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Gewinne ohne Gewissen stoppen!

INKOTA - 19. September 2019 - 12:03
Mangelhafter Brandschutz in einer Zulieferfabrik des deutschen Textildiscounters KiK in Pakistan führte dazu, dass 258 Menschen qualvoll starben. Der deutsche Chemiekonzern Bayer verkauft in Brasilien hochgiftige Pestizide, die in der EU längst verboten sind. Durch den Dammbruch bei einer brasilianischen Eisenerzmine starben 270 Menschen, Flüsse sind verseucht und Anwohner*innen haben kein sauberes Trinkwasser mehr. Und das, obwohl der TÜV Süd die Sicherheit des Damms bescheinigt hatte – mutmaßlich um seine Geschäfte mit dem Bergbaukonzern Vale nicht zu gefährden. Damit muss Schluss sein! Unterzeichnen Sie jetzt die Petition für ein Lieferkettengesetz! Auch sieben Jahre nach der Brandkatastrophe wurde KiK für diese gravierenden Versäumnisse bisher rechtlich nicht zur Verantwortung gezogen. Der Grund: Noch immer müssen deutsche Unternehmen keine rechtlichen Konsequenzen fürchten, wenn sie in ihren Auslandsgeschäften an Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung beteiligt sind. Doch dagegen formiert sich jetzt ein breites Bündnis: INKOTA und zahlreiche NRO haben sich zur Initiative Lieferkettengesetz zusammengeschlossen – das hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben. Gemeinsam fordern wir: Deutsche Unternehmen müssen auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards einhalten! Schließen Sie sich uns an: Unterzeichnen Sie jetzt die Petition und stoppen Sie Gewinne ohne Gewissen! Der Zeitpunkt für unsere Kampagne ist günstig
Seit Monaten schwelt ein Streit um die Sorgfaltspflichten von Unternehmen in der Bundesregierung. Das Entwicklungsministerium und das Arbeitsministerium stehen einer gesetzlichen Regelung zunehmend positiv gegenüber. Wirtschaftsminister Altmaier hingegen will ein Lieferkettengesetz unbedingt verhindern – und kann dabei bisher auf die Unterstützung des Kanzleramts zählen. Das können Sie jetzt ändern: Fordern Sie Bundeskanzlerin Merkel auf, Menschenrechte zur Chefinnensache zu machen! Denn sie selbst hat vor kurzem gesagt: „Die Wirtschaft hat den Menschen zu dienen, und nicht umgekehrt.“ Die Bundesregierung hat im Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) das Ziel formuliert, dass bis 2020 die Hälfte der großen, deutschen Unternehmen die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten einführen soll. Doch der NAP setzt erneut auf Freiwilligkeit der Unternehmen – und zusätzlich hat das Wirtschaftsministerium die Kriterien für die Erreichung dieses Ziels verwässert. Das macht den NAP zahnlos und unglaubwürdig. Davon abgesehen sollten Menschenrechte für alle Unternehmen verbindlich sein. Gewinne ohne Gewissen stoppen - Jetzt Lieferkettengesetz fordern!
Andere Länder machen vor, wie es geht: Frankreich und die Niederlande haben bereits Gesetze zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht verabschiedet. Jetzt muss auch die Bundesregierung nachziehen, statt weiterhin ausschließlich darauf zu setzen, dass Unternehmen freiwillig für den Schutz der Menschenrechte sorgen. Denn die Erfahrung zeigt leider: Zahlreiche freiwillige Initiativen der Wirtschaft haben bisher nicht die nötige Wirkung entfaltet. Damit die Forderung nach einem Lieferkettengesetz wirksam wird, hat die Initiative Lieferkettengesetz einiges vorbereitet: Menschen werden in ganz Deutschland Unterschriften sammeln, Aktionen auf die Straße bringen und Diskussions-Veranstaltungen organisieren, um so möglichst viele Menschen hinter der Initiative zu vereinen. Gemeinsam bauen wir so den nötigen Druck auf, damit die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode ein Lieferkettengesetz verabschiedet. Doch das gelingt nur mit Ihnen gemeinsam: Sorgen Sie dafür, dass Unternehmen ihrer Verantwortung nachkommen müssen – und zwar überall! Unterzeichnen Sie jetzt die Petition für ein Lieferkettengesetz! Bestellen Sie hier unser Aktionsmaterial und sammeln Sie bei sich vor Ort Unterschriften: Aktionsflyer: Frau Merkel, wir brauchen endlich ein Lieferkettengesetz Unterschriftenliste: Lieferkettengesetz Fallbeispiel Kakao: Damit Menschenrechte nicht durch den Kakao gezogen werden Fallbeispiel Pestizide: Gegen das Gift der Gewissenlosigkeit Fallbeispiel Textilfabrik: Für Fashion ohne Victims Fallbeispiel Dammbruch: Damit nicht alle Dämme brechen Fallbeispiel Marikana: Gegen die gute Miene zur schlechten Mine
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Keine Neubelebung der Afrika-EU-Beziehungen unter von der Leyen

EurActiv - 19. September 2019 - 11:58
Die Spekulationen, dass die designierte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Kommissar speziell für Afrika ernennen könnte, haben sich als viel Lärm um fast nichts erwiesen.
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Bundesfinanzminister Scholz bekennt sich zu Steuertransparenz von Konzernen

Oxfam - 19. September 2019 - 11:45
Finanzminister muss deutsche Blockade gegen EU-Regelung aufgebenMultinationale Konzerne verheimlichen der Öffentlichkeit, in welchem Land sie welche Gewinne erzielt und wie viel Steuern gezahlt haben – Steuertricks bleiben so unentdeckt. Eine EU-Regelung könnte für mehr Transparenz sorgen; doch der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat sie bisher blockiert. Hat unsere Kampagne ihn jetzt zum Umdenken gebracht? © Christoph BraunCC0 1.0 Lieber Herr Scholz, da hilft weder Beten noch Sternegucken: Um den richtigen Kurs zu finden, werfen Sie einfach einen Blick ins Wahlprogramm Ihrer Partei.

Oxfam und seine Unterstützer*innen haben lange dafür gekämpft: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich nun erstmals auf Twitter öffentlich dazu bekannt, dass Konzerne dazu verpflichtet werden sollen, welche Gewinne sie in welchen Ländern erzielen und wie viel Steuern sie darauf zahlen (sog. öffentliche länderbezogene Berichterstattung, Country-by-Country Reporting):

Wir haben uns mit den #SPD-Ministern verständigt. Wir sind für öffentliches country by country reporting. #TeamGeywitzScholz #GeywitzScholz @BayernSPD #Nürnberg #unsereSPD @spdde #SPDVorsitzOlaf Scholz (@OlafScholz), 12. September 2019

Das ist gut, denn Transparenz ist ein wichtiger Schritt, um mehr Steuergerechtigkeit zu schaffen. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf zu erfahren, ob Konzerne in den Ländern, in denen sie ihre Gewinne erwirtschaften, ihren fairen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten, Medien und Zivilgesellschaft können durch die Veröffentlichung der Daten auf mögliche Fälle von Steuervermeidung hinweisen und die Debatte über Steuergerechtigkeit vorantreiben.

In den vergangenen Jahren haben wir mit verschiedenen Aktionen darauf hingewiesen, dass Transparenz in Form einer öffentlichen länderbezogenen Berichterstattung ein wichtiger Schritt hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit ist – z.B. durch intensive Diskussionen mit Entscheidungsträger*innen in Ministerien und Parteien, durch Aktionen, um gemeinsam mit unseren Unterstützer*innen progressive Kräfte in der SPD zu mobilisieren, oder in Form von Pressemitteilungen und Kommentaren, die die SPD daran erinnerten, dass die öffentliche länderbezogene Berichterstattung ein Kernelement ihres Wahlprogramms 2017 war.

SPD-Minister Scholz schien als Finanzminister dieses Wahlversprechen vergessen zu haben und erteilte, nach Wochen des Schweigens nach seinem Amtsantritt im März 2018, der länderbezogenen Transparenz im Juli vergangenen Jahres bei einer Anhörung des EU-Parlaments eine Absage.

Nun kam offensichtlich auch aufgrund des öffentlichen Drucks die Kehrtwende. Jetzt gilt es Deutschlands Blockade auf EU-Ebene aufzulösen. Die EU-Kommission hat den Vorschlag gemacht, die öffentliche länderbezogene Berichterstattung für in der EU tätige Konzerne verpflichtend zu machen. Ohne die Zustimmung Deutschlands, d.h. des formal zuständigen Justiz- und des Finanzministeriums, geht hier nichts, da die dafür notwendige Mehrheit nicht zustande kommt. Dank Ex-Finanzminister Schäuble und nun Scholz liegt der Vorschlag aber seit Jahren auf Eis, obwohl beide immer wieder betont haben, wie wichtig Steuertransparenz ist. 

Scholz muss sich jetzt an seinen Worten messen lassen. Sein Tweet darf keine Aussage bleiben, die vor allem dem SPD-internen Kampf um die Gunst der Parteimitglieder bei der Wahl der Parteivorsitzenden geschuldet ist und danach keine Rolle mehr spielt. Konkret heißt das: Wir erwarten, dass sich der Bundesfinanzminister nun über die noch immer vorhandenen Widerstände beim Koalitionspartner CDU/CSU hinwegsetzt und seinen Stiefel durchzieht, sprich in Brüssel den Kommissionsvorschlag unterstützt.

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Neue Zahlen zu Kindersterblichkeit und Müttersterblichkeit

Unicef - 19. September 2019 - 11:30
Mehr Frauen und ihre Kinder weltweit überleben heute als jemals zuvor: Laut den heute von den Vereinten Nationen veröffentlichten Schätzungen sind die Kindersterblichkeit und die Müttersterblichkeit auf einem neuen Tiefstand. Trotzdem stirbt immer noch alle elf Sekunden eine schwangere Frau oder ein neugeborenes Baby.
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„Kinderrechte in der digitalen Welt stärken“

Unicef - 19. September 2019 - 11:00
Anlässlich des Weltkindertags ruft UNICEF dazu auf, die Kinderrechte in der digitalen Welt zu stärken. Bereits drei Viertel der 12- bis 14-jährigen und 90 Prozent der 15- bis 17-jährigen Mädchen und Jungen in Deutschland sind per Smartphone praktisch permanent online. Eine Trennung zwischen online und realer Welt ist immer schwieriger.
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Guterres: UN-Gipfeltreffen sollen "Ehrgeiz und Handeln" für Klimawandel und nachhaltige Entwicklung antreiben

Vereinte Nationen - 19. September 2019 - 10:40

19. September 2019 - In der kommenden Woche finden fünf wichtige Gipfeltreffen der Vereinten Nationen statt, auf denen Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise und anderer globaler Probleme ergriffen werden sollen. Sie sollen die UNO als "Motor für sinnvolle, positive Veränderungen" ausweisen, so der Mann an der Spitze der Organisation.

Für den UN-Generalsekretär ist angesichts des Klimawandels, der zunehmenden Ungleichheit, des zunehmenden Hasses und der Intoleranz, sowie der „alamierenden“ Anzahl an Friedens- und Sicherheitsherausforderungen keine Zeit zu verlieren.

„Die größte Herausforderung für Führungskräfte und Institutionen besteht darin, Menschen zu zeigen, dass sie uns wichtig sind - und Lösungen zu finden, um mit Antworten auf die Ängste der Menschen zu reagieren. Die kommende hochrangige Woche soll genau das ermöglichen“, sagte er am Mittwoch in New York gegenüber Journalisten.

„Es wird Dutzende von Gipfeln, Treffen und Nebenveranstaltungen geben. Aber ich kann die Bedeutung all dieser Diskussionen in zwei Worte fassen: Ehrgeiz und Handeln. Ich sehe die hochrangige Woche als eine hervorragende Gelegenheit, die Vereinten Nationen als Zentrum für Lösungen und Motor für eine sinnvolle und positive Veränderung im Leben der Menschen zu präsentieren."

Die hochrangige Woche beginnt am Montag mit dem Klimagipfel. Dort sollen mehrere Pläne zur drastischen Reduzierung der Emissionen in den nächsten zehn Jahren und zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2050 vorgestellt werden.

Die vier anderen Gipfeltreffen werden sich mit der allgemeinen Gesundheitsversorgung, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, der Finanzierung der Entwicklung und der Unterstützung der kleinen Inselentwicklungsstaaten befassen.

Guterres versprach, dass seine Botschaft durchweg einfach sein wird: „Stellen Sie die Menschen an die erste Stelle. Ihre Bedürfnisse. Ihre Bestrebungen. Ihre Rechte."

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Rundbrief III/2019: Grosse Ziele, aber kein Plan. Wo steht die Agenda für Nachhaltige Entwicklung?

Forum Umwelt & Entwicklung - 19. September 2019 - 10:31

Am 24. und 25. September kommen die Staats- und Regierungschef dieser Welt in New York zusammen, um erstmals eine Zwischenbilanz zum Umsetzungsstand ihrer gemeinsamen Nachhaltigkeitsagenda zu ziehen. Ein weiterer UN-Gipfel also, bei dem sich unsere Regierenden treffen – um zu reden und sich bestenfalls Verantwortlichkeiten hin und her schieben oder schlimmer noch, die Missstände klein- und schönreden. Aber sie lassen sich nun mal nicht weglächeln. Auch ohne Gipfel wissen wir bereits, dass die Zahl der Hungernden wieder steigt, die Ärmsten immer ärmer und Reichen absurderweise immer reicher werden, die Artenvielfalt dramatisch abnimmt und die Klimakrise unvermindert voranschreitet – mit einem Wort, wir entwickeln uns nicht hin zu einem nachhaltig gerechten Miteinander in dieser Welt, sondern eher davon weg. Dabei steht genau das hinter den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs), denen sich die 193 UN-Staaten im Jahr 2015 verschrieben haben: die Sicherstellung einer gerechten gesellschaftlichen Entwicklung auf sozialer, ökonomischer und ökologischer Ebene. Vorrangig geht es dabei um die Verringerung von ungleichen Lebensstandards in und zwischen den Staaten, die Schaffung von Chancengleichheit aller Menschen und den Erhalt von Ökosystemen. Bis 2030 soll jedes Land eigene Maßnahmen umgesetzt haben, die zur Erfüllung dieser Ziele führen.

 

In dieser Sonderausgabe des Rundbriefs reflektieren unsere AutorInnen die 17 SDGs in 17 Artikeln aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Sie schauen dabei nicht nur darauf, was die SDGs weltweit bisher gebracht oder eben nicht gebracht haben, sondern auch, welchen Beitrag Deutschland hierzulande aktiv leistet, die massiven Defizite strukturell aufzubrechen. Um es vorwegzunehmen: leider nicht allzu viel. Denn den SDGs fehlt es an einem konsistenten Umsetzungsplan. Hehre Ziele an sich können gegen die vorherrschende Profitmaximierungslogik und mächtige Wirtschaftslobby schließlich nicht viel ausrichten. An vielen Stellen dieser Ausgabe wird deutlich, wie im Namen der SDGs Unternehmensprofite steigen, kaum aber Verbesserungen für die Allgemeinheit geschaffen werden, weder in Deutschland noch anderswo. Die neoliberale Ökonomie, die trotz der weitreichenden Ziele für nachhaltige Entwicklung, aber gerade wegen einer zu abstrakten Agenda ohne verbindliche Strukturmaßnahmen weiter Fahrt aufnimmt, führt die SDGs teils sogar ad absurdum. Egal ob im Bereich Städte, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Wasser, Meere oder Wälder.

 

Überall sind unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeitsziele Privatisierungen und zweifelhafte Kooperationen mit der Privatwirtschaft an der Tagesordnung, die vor allem eben jenen Unternehmen nutzen, nicht aber den Menschen und der Umwelt. Nicht zuletzt das irrsinnige Festhalten an einem unbegrenzten Wirtschaftswachstum, das dem SDG 8 explizit eingeschrieben ist, zeigt, dass es auch schon Fehler in der Zielkonzeption gibt. Doch einen Plan, wie die großen, doch zumeist richtigen Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda durchzusetzen sind, ohne die Macht der Großkonzerne strukturell anzutasten und bestehende Widersprüche zu reproduzieren, gibt es nicht. Wie auch. In unzähligen lokalen Initiativen, Sozial- und Umweltbewegungen zeigen Menschen, wie es besser laufen kann und muss. Die BürgerInnen sind da längst viel weiter als die Politik. Am 20. September, kurz vor dem SDG-Gipfel, werden sie das wiederholt zum Ausdruck bringen und weltweit streiken für eine solidarische, nachhaltige und klimafreundliche Zukunft.

 

Eine gute Lektüre wünscht Ihnen
Josephine Koch

 

Download des Rundbriefs

 

Inhalt

 

Friede, Freude, SDGs?
In der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung ist dieses Jahr ein erstes Bilanzziehen vorgesehen
Elisabeth Staudt

 

Viel heiße Luft
Politik für die Armen mit Hilfe der Wirtschaft?
Marita Wiggerthale

 

Kein Hunger bis 2030
Längst eine Illusion?
Lena Bassermann

 

Ganzheitliche Ansätze für verbesserte Gesundheit
Warum medizinische Fortschritte nicht ausreichen, um Krankheiten zu bekämpfen
Mareike Haase

 

Bildung und SDG 4
Die Suche nach öffentlichen Mitteln
Antonia Wulff

 

Chemisches Ungleichgewicht
Geschlechter(un)gerechtigkeit in der Welt der Chemie
Anna Holthaus und Dr. Minu Hemmati

 

Recht auf Wasser durch Unternehmenspartnerschaften?
Die Vereinten Nationen sind auf dem falschen Weg
Rainer Heinrich

 

Unzureichende EU-Klimaziele durch Bioenergiepolitik zusätzlich gefährdet
Wird die neue EU-Führung erneut eine führende Rolle beim Klimaschutz einnehmen?
Linde Zuidema

 

Ewiges Wachstum?
Der verhängnisvolle Fehler im Plan zur Bekämpfung der Armut und der Rettung unseres Planeten
Joan Martinez und Nick Meynen

 

Verkehrsinfrastruktur umbauen
Warum die Entwicklungen noch immer zu wenig mit Nachhaltigkeit zu tun haben
Jens Hilgenberg

 

Was soll denn Entwicklungspolitik mit Migranten zu tun haben?
Eine migrantische Perspektive zur Umsetzung der SDGs
Jana Michael

 

Das Recht auf Wohnen umsetzen!
Für eine rebellische, linke, solidarische Stadt
Stefan Thimmel

 

AUS DER MODE
Wie zivilgesellschaftliche Kampagnen weltweit gegen unregulierte Produktionsbedingungen vorgehen
Anne Neumann

 

Prima Klima für lau?
Wer Klimaschutz will, kann nicht auf Privatinvestitionen setzen
Johannes Grün

 

Ja, ja, so blau, blau, blau ist die nachhaltige Wirtschaft
Rettung der Meere durch die Blue Economy?
Marie-Luise Abshagen

 

Holzproduktion versus Gemeinwohlleistungen
Unterstützt unsere Forstwirtschaft die UN-Nachhaltigkeitsziele?
László Maráz

 

(K)Ein bisschen mehr Frieden?
Unberechenbare Rüstungsexportpolitik konterkariert friedenspolitische Bemühungen der Bundesregierung
Dr. Barbara Happe

 

Billionen für die Verwirklichung der Agenda 2030 36
Von der „Transformation unserer Welt“ zum Anlagemodell?
Wolfgang Obenland

 

 

Download des Rundbriefs

 

Gedruckte Exemplare  können unter buero@forumue.de bestellt werden.

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Hurra, wir sind für den UmweltMedienpreis nominiert!

reset - 19. September 2019 - 7:25
RESET.org ist für den UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe nominiert! Da es sich um einen Publikumspreis handelt, seid jetzt ihr gefragt. Stimmt für uns ab!
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When one session closes, another one opens: Looking ahead to the 74th Session of the UN General Assembly

Global Policy Watch - 19. September 2019 - 1:37

By Elena Marmo

With the focus firmly on preparations for the UN General Assembly (UNGA) High-Level Week (23-27 September), the Presidents of the General Assembly (PGAs) and the UN Secretary-General expressed their concerns and ambitions in closing the 73rd Session and opening the 74th Session.

While the UNGA High-Level Week will feature high-level meetings on climate, universal health coverage, financing for development, the Sustainable Development Goals (SDGs), and solutions for Small Island Developing States (SIDS), the UNGA’s remit goes far beyond that week, with meetings spanning the entire year, and a new session beginning each September.

The closing of the 73rd Session sees the departure of UNGA President María Fernanda Espinosa Garcés of Ecuador while the opening of the 74th sees the arrival of new President Tijjani Muhammad-Bande of Nigeria.

At the closing of the 73rd Session on 16 September, Secretary-General António Guterres and outgoing President Espinosa Garcés reflected on the work of the 73rd session, imploring Member State delegates to continue to pursue the many challenges the multilateral body is designed to address, with particular emphasis on the significance of the forthcoming 75th UN Anniversary. At the opening of the 74th Session on 17 September, incoming President Muhammad-Bande closed this loop, highlighting his plans and vision for continuing the work thus far and bringing new themes to the attention of Member States.

Priorities of the UN General Assembly

In her remarks at the closing of the 73rd Session, Espinosa Garcés highlighted her work on seven priorities identified at the outset of her presidency–advancing gender equality, inclusive UN access, eradication of single-use plastics, the Global Compact on Migration, and dialogue on decent work for all with a focus on inclusion for women and youth, increasing dialogue on synergies, and strengthening multilateralism.

At the opening of the 74th Session, Muhammad-Bande outlined his priorities for the tenure of his presidency including conflict prevention, poverty reduction, zero-hunger, inclusive access to education, climate change and social inclusion across UN policies. In terms of conflict prevention, Muhammad-Bande noted he will be working closely with the Security Council to “advocate for effective early detection and warning systems, as well as mediation, negotiation and peaceful settlement of ongoing conflicts” and “to engender cooperation that will address drivers of conflicts such as poverty, exclusion and illiteracy”.

Strengthening Multilateralism

At the closing of the 73rd Session, Espinosa Garcés noted, “I am more convinced than ever that multilateralism and the United Nations are irreplaceable and that, when we work together, there is no goal we cannot reach. We have, literally the power to transform the world, to do better for all people, to do it more inclusively and sustainably.”

While multilateralism remains under attack and the increased corporate sector engagement at the UN has engendered growing discontent among civil society, the Secretary-General and outgoing PGA reaffirm the relevance and necessity of the UN as a multilateral forum. Espinosa Garcés stated: “Today, at the end of my mandate, I can affirm with absolute conviction that the General Assembly is the ideal space – and the only one – to reach agreements, to advance global solutions.”

Further, Guterres noted: “From the climate crisis to migration flows and rising inequality, from waves of intolerance to harnessing technology for good, one thing is certain: global issues require global solutions. The United Nations General Assembly is our universal platform to build consensus for the common good.”

And in his opening remarks at the 74th Session, Muhammad-Bande reiterated this thought, noting that, “we must never forget that the world looks up to the UN as a vehicle for attaining peace and security, sustainable development and universal human rights”. Guterres highlighted this at the opening of the 74th Session as well, recalling conversations with Muhammad-Bande on how “transparency, dialogue and greater understanding are essential to alleviating…the trust deficit between nations”.

Reform to the UN System (UNS)

Along with an emphasis on multilateralism, both the outgoing and incoming General Assembly presidents as well as the Secretary-General made note of the role of ongoing reform to the United Nations Development System (UNDS) in helping the multilateral institution deliver more effectively for all. The Secretary-General emphasized that, “the United Nations continued over the past year to advance its comprehensive reforms at an unprecedented pace and scale…to make our Organization more nimble, effective and efficient – and to better serve ‘we the peoples’ of the world”.

Espinosa Garcés remarked on the importance of building on reforms carried out thus far for the 75th UN Anniversary in 2020, which Guterres called “a crucial year…to convince people that the United Nations is relevant to all and that multilateralism offers real solutions to global challenges”.

Muhammad-Bande reiterated this in his remarks as well, stating, “in line with the far-sighted vision of its founders” the Assembly needs to “redouble its efforts to bridge gaps and act for the common good of the people we serve, particularly as we prepare for the celebration of the 75th anniversary of the Organization”. Muhammad-Bande has also gone on record highlighting hopes for reform to the Security Council.

UN General Assembly (UNGA) High-Level Week

As the High-Level Week will take place under the presidency of the 74th Session of the UNGA, in her closing remarks Espinosa Garcés noted that “next week’s meetings must not be treated as stand-alone events but as a package. Indeed, they are inextricably linked strands of DNA that make up our ‘blueprint’ for the world.” Muhammad-Bande has called the week a “key opportunity to demonstrate that multilateralism works”.

With the much anticipated High-Level Week as a start to the 74th Session of the UNGA, the eyes of the international community will be on the Heads of State or Government to address the Summits’ interlinked and complex issues. To read more on the challenges and opportunities these meetings present, read Global Policy Watch’s analysis here.

Muhammad-Bande has reminded Member States that “we will have to strive together, to deliver for all” and to “build trust with one another, deepen partnerships and show empathy” as “the only way to resolve the many challenges that confront us”.

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Mozambique Still At Risk

SWP - 19. September 2019 - 0:00

In early August 2019 the president of Mozambique and the leader of the largest oppo­si­tion party signed a new peace agreement. This has revived the peace process between the Mozambican National Resistance (RENAMO) and the Mozambique Liberation Front (FRELIMO), which has been in power since 1994. Great challenges remain, such as the disarmament and reintegration of RENAMO fighters.

Furthermore, new trouble spots have emerged: Since October 2017, a wave of vio­lence has cost the lives of well over 300 people in Cabo Delgado Province. Although “Islamic State” (IS) has claimed responsibility for some of the attacks, the motives and structures of the group responsible remain unclear. Its occurrence points to pro­found social cleavages and alienation between the population and the political elite. At the same time, the north of Mozambique has become a hub for the illicit economy. Criminal transactions are above all symptoms of state neglect and extensive impunity. Experience from other conflict regions shows that this constellation can have fatal consequences. For this reason, international actors including the German government should press for rapid and far-reaching measures that go beyond the official peace process.

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UN-Gipfel – Jetzt mal Taten statt Worte?

SWP - 19. September 2019 - 0:00

In New York treffen sich Ende September viele Staats- und Regierungschefs der Welt, um zur Eröffnung der 74. UN-Generalversammlung über drängende Fragen des Über­lebens der Menschheit zu diskutieren: nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz, globale Gesundheit und die dazugehörige Finanzierung. Doch was können diese Gipfel an­gesichts der geopolitischen Situation überhaupt bewirken? Eine Analyse mit Fokus auf den SDG-Gipfel zeigt Möglichkeiten und Grenzen.

 

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Sondergipfel in New York: Guterres macht Tempo beim Klimaschutz

SWP - 19. September 2019 - 0:00

Seit der Ankündigung des US-Präsidenten, das Pariser Klimaabkommen zu verlassen, wächst die Führungslücke in der internationalen Klimapolitik. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat sich vorgenommen, sie zu schließen: Seit 2017 setzt er sich mit Nachdruck für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. 2018 reiste er gleich zwei Mal zu Verhandlungen unter dem Dach der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCC) nach Katowice, Polen, wo das Regelbuch für das internationale Klimaabkommen festgezurrt wurde. Nun empfängt er am 23. September Staats- und Regierungschefs, Unternehmen, Jugendvertreter und Nichtregierungsorganisationen zu einem Sondergipfel in New York.

Der neue Nationalismus gefährdet den Klimaschutz

In den USA hatten günstige Trends im Energiemarkt – ein Wechsel von Kohle zu Gas – und eine beherzte Klimaschutzpolitik unter Präsident Obama zu sinkenden Emissionen geführt. Unter Präsident Trump wurden die Klimaschutz-Regularien wieder abgeschafft. Zwar bleiben viele US-Bundesstaaten dennoch am Ball, indem sie eigene Gesetze verabschieden und die erneuerbaren Energien voranbringen. Der nötige Schwung, mit dem sich das verkündete US-Klimaziel erreichen ließe, ist jedoch dahin. Die chinesische Regierung, die vor zwei Jahren gegenüber der EU und Kanada zugesagt hatte, sich für das Pariser Abkommen einzusetzen, ist nun vollauf damit befasst, die Folgen der US-Handelspolitik abzuwehren. Zudem treibt China die »Neue Seidenstraßen«-Initiative voran, die vor allem durch den Bau von Kohlekraftwerken und CO2-intensive Infrastrukturprojekte in den Nachbarländern auffällt. Gegen die Wirkungen, die dieser Rückfall der beiden größten Verursacher des Klimawandels entfaltet, ist schwer anzukommen. Verschärfend kommt hinzu, dass sich im letzten Jahr mit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro auch Brasilien dem klimapolitisch folgenreichen Nationalismus verschrieben hat. Die Freigabe des Amazonas für unkontrollierte Brandrodungen, einhergehend mit einer massiven Freisetzung von Treibhausgasen, sorgt zwar aktuell für internationale Empörung, beeinflussen lässt sich diese Politik von außen aber nur schwer. Die Verfechter einer zügigen Umsetzung des Pariser Abkommens, allen voran die kleinen Inselstaaten, die Europäische Union, Kanada und Mexiko, stellt dies vor große außenpolitische Herausforderungen

Guterres setzt in dieser Situation auf die große Bühne der UN-Generalversammlung, die gleichzeitig als Pranger und als Schaufenster fungiert. »Bringt Pläne, nicht Reden«, lautet seine Aufforderung an die Staats- und Regierungschefs vor dem Sondergipfel am kommenden Montag. Denn im nächsten Jahr bei der Vertragsstaatenkonferenz COP26 sind alle Länder aufgefordert, sowohl ihre mittel- als auch ihre langfristigen nationalen Vorhaben zur Klimapolitik einzureichen. Der Generalsekretär schlägt den Staaten mit Blick auf das 1,5-Grad-Ziel vor, sich an einer Reduktion der Emissionen von 45 Prozent bis 2030 zu orientieren; weiterhin sollen sie, so der Vorschlag, den Abbau von Subventionen für fossile Energien und den Verzicht auf neue Kohlekraftwerke ab 2020 vorantreiben. Damit setzt Guterres auch auf die Messbarkeit von Erfolgen und gibt Anhaltspunkte dafür, was er unter »ehrgeizigen« Ambitionen und Glaubwürdigkeit versteht. Der Gipfel soll schließlich auch dazu beitragen, gemeinsam mit nichtstaatlichen Akteuren Aktivitäten in insgesamt neun Kernfeldern weiter voranzutreiben. Dazu haben sich im Vorfeld Koalitionen aus UN-Mitgliedstaaten, Vertretern verschiedener Regierungsebenen, zum Beispiel aus US-Bundesstaaten, der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und Jugendgruppen gebildet. Guterres zeigt damit, dass er die Stellschrauben für eine Klimawende kennt und sich nicht allein auf die Staatenlenker verlässt.

Die Klimadiplomatie im Dauer-Stresstest

Neben dem Klimaschutz ergibt sich durch die Neupositionierungen der großen Staaten eine klimadiplomatische Herausforderung, die allein die Verhandler der UN-Klimarahmenkonvention oder einzelne Akteure wie die EU nicht stemmen können. Denn das Pariser Abkommen funktioniert nur, wenn eine Vielzahl von Staaten ihre Bemühungen nach oben schraubt, in Umsetzungsfragen kooperiert und dem Prinzip der Transparenz folgt. Es gilt insofern, der Macht der abtrünnigen Staaten die Macht der großen Zahl entgegenzusetzen. Und immerhin wollen sich am 23. September in New York rund 100 Staaten mit eigenen Klimaplänen beteiligen. 20 Länder wie Finnland, Großbritannien, Frankreich oder Costa Rica reisen mit einem deutlichen Bekenntnis zur Klimaneutralität an. Damit stützen sie aktiv das langfristige Ziel des Pariser Abkommens, ab 2050 weltweit ausgeglichene Klimabilanzen vorzuweisen. Guterres kann sich somit darauf verlassen, dass es Staaten und weitere Akteure gibt, die die Umsetzung des Pariser Abkommens voranbringen, sich auf der großen Bühne zeigen wollen und sich zum Multilateralismus bekennen.

Ergebnisse des Klimakabinetts als Signal

Dass der anstehende Sondergipfel im Vorfeld Wirkung entfaltet hat, zeigt sich an der deutschen Klimaagenda. Wenn das Klimakabinett der Bundesregierung am 20.9. tagt, wird sein Augenmerk darauf liegen, was die Bundeskanzlerin nach New York mitnehmen kann. Neben dem Bekenntnis zum Neutralitätsziel für 2050 werden konkrete Maßnahmen wie der CO2-Preis sowie Konzepte für einen gerecht gestalteten Strukturwandel dazu gehören. Zwar ist der deutsche Beitrag noch nicht ambitioniert genug, um zügig und dauerhaft die Emissionen zu senken,  doch für die Klimadiplomatie ist er ein wichtiges Signal. Schlechter bestellt ist es um den Auftritt der EU. Sie ist aufgrund des noch ausstehenden Antritts der neuen EU-Kommission am 1. November nicht in der Position, mit neuen Angeboten nach New York zu fahren.

Mit Blick auf die anstehenden Vertragsstaatenkonferenzen in Santiago de Chile im Dezember (COP25) und 2020 in Glasgow (COP26) ist der New Yorker Gipfel ein wegweisendes Ereignis. Vor allem dank der Führungsstärke des Generalsekretärs: Er stärkt die Sichtbarkeit der Vereinten Nationen gegenüber den nationalistischen Regierungen, bindet jene Akteure ein, die den Klimaschutz umsetzen können, und nimmt die Staatenlenker direkt in die Verantwortung. Zuletzt drohte er sogar mit einem Entzug des Rederechts für jene, die weiterhin auf Kohleverstromung setzen wollen.

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SDG-Summit 24.-25.09.2019 in New York

#2030Agenda.de - 18. September 2019 - 21:50
Entsprechend der 2015 verabschiedeten Agenda 2030 sollen die Regierungen regelmäßig über die Umsetzung der SDGs in ihrem jeweiligen Land berichten. Dazu trifft sich der weltweite Beamtenapparat jedes Jahr im Juli beim High Level Political Forum (HLPF), um über die Fortsetzung der SDGs zu berichten. Allerdings wird das HLFP dafür kritisiert, dass dort von Staaten vor allem Werbefilmchen über ihr Land gezeigt und Vorzeigeprojekte präsentiert werden. Mit dem SDG-Gipfel 2019 (24.-25. September) sollen die SDGs und ihr Fortschritt das erste Mal auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs besprochen werden. Ziel ist es, die Relevanz der SDGs für die Staaten der Welt erneut hervorzuheben und auf höchster Regierungsebene an der Umsetzung zu arbeiten. Entsprechend will der Gipfel Fortschritt überprüfen und Maßnahmen zur Beschleunigung der Umsetzung identifizieren.
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Faire Gewinner

Engagement Global Presse - 18. September 2019 - 20:42
Alle Sieger des Wettbewerbs "Hauptstadt des Fairen Handels 2019". Foto: Engagement Global/Jörg Loeffke

Neumarkt in der Oberpfalz konnte sich gegen 99 Kommunen und Städte durchsetzen und ist „Hauptstadt des Fairen Handels 2019“. Damit gewinnt zum ersten Mal eine Kommune aus Bayern den Titel. Der Wettbewerb zeichnet seit 2003 Kommunen aus, die sich für den Fairen Handel und Faire Beschaffung einsetzen.

Die Preisverleihung fand heute, 18. September 2019, im Kölner E-Werk statt und bildete den Auftakt des Kongresses „fair begegnen – fair gestalten“, bei dem sich noch bis Freitag, 20. September 2019 alles um Fairen Handel dreht. Für den Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, überreichte sein Abteilungsleiter Dr. Bernhard Felmberg in Köln die Preise.

Nicht nur Neumarkt in der Oberpfalz durfte sich dabei über einen Preis freuen. Die Sieger und ihre Preisgelder:

1. Platz: Stadt Neumarkt in der Oberpfalz (70.000 Euro)
2. Platz: Stadt Bad Säckingen (40.000 Euro) und Stadt Münster (40.000 Euro)
3. Platz: Stadt Nürnberg (30.000 Euro)
4. Platz: Stadt Leipzig (20.000 Euro)

Weitere Sonderpreise, mit je 10.000 Euro dotiert, gehen für gelungene Einzelprojekte an Dinslaken, Gotha, Hamburg, Lübeck und Westerstede.

„Auch 2019 bewarben sich wieder 100 Kommunen, so viele wie beim vorherigen Wettbewerb im Jahr 2017. Die Jury hat intensiv um die Platzierungen gerungen. Auffällig waren dieses Mal die Maßnahmen in vielen Kommunen, die Schritte zu Fairem Handel und Fairer Beschaffung nachhaltig strukturell zu verankern. Sehr erfreulich!“, so Michael Marwede von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen, die den Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt.

Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global, freut sich über das wachsende Interesse der Kommunen: „Städte und Gemeinden spielen zunehmend eine wichtige Rolle in der Förderung des Fairen Handels; und sie unterstützen kreative Ansätze, wie die Preisträger der letzten Jahre und auch die Beiträge in diesem Jahr nachdrücklich unter Beweis gestellt haben. In immer mehr Städten und Gemeinden wird die Idee der „Fairness“ zur selbstverständlichen Aufgabe. Das zeigen auch die Anträge an die Servicestelle für finanzielle Unterstützungen und die vielen Koordinatorinnen und Koordinatoren zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit in deutschen Kommunen – auch hier in Köln.“

Zum Sieger Neumarkt (Bayern, rund 40.000 Einwohner)

Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz bewirbt sich seit 2005 beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“. Sie gehört damit zu den treuesten Teilnehmerkommunen. Seit 2011 belegt Neumarkt regelmäßig einen Platz auf dem Siegertreppchen: 2011 den 4. Platz, 2015 den 3. Platz, 2013 und 2017 jeweils den 2.Platz. 2019 konnte sich die engagierte Kommune nun als Gewinner durchsetzen.

Zum zweiten Mal nach 2009 und der damaligen Siegerstadt Marburg gewinnt mit Neumarkt eine Mittelstadt. Dass auch solche Kommunen mit einer Einwohnerzahl von 20.000 bis 100.000 viel bewegen können, zeigt Neumarkt eindrücklich: Die Stadt überzeugte die Jury unter anderem mit ihrem starken und breit aufgestellten gesellschaftspolitischen Engagement und der festen, strategischen Verankerung des Gedankens des Fairen Handels in der bayerischen Kommune. Als preiswürdig erachtete die Jury auch die tiefe, regionale wie thematische Vernetzung der Kommune mit anderen Akteuren.

Ausgezeichnet werden ferner die Kontinuität der Arbeit und die Vielfältigkeit der eingereichten Projekte, darunter etwa die Vergabe von Mikrokrediten in den Globalen Süden durch Neumarkt selbst. Die sehr gute Qualität der Projekte hält mühelos den Vergleich mit größeren Kommunen stand. Außergewöhnlich gelungen ist auch die Verbindung der Idee des Fairen Handels mit anderen Querschnittsthemen wie Klima und Umwelt, so die Jury.

Die diesjährige Jury bestand aus zehn Expertinnen und Experten aus dem Bereich Fairer Handel und kommunale Beschaffung:

• Nadine Gerks, Verband Kommunaler Unternehmen
• Georg Abel, Verbraucher Initiative e.V.
• Miriam Feldmann, Stadt Köln
• Felix Reifschneider, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
• Axel Welge, Deutscher Städtetag
• Deliana Bungard, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Juryvorsitzende
• Teresa Hoffmann, Brot für die Welt
• Ruben Enxing, Forum Fairer Handel e.V.
• Uwe Prüfer, Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG)
• Dieter Overath, TransFair e.V.

Die Preisverleihung 2019 unterstützte die Stadt Köln. 2021 geht der Wettbewerb voraussichtlich in die zehnte Runde.

Alle Bewerber- und Preisträgerkommunen werden 2020 an Erfahrungsaustauschen (zwei Termine, je zwei Tage) teilnehmen, die die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt durchführt. Die Teilnahme hat jeder Bewerber gewonnen, alle Kosten werden übernommen.

Weitere Informationen

Zum Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ und den Kurzfilmen der Kommunen

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People’s Assembly parallel to the SDG Summit

Global Policy Forum - 18. September 2019 - 15:38

As Heads of State will meet on 24 and 25 September 2019 for the SDG Summit to review the progress of Agenda 2030, we are organizing a parallel People’s Assembly. The People’s Assembly will bring together people’s representatives and civil society from around the world to give  grassroots and marginalised people a voice. Most importantly, it will be a space for all to jointly analyse the structural reasons for the injustices, act and plan for common future actions to create systemic change to achieve the Sustainable Development Goals and the Paris Climate Agreement. Civil society plays a key role in advocating and implementing much needed change and to work on the structural causes of poverty and inequalities. However, we are being threatened and civic space to work is dwindling. Civil Society must fight back together and reclaim our space.

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Ideen und Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Welthungerhilfe - 18. September 2019 - 15:33
Gemeinsam lässt sich viel erreichen: Dies können Schulen, Unis und Unternehmen gegen Lebensmittelverschwendung tun.
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(RED) X ONE Design Challenge

ONE - 18. September 2019 - 14:12

Am 01.12. ist Welt-AIDS-Tag. (RED), die Partnerorganisation von ONE, unterstützt den Kampf gegen Aids schon seit langem durch Partnerschaften mit den größten Marken der Welt. Die Produkte und Events dieser Partnerschaften stärken das öffentliche Bewusstsein für die Auswirkungen der Krankheit und haben bis heute mehr als 600 Millionen US-Dollar für die Arbeit des Globalen Fonds eingebracht. Das finden wir natürlich großartig, denn der Globale Fonds leistet unglaublich wichtige Arbeit im Kampf gegen die vermeidbaren Krankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria.

(RED) X ONE Design Challenge: https://www.red.org/design-challenge-assets

Kreativ gegen Aids

Dieses Jahr will (RED) mit dieser kreativen Arbeit und gemeinsam mit ONE erneut noch einen Schritt weiter gehen – in Zusammenarbeit mit Amazon/RED ist ein T-Shirt-Verkauf zum Welt-AIDS-Tag geplant. Und jetzt seid ihr gefragt! (RED) ruft ein weiteres Mal zur Design Challenge auf und möchte eure wildesten Entwürfe sehen, um Aids am 01.12. mit Farben, Formen und Wortspielen den Kampf anzusagen.

Bist du über 18 Jahre alt und hast eine kreative Ader? Fühlst du dich eventuell bereits INSPI(RED) und möchtest dein Design gegen Aids auf ein T-Shirt gedruckt sehen? Ausgerüstet mit unseren Logos, Brand Guidelines und nützlichen Zahlen sind wir gespannt, herauszufinden, was in euren Köpfen enstehen kann. Lasst eurer Kreativität freien Lauf – bis zum 04.10.! An diesem Tag erwarten wir spätestens eure Entwürfe. Je einfallsreicher, desto besser.

Und was passiert mit den Meisterwerken?

Nachdem ihr eure Designs auf der Website eingereicht habt, wird eine Jury aus einem (RED)-Mitglied, einem ONE-Mitglied und einem Design Artist fünf besonders großartige Entwürfe auswählen. Diese Designs werden auf T-Shirts gedruckt und am 01.12. zum Welt-Aids-Tag bei Amazon.com/RED verkauft. Und das Beste daran: Der Kauf bereits eines einzigen T-Shirts ermöglicht 56 Tage lebensrettender medizinischer Versorgung. Eure Designs könnten also buchstäblich Leben retten.

Klingt nach einer tollen Aktion? Finden wir auch! Jetzt sind eure grauen Zellen und kreativen Köpfe gefragt – wir möchten eure wildesten, engagiertesten, mutigsten Ideen sehen. Ganz egal ob Studierende*r, Aktivist*in oder Künstler*in. Laute Stimmen sind im Kampf gegen Aids gefragt und die stärksten Botschaften möchten wir auf Stoff drucken. Mach jetzt mit! Vielleicht warten wir auf genau dein Design.

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Fünf Fragen an Medinat Abdulazeez Malefakis, Forscherin am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin

ONE - 18. September 2019 - 14:00

Als Expertin für Migration und Transnationalisierung forschte Dr. Medinat Abdulazeez Malefakis von Frühjahr bis Herbst 2019 am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin. Ihr Schwerpunkt ist die Rolle der Religion im Kontext von Terrorismus im Tschadseebecken von Westafrika, zum Beispiel bei Boko Haram. Außerdem setzt sie sich aktiv für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Besonders in den sozialen Medien, auf Twitter und Instagram, macht sich Medinat Abdulazeez Malefakis für feministische Projekte und Ziele stark. Wir haben ihre Zeit in Berlin genutzt und nach ihrer Meinung zum Potential von Feminismus im Jahr 2019 gefragt.

ONE: Warum ist Feminismus 2019 so wichtig?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Feminismus brauchen wir immer, jedes Jahr. Denn es scheint, als würden immer noch viele Menschen Gleichberechtigung mit Geschlechterparität verwechseln. Mit letzterer hat Feminimus tatsächlich wenig zu tun, sondern viel mehr mit Geschlechtergleichstellung. Und wenn wir 2019 immer noch darüber reden müssen, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden und die gleichen Chancen erhalten sollten, dann brauchen wir Feminismus definitiv noch. Wir brauchen Feminismus, bis die Welt versteht, dass Gleichberechtigung genauso wichtig ist wie die fundamentalsten Menschenrechte. So, wie die Welt momentan tickt, sind Frauen per se in einer benachteiligten Position. Nach einer Situation der sexuellen Gewalt beispielsweise sind sie zwar eigentlich die Opfer. Doch häufig schämen sie sich sehr und werden ausgegrenzt, weil sie vergewaltigt oder belästigt wurden. Um mit solchen sexistischen Traditionen zu brechen, die Frauen im Gegensatz zu Männern moralisch viel stärker zur Verantwortung ziehen, brauchen wir Feminismus.

ONE: Welche*r Politiker*in kann tatsächlichen Wandel für Frauen und Mädchen weltweit herbeiführen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Das ist aus meiner Sicht ohne Zweifel Jacinda Ardern, die Premierministerin Neuseelands. Für mich ist sie ein ideales Vorbild dafür, wie Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt ihr Potenzial entfalten können. Eine Regierungschefin, die nicht versucht, ein ‚Mann‘ zu sein und etwas tatsächlich Qualitatives zur Ebene der Entscheidungsträger*innen beiträgt. Eine Regierungschefin, die mutige Entscheidungen trifft, welche besonders angesichts terroristischer Bedrohungen so wichtig sind. Eine Regierungschefin, die allen zeigt, dass man als Frau alles sein kann, was man möchte, weiblich und Premierministerin; Mutter und Kabinettsvorsitzende. Und dass es in Ordnung ist, sein Baby zur Generalversammlung der Vereinten Nationen mitzubringen! Mit ihren Taten beweist sie kontinuierlich, dass Umstände, von denen gesagt wird, dass sie Frauen und Mädchen in ihren Möglichkeiten einschränken (wie beispielsweise Kinder zu bekommen), im Job und überall viel liberaler angegangen werden sollten – damit Frauen aufsteigen und Karriere machen können, genau wie Männer.

ONE: Was wäre Ihr ultimativer Tipp an Menschen, die sich weltweit für Frauen und Mädchen stark machen wollen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Frauen und Mädchen sehen sich weltweit individuellen Hindernissen gegenüber, je nach der Gesellschaft, in der sie leben. Aus diesem Grund sollte es weniger Verallgemeinerungen im Einsatz für Gleichberechtigung geben. Und ich möchte hinzufügen, dass Aktivist*innen eine Bedarfsanalyse durchführen sollten, bevor sie eine Kampagne ins Leben rufen.

ONE: Haben Sie selbst ein Vorbild? Und wenn ja, wer ist es und aus welchen Gründen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Nicht nur eines – viele. Das Durchhaltevermögen und die Widerstandskraft meiner Mutter sind sehr beeindruckend und in diesen Punkten wäre ich eines Tages gern wie sie. Meine Schwiegermutter ist auch eine unglaubliche Person, das ist fast unwirklich. Ich fühle mich in so vielen Punkten von ihr inspiriert. Nun wissen Sie natürlich auch, dass Jacinda Ardern mit auf dieser Liste steht. Außerdem fühle ich mich von Persönlichkeiten angezogen, die Stereotype herausfordern und Barrieren abbauen, wie Halima Aden.

ONE: Bis zum tatsächlichen Erreichen von Gleichberechtigung ist es noch ein langer Weg. Was ist Ihrer Meinung nach der erste Schritt, um alle Barrieren und Hindernisse für Mädchen und Frauen abzubauen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Zugang zu Bildung. Wenn alle Mädchen und Frauen Bildung erhalten, ist das bereits ihr Sprungbrett für eine gleichberechtigte Wettbewerbssituation. An Orten wie Nordnigeria beispielsweise, wo Jungen in die Schule und Mädchen auf die Straße zum Betteln geschickt werden, wird diese Ungleichheit in Bildung weiterhin in eine allgemein ungleiche Gesellschaft resultieren. Zugang zu Bildung für alle ist der einfachste Weg, ungleiche geschlechterspezifische Vorstellungen zu beseitigen.

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