich Institutionen verändern müssen und das Silodenken überwunden werden muss.

Mit welchen Vorschlägen im Gepäck sollte die deutsche Delegation zum HLPF im Juli reisen?

Deutschland wird erst wieder im Jahr 2021 berichten. Daher wird sich die Bundesregierung vor allem in eigenen Veranstaltungen engagieren und an den thematischen Diskussionen beteiligen. Die Delegation selbst besteht neben einzelnen Ministerien aus Abgeordneten und Vertreter_innen der Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Auch VENRO ist Teil der Delegation.  Ich freue mich, dass dieses Mal zudem neun Abgeordnete des Bundestages dabei sein werden, um sich einen unmittelbaren Eindruck vom HLPF und seiner Relevanz zu verschaffen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wichtig, die viel stärker vom Bundestag begleitet werden sollte. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung ist hier ein wichtiges Gremium, er sollte deutlich gestärkt werden. Letztendlich ist die Umsetzung der Agenda 2030 und der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine Aufgabe der gesamten Bundesregierung, nicht nur des Bundesentwicklungsministeriums und des Bundesumweltministeriums, wie manchmal der Eindruck ensteht. Die ressortübergreifende Zusammenarbeit muss hier deutlich gestärkt werden.

Wie bringt sich VENRO beim HLPF ein?

VENRO richtet gemeinsam mit dem Bundesentwicklungsministerium und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO eine Veranstaltung zum Thema Ungleichheit aus. Deren Reduzierung ist in diesem Jahr eines der Ziele, die das HLPF ausführlicher behandelt werden. Wir freuen uns daher, dass wir ein hochrangiges Panel aus Regierungen und Zivilgesellschaft besetzen können. Ich werde mich außerdem über die NGO Major Group, in der die weltweite Zivilgesellschaft im Kontext des HLPF organisiert ist, aktiv in verschiedene Veranstaltungen einbringen. Die Zivilgesellschaft fordert im Kontext der anstehenden HLPF-Reform eine stärkere Beteiligung, sei es beim Rederecht in den einzelnen Diskussionen, bei der Erstellung und Präsentation von Länderberichten oder bei der Teilnahme an den Podien im offiziellen Programm. Auch ist bisher leider noch völlig unklar, wie die zivilgesellschaftliche Beteiligung beim SDG-Gipfel im September in New York aussehen wird.

Wie geht es nach dem HLPF weiter?

In diesem Jahr wird das HLPF nicht mit einer Ministererklärung enden, sondern mit einer „Botschaft an den Gipfel“. Gemeint ist der bereits erwähnte SDG-Gipfel, der im September im Rahmen der UN-Generalversammlung stattfinden wird. Hierfür hat die Bundeskanzlerin ihre Teilnahme zugesagt, was VENRO sehr begrüßt. Es ist wichtig, dass die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel eine starke politische Erklärung verabschieden, die nicht hinter bereits getroffene internationale Vereinbarungen zurückfällt, die die Einhaltung der Menschenrechte als Bezugsrahmen betont und die das Bekenntnis zum Multilateralismus bekräftigt. Nur mit einer starken, solidarischen und verlässlichen internationalen Zusammenarbeit kann eine gerechte und zukunftsfähige Lebens- und Wirtschaftsweise gestaltet werden.

BoxPower: Solarstrom für netzferne Gegenden und Katastrophengebiete

reset - 8. Juli 2019 - 6:22
Ein US-Startup hat ein transportables Solarsystem für vom Stromnetz abgeschiedene Gegenden entwickelt. Das System kommt in einem Frachtcontainer und kann damit auch schnell in Katastrophengebieten eingesetzt werden.
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Sustainable Finance: Neue Richtlinien zur klimabezogenen Berichterstattung

Global Compact - 8. Juli 2019 - 0:00
Nach dem ersten Report im Januar 2019 veröffentlichte die EU-Kommission am 18. Juni 2019 nun die finalen Richtlinien und drei weitere Reports zur klimabezogenen Berichterstattung.
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Aufruf netzwerk n: Wandercoachings, Coach-Ausbildung und perspektive n

#HOCHN - 8. Juli 2019 - 0:00
Bis zum 28. Juli 2019 könnnen sich studentiche Initiativen für ein Wandercoaching bewerben oder engagierte Studierende für eine Weiterbildung zum Wandercoach. Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit sich für das Veranstaltungsformat perspektive n zu bewerben.

Foto: netzwerk n e.V.

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Wirtschaftswissenschaftliche Tagung: "Auf zu neuen Ufern!" am 25.09.2019 in Bern

#HOCHN - 8. Juli 2019 - 0:00
"Auf zu neuen Ufern! Der Beitrag der Wirtschaftswissenschaften zur Nachhaltigen Entwicklung" finden am 25.9.2019 in Bern unter anderem mit Prof. Dr. Georg Müller-Christ (Universität Bremen) statt.

Foto: Tobi/ Pexels

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Call for Papers für die 8. Ausgabe des Fachmagazins "Synergie. Digitalisierung in der Lehre"

#HOCHN - 8. Juli 2019 - 0:00
Bis zum 31. Juli 2019 können noch Beiträge zum Thema "Digitales Ende" für die achte Ausgabe von "Synergie. Digitalisierung in der Lehre" eingereicht werden.

Foto: NeONBRAND/ Unsplash

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07.07.2019 Brasilien-Reise von Minister Müller: "Schutz von Tropenwald und Klima kann nur gemeinsam gelingen"

BMZ - 7. Juli 2019 - 22:00
Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller bricht heute zu einer knapp einwöchigen Reise nach Brasilien auf. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas ist ein wichtiger globaler Partner der Bundesregierung. Im Mittelpunkt der Reise steht der Schutz der brasilianischen Regenwälder und des Weltklimas. Minister Müller vor seiner Abreise: "Brasilien ist ein entscheidender Partner, wenn es um Klimaschutz geht. Der Amazonas-Regenwald, größer ...
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