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Uber für Traktoren – Digitalisierung trifft Landwirtschaft

ONE - 15. Februar 2019 - 13:58

Martha Haile ist Co-Founder der Plattform Hello Tractor und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zukunft der Landwirtschaft in Afrika zu verbessern.

Denn diese macht auf dem gesamten afrikanischen Kontinent über die Hälfte der Beschäftigung aus. Sie stützt sich jedoch größtenteils auf veraltete Technologien, häufig wird noch von Hand gepflanzt.

Deshalb gründete Martha Hello Tractor, ein Uber-ähnliches System für Traktordienstleistungen in ganz Afrika. Die digitale Technologie ermöglicht Traktorbesitzer*innen ihre Fahrzeuge überall im Auge zu behalten. Landwirt*innen können über die App auch einen Traktor buchen, um ihre Felder zu bearbeiten.

Die App Hello Tractor koordiniert Angebot und Nachfrage von Traktoren in Afrika

Innovationen und Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft

Martha Haile, Jehiel Oliver und Van Jones gründeten Hello Tractor 2014 in Nigeria. Immer mehr Jungunternehmer*innen in den landwirtschaftlichen Betrieben in Afrika setzen auf Innovationen. Sie arbeiten daran, die Produktion, die Effizienz und das Einkommen zu steigern. Das Projekt bietet sich in Nigeria besonders an. Das Land in Westafrika hat die größte Bevölkerung und Wirtschaft Afrikas sowie einen berühmten Unternehmergeist, meint Haile.

Die Hälfte der arbeitenden Nigerianer*innen sind in der Kleinbauer*innenbranche tätig. Gleichzeitig gehört die Hälfte der in der Landwirtschaft Beschäftigten zu den ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung. Ein Großteil der Landwirtschaft ist essenziell, nur selten kommt eine Vermarktung oder Mechanisierung ins Spiel. Hello Tractor soll dazu beitragen, dass afrikanische Bauer*innen von einer weit verbreiteten Subsistenzlandwirtschaft zu einer Unternehmensgründung übergehen.

Zudem ist Haile der Meinung, dass Maschinen in der modernen Landwirtschaft unerlässlich sind, um die Produktivität zu steigern. Wenn der Agrarsektor wächst, profitieren die Landwirt*innen, was zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten führt. Das trägt dazu bei, die Armut in ländlichen Gebieten zu verringern.

Funktionen und Möglichkeiten der App

Hello Tractor richtet sich sowohl auf das Angebot als auch auf die Nachfrage. Es ermöglicht Traktorbesitzer*innen eine bessere Übersicht über seine*ihre Maschinen und eine bessere Kommunikation mit denjenigen, die sie bedienen. Am Traktor ist eine Vorrichtung angeschlossen, die Informationen an die Cloud sendet, sodass die Traktorbesitzer*innen in Echtzeit sehen, wo sich der Traktor befindet, wie viel Land er abdeckt, wie lange er im Leerlauf ist und sogar ob er gewartet werden muss.

“Kleinbauer*innen greifen nun auf automatisierte Abläufe zurück, die ihnen helfen, ihre Saat rechtzeitig zu bestellen. Mit erhöhter Transparenz und Effizienz haben Traktorbesitzer*innen den Gewinn gesteigert, die Ausfallzeiten reduziert und die Betrugsfälle verringert. Viele Hello Tractor-Nutzer*innen haben ihr Geschäft auf neue Regionen ausgedehnt – mit dem Ziel, mehr Landwirt*innen zu bedienen.”

Laut dem Unternehmen sollen Kleinbauer*innen durch den Anschluss 40-mal schneller sein und zwei Drittel der Kosten einzusparen. Hello Tractor spiegelt den großen Bedarf von Waren und Dienstleistungen der letzten Jahren wider.

Innovationen und Digitalisierung bieten viele Ansatzpunkte für eine effizientere und nachhaltigere Landwirtschaft

Bedarf neuer Innovationen

“Es geht um den gemeinschaftlichen Konsum – Nicht alle Landwirt*innen können sich eigene Traktoren leisten. Wir wollen Menschen dazu bringen, sich nicht mehr um die Verfügbarkeit eines Traktors zu sorgen – indem wir sie teilen”, sagt Haile.

Die Forderungen nach Mechanisierung in Afrika ist in den letzten Jahren lauter und dringlicher geworden, sagt Haile. Oft scheitert die Mechanisierung daran, dass es wenig Nachbetreuung von Maschinen gibt. Mit der Warnmeldung von Hello Tractor werden Betreiber*innen daran erinnert, den Traktor zu warten. So bekämpft das Unternehmen dieses Problem.

Die Unterstützung von Landwirten auf dem gesamten Kontinent seigert die Produktion und Effizienz. Der wesentliche Vorteil davon besteht für Haile darin, dass mehr afrikanische Lebensmittel auf der ganzen Welt verfügbar sind.

“Ich möchte Teil der Bewegung sein, die Geschäftsmodelle, Technologien und Initiativen für die Landwirtschaft voranbringen. Afrika kann die Welt ernähren. Es ist an der Zeit, dass wir dies tun, um unsere Lebensgrundlage zu verbessern, die Wirtschaft zu stärken und unsere köstlichen Lebensmittel zu exportieren.”

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15. Februar 2019

ONE - 15. Februar 2019 - 12:29

1. 420 Millionen Kinder leben in Krisenregionen
Heute berichten unter anderem Spiegel Online, die Deutsche Welle und der MDR, dass weltweit etwa 420 Millionen Kinder in Krisenregionen leben. Die Zahlen gehen aus einer Studie der Kinderrechtsorganisation Save the Children hervor. Demnach wachse fast jedes fünfte Kind in einem Konfliktgebiet auf – mehr als je zuvor in den vergangenen 20 Jahren. Manche Angaben seien nicht überprüfbar und die Dunkelziffer daher vermutlich noch viel höher. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika und im Nahen Osten. Kinder werden gezielt getötet oder verstümmelt, von bewaffneten Gruppen rekrutiert, entführt oder Opfer von sexueller Gewalt. Außerdem werden ihre Schulen attackiert und ihnen werde humanitäre Hilfe vorenthalten. Die meisten Kinder leiden auch unter den indirekten Folgen der Konflikte wie Hunger und mangelnde medizinischer Versorgung. 2017 seien infolge von Kriegen und Konflikten mindestens 868.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben. Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, fordert, dass Kinder besser geschützt und Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen. Sie richte ihren Appell auch explizit an die Bundesregierung, die mit ihrem Sitz im UN-Sicherheitsrat und als einer der größten Geber eine besondere Verantwortung für das Wohl und den Schutz der Kinder habe.

 

2. Auswärtiges Amt warnt vor Flucht nach Europa
Im aktuellen Süddeutsche Zeitung Magazin berichtet Veronica Frenzel über Exil-Afrikaner*innen, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes in ihre Herkunftsländer reisen, um dort von einer Flucht nach Europa zu warnen. Die Informationskampagne sei Teil von Deutschlands sogenannntem „verbesserten Migrationsmanagement“. Hervé Tcheumeleu, der vor über 17 Jahren als Student nach Deutschland gekommen sei, habe sich beim Auswärtigen Amt erfolgreich mit seiner Projektidee beworben. Er möchte, dass Zurückgekehrte anderen von ihren gescheiterten Fluchterfahrungen berichten, um so Menschen davon abzubringen, ihr Leben für die gefährliche Reise nach Europa zu riskieren. Vom Auswärtigen Amt bekomme er dafür ein Budget von fast 45.000 Euro, von dem er unter anderem Informationsmaterialien und Mitarbeiter*innen bezahle. Das Auswärtige Amt habe ähnliche Programme von sechs weiteren Exil-Afrikaner*innen gefördert. Zudem habe es die Website „Rumours about Germany – facts for migrants“ entwickelt, auf der unter anderem darauf hingewiesen werde, dass Migrant*innen sich ein Visum für Deutschland nicht einfach kaufen können.

 

3. Afrikanisches Kino hat großes Potential
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zufolge sind die Wachstumschancen für die Film- und Kreativwirtschaft nirgendwo auf der Welt so groß wie in Afrika. Das berichten unter anderem die Deutsche Welle, Deutschlandfunk und die Saarbrücker Zeitung. Bei einer Veranstaltung im Rahmen der Berlinale habe Müller gefordert, dass der Kontinent in die Lage versetzt werden müsse, eigene Geschichten, Filme und Inhalte produzieren zu können. Dabei verwies er auf die Initiative „Zukunft.Markt.Film“ seines Ministeriums, die mit einem Volumen von bislang 6,1 Millionen Euro Ausbildung, Investition, Vertrieb und Marketing der afrikanischen Filmwirtschaft unterstütze. Durch das Programm seien mehr als tausend Filmschaffende in 20 Ländern ausgebildet worden, davon fast die Hälfte Frauen. Als ein Erfolg gelte der vielfach prämierte und vom Entwicklungsministerium geförderte kenianische Kinderfilm „Supa Modo“. Müller verwies auch auf den Streamingdienst Netflix, der zunehmend Interesse an afrikanischen Film- und Serien-Produktionen zeige.

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Masernfälle haben sich laut Weltgesundheitsorganisation innerhalb eines Jahres fast verdoppelt

Vereinte Nationen - 15. Februar 2019 - 11:18

15. Februar 2019 – Inmitten steigender und anhaltender Ausbrüche auf der ganzen Welt wurde eine prognostizierte Verdoppelung der Maserninfektionen festgestellt, sagte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dies betrifft sowohl arme, als auch reiche Länder.

Im Jahr 2017 sind schätzungsweise 110.000 Menschen an der hochinfektiösen, aber leicht vermeidbaren Krankheit gestorben. Darauf folgt der Appell der WHO an die Mitgliedstaaten, die Lücken in der Impfstoffversorgung zu schließen.

"Masern gehen nirgendwo hin... Es liegt in der Verantwortung aller", sagte Dr. Katherine O'Brien, Direktorin für Immunisierung, Impfstoffe und Biologika bei der WHO.

Masern sind nicht nur potenziell tödlich, sondern verursachen auch Hautausschläge, Blindheit und Entzündungen des Gehirns. Das Virus kann sehr leicht durch Husten und Niesen übertragen werden und kann auch in einem Wassertropfen stundenlang überleben.

Die Krankheit kenne keine "geografischen oder politischen Grenzen", sagte Dr. O'Brien und bemerkte dennoch, dass seit dem Jahr 2000 die Zahl der Todesfälle durch Masern um über 80 Prozent gesunken sei.

Im Jahr 2018 gab es in Afrika 33.879 Maserninfektionen, von denen 4.391 allein aus Madagaskar stammten. Dort wurden 922 Todesfälle bei einem anhaltenden Ausbruch im Oktober letzten Jahres gemeldet.

In Amerika wurden 2018 fast 17.000 Fälle von Masern registriert, im östlichen Mittelmeerraum knapp 22.000. In Europa gab es 82.596 Infektionen in 47 von 53 Ländern, vor Südostasien (73.133) und dem Westpazifik (23.607).

Um Ausbrüche zu verhindern und Masern zu beseitigen, drängt die WHO die Länder dazu, eine hohe Impfrate mit zwei Dosen Masernimpfstoff aufrechtzuerhalten.

Vor der Einführung des Masernimpfstoffs im Jahr 1963 traten alle zwei bis drei Jahre Ausbrüche und Epidemien auf, die schätzungsweise 2,6 Millionen Todesfälle pro Jahr verursachten.

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Graadselääds

Engagement Global - 15. Februar 2019 - 10:49
Die 17 Ziele gibt es nun auch auf Saarländisch. Foto: NES e.V.

Bierdeckel für eine bessere Welt wurden am Donnerstagabend mit einer Release-Party im Saarbrücker Szenelokal „Jules Verne“ vorgestellt. Die Bierdeckel mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auf Saarländisch, bebildert mit lokalen Motiven, haben Engagement Global mit ihrer Außenstelle in Mainz und das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. gemeinsam, beraten von Mundartring Saar e.V., auf den Weg gebracht.

Kurze Gesprächsrunden beleuchteten, welche Bedeutung die SDG (Sustainable Development Goals, Nachhaltigkeitsziele) für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit haben und welche Möglichkeiten sich auf Landesebene bieten, nachhaltig zu handeln.

Gesprächsgäste waren:

  • Roland Krämer, Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz im Saarland,
  • Katrin Frey aus dem saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur, Referat Entwicklungszusammenarbeit und Bildung für Nachhaltige Entwicklung,
  • Andreas Bonaventura, engagierter Gymnasiallehrer,
  • Sebastian Haffner von Sunhelp International, die auch über ihr Projekt „In 100 Solaranlagen um die Welt“ berichteten,
  • die Poetry Slammer „Die Fabelstapler“ Phriedrich Chiller und Dr. Markus Becherer, die Nachhaltigkeit in ihren Darbietungen thematisieren.

Moderiert wurden die Runden von der Geschäftsführerin des Netzwerkes Entwicklungspolitik im Saarland e.V., Ulrike Dausend.

Den mehr als 100 Gästen wurde deutlich, dass die globalen Nachhaltigkeitsziele auf Saarländisch übersetzt, zu Saarländischen Zielen werden. Nicht nur in der Waldwirtschaft und nachindustriellem Umweltschutz hätte man laut Roland Krämer schon einiges erreicht, es bleibe dennoch sehr viel zu tun. Doch würden die letzten 30 Jahre zeigen, dass Engagement für Nachhaltigkeit sich immer lohne, so Krämer.

Andreas Bonaventura forderte mehr Unterstützung für diejenigen Schulen, die sich jetzt schon für die Vermittlung der 17 Ziele einsetzen. Die Agenda 2030 dürfe sich nicht nur auf freiwillige Projekte und Nachmittagskurse beschränken.

Ihm entgegnete Katrin Frey, dass sich durch das saarländische Zentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die Verankerung von BNE im Basiskurrikulum der Schulen auch die Globalen Nachhaltigkeitsziele nach und nach stärker im Bildungsbereich verankern würden.

Dass sich saarländisches Engagement in der Welt auszahlt und mit einfachster Technologie gerade in ländlichen Regionen zu Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung beitragen kann, verdeutlichte Sebastian Haffner sehr anschaulich.

Schließlich warb die Runde für ein 18. SDG, das für Herzblut und Leidenschaft hinter der Agenda 2030 steht. Gerade hier seien alle Anwesenden gefordert, sich weiter dafür zu engagieren.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele in Dialekt und motivisch lokal angepasst auf Bierdeckeln unter die Leute zu bringen – diese Idee haben ursprünglich Studierende der Rhein Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Projekt #17Ziele entwickelt. Ihr Ziel ist es, auf humorvolle Weise Interesse für die 17 Nachhaltigkeitsziele zu wecken und Menschen zum Handeln anzuregen. Mittlerweile sind zur Kölsch-Version weitere Lokal-Versionen der 17 Ziele-Bierdeckel entstanden, unter anderem in Berlin und im Allgäu.

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So sieht Hoffnung aus

Welthungerhilfe - 15. Februar 2019 - 10:24
Nach dem verheerenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi im September 2018 stand kaum mehr ein Haus. Von jetzt auf gleich verloren 330.000 Menschen ihr Heim. Dank der schnellen Hilfe des Alliance2015-NGO-Bündnisses kehrt nun die Hoffnung zurück.
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Grüner Roter Teppich zählt zu den Berlinale-Gewinnern

Engagement Global Presse - 15. Februar 2019 - 10:04
Schauspieler Alexander Scheer fuhr mit einer Elektro-Kehrmaschine am Berlinale Palast vor. Foto: Engagement Global/André Mischke

Prominente wie Meret Becker, Marie Nasemann und Alexander Scheer setzten ein starkes Zeichen für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung auf der Berlinale. Sie trugen recycelte Kleider oder ließen sich mit einer Kehrmaschine anstelle einer Limousine vorfahren. Mit diesen Aktionen macht das Projekt #17Ziele von Engagement Global zusammen mit der Berlinale auf die Vermüllung von Meeren und Umwelt aufmerksam.

Am Wochenende geht die 69. Berlinale mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären zu Ende. Ein Gewinner steht bereits jetzt fest: der Rote Teppich. Außen zwar rot, innen aber grün - lag er vor den Hauptspielstätten Berlinale Palast, Friedrichstadt-Palast und Zoo Palast. Hergestellt war das Stück aus recycelten Fischernetzen, abgenutzten Teppichen und ausgemusterten Fehlproduktionen.

Und die Stars waren begeistert - sie alle liefen über den grünsten Roten Teppich, der jemals bei der Berlinale zum Einsatz kam: Jury-Präsidentin Juliette Binoche, Schauspiel-Legende Catherine Deneuve, Regisseur Fatih Akin, Rockstar Marius Müller Westernhagen und viele andere. Aktiv unterstützt wurde die Aktion des Projekts #17Ziele unter anderem von Schauspielerin Meret Becker, die in einer Garderobe aus alten Milchverpackungen über den grünen Roten Teppich lief. Model Marie Nasemann zeigte sich ebenfalls in einem Designerkleid aus Plastiktüten und Schauspieler Alexander Scheer fuhr statt mit der Limousine mit einer Kehrmaschine am Berlinale Palast vor. Hinzu kamen die Moderatorin Carolin Henseler sowie die Schauspielerinnen und Schauspieler Lena Urzendovsky, Kim Riedle, Odine Johne, Nadja Jo Klapper, Ben Blaskovic, Frederik Schmid und Johannes Heinrichs.

Im Blitzlichtgewitter des Festivals machte der grüne Rote Teppich deutlich, dass Meeresschutz und Nachhaltigkeit nicht nur Aufgaben der Politik sind. „Denn jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten: faire, nachhaltige Produkte kaufen, Plastik vermeiden oder wo möglich wiederverwerten. Engagement Global berät und fördert Projekte, die sich für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung einsetzen und sensibilisiert Menschen für diese Themen“, sagt Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global.

Er freut sich über die vielen prominenten Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen und damit auch ihre Fans auf die Themen der 17 Ziele aufmerksam machen. „Nur wenn jeder die 17 Ziele kennt, kann er sich auch für sie einsetzen“, so Kreuter weiter. Der Schutz der Meere ist dabei nur eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die bis zum Jahr 2030 verwirklicht sein sollen.

Für den grünen Roten Teppich ist nach der Berlinale noch lange nicht Schluss. Er wird auch weiter zum Einsatz kommen. In welcher Form das sein wird, gibt #17Ziele dann rechtzeitig bekannt.

Weitere Informationen
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TOP 14 Rekrutierung Minderjähriger für die Bundeswehr

#Bundestag - 15. Februar 2019 - 4:45
80. Sitzung vom 14.02.2019, TOP 14 Rekrutierung Minderjähriger für die Bundeswehr
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Tadschikistan auf dem Weg in den Totalitarismus

SWP - 15. Februar 2019 - 0:00

Im Schatten der anhaltenden Gewalt in Afghanistan auf der einen und der über­raschen­den politischen Öffnung Usbekistans auf der anderen Seite gewinnt in Tadschikistan ein totalitäres System Kontur, das ganz auf die Person des Präsidenten ausgerichtet ist. Neben rechtlichen und personalpolitischen Maßnahmen kommt da­bei der ideo­logischen Propaganda zentrale Bedeutung zu. Diese hat zwei Komponenten: die Stilisierung Präsident Emomali Rahmons zum Friedensbringer und Garanten der nationalen Einheit und die Etablierung eines Kanons »nationaler« Werte und Ver­haltensnormen, mit dem die soziale und weltanschauliche Homogenität der Bevölkerung sichergestellt werden soll. Zur Verfestigung der Herrschaftsideologie trägt das Feind­bild des Islamismus entscheidend bei, während Überwachung und Sanktionierung Verhaltenskonformität in der Bevölkerung erzwingen.

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SAICM Beyond 2020: Opinion of NGOs in the EU

Forum Umwelt & Entwicklung - 14. Februar 2019 - 18:45
Opinion of NGOs in the EU
SAICM Beyond 2020

The mandate of SAICM will end in 2020. We have now an opportunity to develop an ambitious international framework to prevent and eliminate adverse impacts on the health of people and the environment, across the lifecycle of chemicals and wastes. It is important to preserve the multi-stakeholder and multi-sectoral character of SAICM while making sure that it contains the possibility to include legally binding obligations, together with national measures for meeting those obligations. Consideration should be given to a legally binding overarching global framework for the sound management of chemicals.

 

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EU Umweltausschuss stellt Weichen für nachhaltige Landwirtschaft

AgrarKoordination - 14. Februar 2019 - 15:33
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute über Hunderte von Änderungsanträgen abgestimmt, um die Agrarpolitik Europas nachhaltiger aufzustellen und somit den Umwelt- und Klimaherausforderungen gerecht zu werden. Mindestens 30 Prozent der Direktzahlungen werden nun im Rahmen der sogenannten Eco-Schemes für den Schutz von Ökosystemen, Klima und Umwelt bereitgestellt. Damit ist der Agrarausschuss des EU-Parlaments in der Umsetzungspflicht. Hierzu erklärt Matthias Meißner vom WWF Deutschland: „Insektensterben, Wasserverschmutzung und Klimawandel einerseits, ein dramatisches Höfesterben andererseits – die Folgen einer jahrelangen misslungenen Förderpolitik im Landwirtschaftsbereich sind bedrohlich. Es ist längst überfällig, endlich auch die Erste Säule der Agrarpolitik für die Unterstützung von Landwirten zu nutzen, die nachhaltiger ihr Land bewirtschaften. Wenn das EU-Parlament nicht die gesellschaftliche Akzeptanz für die Milliarden-Subventionen im Agrarbereich gefährden will, muss es die Vorschläge der Umweltparlamentarier aufnehmen. Das zeigt einmal mehr auch die überwältigende Beteiligung am Volksbegehren „Rettet die Bienen und die Bauern“ in Bayern. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Umweltpolitiker im EU-Parlament bei diesem wichtigen Thema mitbestimmen können. Umweltbehörden und Interessengruppen brauchen bei der Gestaltung der EU-Agrarpolitik ein stärkeres Mitspracherecht. Schließlich hängt von der Agrarförderung ab, ob Landwirtschaft zukünftig Umwelt zerstört oder schützt.“  WWF
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14.03.2019 | Stabilisierung und Perspektiven für die Ostukraine

GIZ Event - 14. Februar 2019 - 14:15
Veranstaltungsdatum: Donnerstag, 14. März 2019
Die Welt im Gespräch: General-Anzeiger und GIZ laden ein zur Diskussion am 14. März 2019 um 18:00 Uhr.
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14. Februar 2019

ONE - 14. Februar 2019 - 13:34

1. Nigeria wählt
Über die anstehende Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Nigeria am Samstag berichten heute unter anderem der Stern und die Deutsche Welle. 84 Millionen Wahlberechtigte können sich zwischen 73 Kandidat*innen für das Präsident*innen-Amt entscheiden. Verlässiche Prognosen über den Wahlausgang gebe es nicht. Derzeit deute vieles aber auf einen Zweikampf zwischen Amtsinhaber Muhammadu Buhari von der All Progressives Congress (APC) und dem ehemaligen Vizepräsidenten Atiku Abubakar von der People’s Democratic Party (PDP) hin. Bei seiner Wahl vor vier Jahren habe Buhari angekündigt, entschieden gegen Korruption und Terrorismus zu kämpfen. Dabei sei er bis heute jedoch nur mäßig erfolgreich gewesen. Seit Ende 2018 greife die Terrormiliz Boko Haram wieder vermehrt Kommunen und militärische Ziele an. Erst wenige Tage vor der Wahl seien bei einem Angriff auf einen Politiker vier Menschen getötet und mehrere entführt worden. Auch die Bildung im Land sei gefährdet, berichtet Deutschlandfunk. Lehrer*innen üben ihren Beruf oft unter Lebensgefahr aus, denn Boko Haram zerstöre Schulen, überfalle und töte Lehrer*innen und bekämpfe besonders Bildung für Mädchen.

 

2. Afrikabeauftragter streitet mit Wissenschaftler*innen
Wie die Tageszeitung (taz), Welt und B.Z. berichten, hat sich der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), am Mittwoch mit einer Gruppe Wissenschaftler*innen zur Aussprache getroffen. Anlass seien Nookes umstrittene Äußerungen in einem Interview im vergangenen November gewesen. Er habe unter anderem gesagt, die europäische Kolonialisierung Afrikas habe dazu beigetragen, „den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen“. Zudem sollen afrikanische Staaten seiner Meinung nach „ein Stück territoriale Hoheit abgeben“, damit Europa abgeschobene Migrant*innen „in Wirtschaftssonderzonen“ ansiedeln könne. Eine Gruppe Afrikanist*innen habe daraufhin in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel seinen Rücktritt gefordert, da er sich mit „kolonialen Stereotypen und rassistischen Untertönen“ respektlos gegenüber Afrikaner*innen geäußert habe. In der zweistündigen Debatte am Mittwoch haben sie wissen wollen, ob Nooke weiterhin zu seinen Interviewaussagen stehe. Der Afrikabeauftragte habe versichert, „jede Form von Rassismus“ sei ihm fremd, seine umstrittenen Äußerungen habe er aber nicht zurückgenommen. Beide Seiten haben der Welt zufolge auf ihren Positionen verharrt und vor allem aneinander vorbeigeredet.

 

3. Kenia setzt auf Bio-Avocados
Bettina Rühl widmet sich im Deutschlandfunk diese Woche dem Avocado-Anbau in Kenia. Dort satteln immer mehr Kleinbauer*innen von Kaffee auf Avocados um, weil dies weniger arbeitsintensiv sei. Eigentlich gelte die Avocado aufgrund ihres hohen Wasserverbrauchs als Umweltsünder. In dem afrikansichen Land setze man jedoch auf biologische Anbaumethoden. Im zentralen Hochland Kenias regne es viel und der Boden sei fruchtbar. Die Früchte brauchen weder künstliche Bewässerung noch Pflanzenschutzmittel. Über 90 Prozent der Avocados wachsen auf den Feldern von Kleinbauer*innen, wo sie gleichzeitig ihr Vieh frei herumlaufen lassen und nichts anbauen. Nach der Ernte würden die Früchte vor allem nach Europa exportiert. Kenia habe mittlerweile Südafrika als größten afrikanischen Avocado-Exporteur abgelöst. Peter Kamau vom Forschungsinstitut icipe in Nairobi glaubt, dass bald viele Organisationen und Unternehmen auf den kenianischen Avocadomarkt drängen werden. Dennoch würden Avocados dort auch in Zukunft nicht in Plantagen gezogen. Die Böden werden trotz des enormen Wasserverbrauchs der Avocadobäume nicht veröden, da es in Kenias Hochland ausreichend feucht sei.

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Zehn entscheidende Entwicklungen in Afrika im Jahr 2019 | GIGA

Weblinks - 14. Februar 2019 - 12:13

Comments:

  • Das GIGA präsentiert eine Auswahl von zehn Entwicklungen in Afrika, die im Jahr 2019 eine wichtige Rolle spielen werden. - Karsten Weitzenegger

Tags: afrika, africa, Afrique, GIGA, afrikapolitk, 2019

by: Karsten Weitzenegger

Geteilte Pflichten – Geteilte Rechte? Warum die Umsetzung von Nachhaltigkeit allen voran eine staatliche Aufgabe ist

Forum Umwelt & Entwicklung - 14. Februar 2019 - 11:42

„Mietenexplosion, marode Infrastruktur, zu geringe Investitionen in Schulen und Krankenhäuser, fehlender Nahverkehr und Fahrradwege, Steuerschlupflöcher für Reiche, steigende Kinderarmutszahlen, […] — jede/r von uns kann sofort Dinge nennen, die dem Konzept der Nachhaltigkeit konträr gegenüberstehen, aber durch das Individuum bzw. Einzelpersonen nicht gelöst werden können. Sondern bei denen die Verantwortung und Entscheidungshoheit eindeutig beim Staat liegt.

Genau diese Dinge stehen auch in den SDGs, formuliert als Aufgabe von Staaten für Staaten. Denn genau das ist die 2030-Agenda: von Staaten verhandelt, von Staaten verabschiedet. Slogans wie »Den Wandel gemeinsam gestalten« wälzen daher die Verantwortung, die sich Regierungen der Welt gegenseitig gegeben haben, auf uns ab. Und verwaschen damit die Komplexität dessen, was in den Zielen steht. Hinzu kommt, dass durch staatliche Akteure das Konzept der Nachhaltigkeit mehr und mehr ausgehöhlt wird.”

 

Gastbeitrag von Marie-Luise Abshagen im eNewsletter der Wegweiser Bürgergesellschaft 02/2019 vom 13.02.2019

 

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„Die Klimakrise ist eine Folge des Kapitalismus“

Oxfam - 14. Februar 2019 - 11:41
Fluten, Dürren und Vertreibung: Die Folgen des Klimawandels machen sich vor allem in Ländern des globalen Südens bemerkbar. Wieso die Regierungen von Ländern wie Indien kaum etwas dagegen tun und weshalb es an sich keine Klimakrise gibt, erklärt der indische Klima-Aktivist Soumitra Ghosh im Oxfam-Interview. © Tauseef Mustafa Überflutete Häuser im indischen Kashmir Oxfam: Du bist als Aktivist in der Klimagerechtigkeitsbewegung in Indien aktiv …

Soumitra Ghosh: Leider gibt es in Indien keine Klimagerechtigkeitsbewegung. Es gibt zwar verschiedene Bewegungen. Man kann sie aber nicht zu einer Klimagerechtigkeitsbewegung zusammenfassen. Wir haben versucht, einen Dialog zwischen Aktivist*innen verschiedener sozialer Bewegungen in Indien und interessierten Personen und Gruppen anzustoßen. So können sie sich über den Klimawandel und vor allem über die diesbezügliche Politik und ihre Auswirkungen in Indien austauschen.

Was sind das für Bewegungen?

Es gibt verschiedene soziale Bewegungen. Ich bin zum Beispiel in einer Bewegung aktiv, die sich für Waldzugangsrechte und gegen die Enteignung von Gemeingütern einsetzt. Viele Menschen kämpfen gegen den Bergbau oder den Bau großer Dämme. Die meisten Bewegungen setzen sich für den Erhalt der natürlichen Ressourcen ein – die Lebensgrundlage der verschiedenen Gemeinschaften. In letzter Zeit wurden in verschiedenen Teilen Indiens viele Landarbeiter*innen mobilisiert. Ein Beispiel: Im westindischen Bundesstaat Maharashtra gab es lang anhaltende Dürren, unter denen Millionen Landarbeiter*innen litten. Sie forderten von der Regierung Hilfe, zum Beispiel durch den Erlass von Schulden. Menschen aus verschiedenen ländlichen Gebieten Maharashtras kamen zu einem Protestmarsch nach Mumbai zusammen. Das war eine große Sache. Aber können wir das wirklich einen Klimaprotest nennen? Ich bin mir nicht so sicher. Was ich allerdings weiß: Der Protestmarsch steht zumindest mit dem Klima oder dem Klimawandel in Verbindung. Denn die Not der Farmer*innen hängt direkt mit den Dürren zusammen, die wir auch in Zukunft immer öfter erleben werden. In einigen Gebieten gibt es Dürren, in anderen plötzliche Wolkenbrüche und Überflutungen oder sehr unregelmäßige Niederschläge. Ich glaube, dass in Indien – so wie in vielen anderen Teilen der Welt auch – der gestörte Monsunregen die Wurzel des Problems ist. 2008 haben das bereits Klimaforscher wie James Hansen vorhergesagt.

Die indische Regierung hat zwar einen Klimaaktionsplan entwickelt, dem es allerdings an Substanz fehlt. Der Fokus richtet sich nicht auf die gefährdeten Gemeinschaften, also Menschen, die in den Bergen, an den Küsten und in den Überflutungsgebieten leben oder Menschen, die von Dürren betroffen sind. Daher können wir nicht davon ausgehen, dass die Maßnahmen der Regierung wirklich Abhilfe schaffen.

Statt Emissionen einzudämmen, ist die indische Regierung dabei, die Emissionen noch zu erhöhen. In Indien steigen die Emissionen genauso wie in China oder anderen großen Entwicklungsländern im globalen Süden – zum Beispiel im Bergbau, der in Indien mit riesigen Bauprojekten gerade so richtig boomt.

Meinst Du den Kohlebergbau?

Ja genau, den Kohlebergbau – Kohle und andere Mineralien, aber hauptsächlich geht es um Kohlebergwerke. Indien setzt auf Kohle und die Regierung vergibt eine Abbaulizenz nach der anderen – und das in immer mehr Gebieten. Dadurch steigen natürlich die globalen Emissionen. Außerdem leiden die Gemeinschaften unter dem Bau der Minen: Sie werden vertrieben, ihre Lebensgrundlagen werden zerstört und das Ökosystem, von dem sie leben, wird beschädigt. Es heißt, dass die Länder im globalen Süden nicht für den Klimawandel verantwortlich sind. Aber sie tun auch nichts, um ihn aufzuhalten.

Du hast bereits den Monsun erwähnt. Welche Folgen des Klimawandels treffen Indien Deiner Meinung nach am stärksten und was bedeutet das für die Menschen in Indien?

Der Monsun-Kreislauf war früher regelmäßig, doch er ist aus dem Takt gekommen. Der Monsun lässt sich nicht mehr langfristig vorhersagen. Betrachtet man am Jahresende die Monsundaten und die Dauer der Monsunmonate, scheint es zunächst, als ob der Monsun ganz normal verlaufen sei, denn der Niederschlag liegt im Durchschnitt. Das heißt aber nichts, denn es kann drei Tage lang oder sogar nur einen Tag sehr stark regnen, während es in anderen Monaten gar keine Niederschläge gibt.

Die Landwirtschaft ist davon am stärksten betroffen, gefolgt von der Viehzucht. Landwirt*innen und Hirtengemeinschaften erleben eine dauerhafte Wasserknappheit. Fischer und in der Fischerei tätige Menschen haben Probleme mit ihrem Fang. Waldökosysteme verändern sich mit dem unregelmäßigen Monsun. Das bedeutet, dass die Waldgemeinschaften es mit abnehmenden Waldressourcen zu tun haben. Die Veränderung des Monsuns beeinträchtigt sämtliche Gemeinschaften in allen Regionen. Sogar Menschen, die in der Stadt leben, sind davon betroffen, obwohl sie nicht so stark von der Natur abhängig sind wie Menschen auf dem Land.

Inwiefern sind Menschen in der Stadt betroffen?

Bei plötzlichen Regenfällen und Wolkenbrüchen fallen riesige Wassermengen. Mit den Wassermassen, die bei solch plötzlichen Sturzregen in zwei oder drei Tagen herunterkommen, wissen wir nicht umzugehen. In indischen Städten gibt es keine geeignete Infrastruktur. Die Folge: Überflutungen und Staunässe, die sich bei jedem Monsun von neuem wiederholen. Und selbst wenn der Monsun offiziell vorbei ist, kann es weiterhin zu starken Regenfällen kommen. Man weiß einfach nie, ob es regnen wird oder nicht. Vorhersagen sind schlicht nicht mehr möglich. Die Meteorologie versagt und kann keine Antworten bieten.

Du arbeitest mit Waldgemeinschaften. Was genau machst Du?

Unsere Arbeit hat viel mit dem Klima zu tun. Wir sind der Meinung, dass Wälder nur dann langfristig erhalten oder geschützt werden können, wenn die Gemeinschaften wieder die Verantwortung für die Wälder übernehmen. Alle Wälder waren einmal Gemeingut, bis sie der Kolonialstaat einzäunen ließ. Für die Waldgemeinschaften ist der Wald allerdings besonders wichtig, denn sie leben davon.

Die Gemeinschaften, mit denen ich arbeite, versuchen die Wälder zurückzugewinnen. Es gibt mit dem „Forest Rights Act“ (Gesetz über die Waldnutzung) ein relativ neues Gesetz. Dieses Gesetz sieht vor, dass die Gemeinschaften die Wälder kontrollieren. Doch leider sind die Behörden, die aktuell die Aufsicht über 90 Prozent von Indiens Wäldern haben, überhaupt nicht daran interessiert, die Kontrolle abzugeben. Stattdessen versuchen sie die Privatisierung dieser Wälder voranzutreiben – unter dem Deckmantel der Klimaanpassung und Abschwächung des Klimawandels. Sie vergeben Waldstücke an private Akteure, die dort Plantagen aufziehen oder andere Formen der Forstwirtschaft betreiben, und sind nicht bereit, den Gemeinschaften die Kontrolle über die Wälder zu überlassen. Das ist bedauerlich. Die Regierung nimmt das nicht ernst und tut auch sonst nichts, außer den immer gleichen Akteuren zu helfen, die den Klimawandel überhaupt erst verursacht haben.

Wir versuchen die Gemeinschaften, mit denen wir arbeiten, politisch zu schulen. Doch was ist überhaupt eine Gemeinschaft? Wir untersuchen die sozialen Dynamiken in der „Gemeinschaft“. Außerdem informieren wir die am meisten marginalisierten und sozial schwächsten Schichten über ihre Rechte sowie über andere Dinge, die ihnen bei der Rückforderung der Gemeingüter behilflich sein können. Das ist also das politische Ziel – Menschen zu helfen, ihren Anteil an den Gemeingütern einzufordern, die ihnen genommen wurden; das heißt, ihr Erbe zurückzufordern.

Die Gemeinschaften wissen, dass ihr gemeinschaftliches Handeln etwas bewirken kann. Mithilfe rechtlicher Bestimmungen, die sie in ihrem Kampf unterstützen, können sie großartige Dinge erreichen. Schon oft haben sie die geplante Abholzung oder Rodung von Wäldern sowie Entwicklungsprojekte verhindert, die Wälder gefährden und zerstören können.

Lass uns noch über Regierungen und den Klimawandel reden – was müssen die reichen Länder aus Deiner Sicht tun, um den gefährlichen Klimawandel zu verhindern?

Das ist ganz einfach. Sie müssen die Emissionen direkt an der Quelle senken. Bisher haben sie einzig und allein falsche Marktlösungen gefördert und zwar gemeinsam mit den politischen Entscheidungsträger*innen des globalen Südens und den großen Unternehmen.

Deutschland galt lange Zeit als Vorreiter beim Klimaschutz. Das Bild hat sich jedoch gewandelt: Deutschland wird sein Klimaschutzziel für 2020 drastisch verfehlen und tut sich auch mit dem Kohleausstieg sehr schwer. Viele deutsche Politiker*innen sind der Meinung, dass wir noch Jahrzehnte für den Kohleausstieg brauchen, weil viele Menschen in der Kohleindustrie beschäftigt sind. Was denkst Du darüber?

Die politischen Entscheidungsträger*innen in Indien argumentieren genauso. Immer wieder geht es um Argumente wie Arbeit, Krise und wirtschaftliche Pflichten. Und die Gewerkschaften stimmen mit der Regierung überein. Die meisten politischen Parteien denken so. Das ist aber eine völlig falsche Herangehensweise. Wir brauchen den Kohleausstieg, es gibt keine Alternative. Es gibt auch keine Alternative zum Ausstieg aus dem Erdöl. Wir müssen uns von allen möglichen Dingen verabschieden, die Treibhausgase verursachen. So einfach ist das. Ich meine, wer kontrolliert denn die Minen? Wer kontrolliert die globalen Ölvorräte? Wer will, dass es so weitergeht? Es ist wirklich keine Frage des Energiebedarfs, es geht hier nur um Profite.

Wenn es eine Sache gäbe, die Du die Menschen in aller Welt wissen lassen würdest, was wäre das?

Ich glaube, es gibt keine Klimakrise per se. Die Klimakrise ist eine Folge der eigentlichen Krise: des Kapitalismus. Wenn wir die Klimakrise aufhalten wollen, müssen wir das System ändern, uns also entschieden dem System widersetzen. Wir müssen uns gegen den Kapitalismus wenden. Und das passiert bereits: Wir reden über Kämpfe gegen den Kapitalismus, über Kämpfe gegen kapitalistische Sichtweisen und über Plünderungen der natürlichen Ressourcen im Namen des Kapitalismus. Ich sage nicht, dass es einfach ist. Es wird auch nicht über Nacht passieren. Aber eine andere Alternative haben wir nicht.

 

Oxfam fordert Regierungen auf, den Klimaschutz oben auf die Agenda zu setzen und arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

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Festival der Taten: Bewerbung startet

Engagement Global - 14. Februar 2019 - 11:32
Die 17 Ziele wurden in der Seminarreihe an der Goethe-Universität Frankfurt diskutiert. Foto: Engagement Global

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) sind die nachhaltige Zielgerade – in Frankfurt genauso wie in Europa und der Welt. Doch inwiefern werden die 17 Ziele bereits umgesetzt? Um diese Frage aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, veranstaltete die Goethe-Universität Frankfurt im Wintersemester 2018/19 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) – Landesverband Hessen, der Society for International Development (SID) – Chapter Frankfurt und der Außenstelle Mainz von Engagement Global die Lehrveranstaltung „Die Sustainable Development Goals – in Hessen, Deutschland, Europa und der Welt“. In fünf öffentlichen Veranstaltungen wurde zudem über die 17 Ziele auf globaler, nationaler sowie lokaler Ebene diskutiert.

Jede der fünf Veranstaltungen an der Goethe-Universität Frankfurt setzte einen spezifischen Schwerpunkt innerhalb der Agenda 2030. Während der ersten Veranstaltung am Dienstag, 20. November 2018, erläuterte Jens Martens vom Global Policy Forum die 17 Ziele aus globaler Perspektive.

Die zweite Veranstaltung nahm unter dem Motto „SDG Acht - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ das Freihandelsabkommen mit Afrika in den Blick. Professor Dr. Helmut Asche, Dr. Boniface Mabanza und Joachim Schuster diskutierten dabei, wie das achte Ziel im Hinblick auf Europas Handelspolitik mit dem afrikanischen Kontinent gesehen werden kann.

Am Dienstag, 22. Januar 2019, trat der Roundtable Deutschland zusammen. Das Podium mit Dr. Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Dagmar Maur von Engagement Global, Wolfgang Obenland vom Global Policy Forum Europe sowie UN Jugenddelegierter Lukas Schlapp wagte eine Prognose, welche Ziele in Deutschland bereits erreicht und an welchen Stellen der Agenda 2030 Prozess noch intensiviert werden muss.

In der vierten Veranstaltung gab Professor Dr. Lothar Brock von der Goethe-Universität mit Blick auf SDG 16 einen Einblick, wie Frieden als Leitmotiv der Agenda 2030 fungiert und wie die programmatische Verknüpfung von Frieden und Entwicklung zu beurteilen ist.

Während der letzten Veranstaltung am Dienstag, 12. Februar 2019, hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit zu erfahren, wie global vernetzt und lokal aktiv Hessen tatsächlich ist. Andrea Jung vom Entwicklungspoltischen Netzwerk Hessen, Jennifer Gatzke von RENN.west und Renate Labonté vom Referat Nachhaltigkeitsstrategie im Umweltministerium standen zu diesem Thema Rede und Antwort.

Die Veranstaltungen fanden von November bis Februar jeweils dienstags statt. Im Anschluss hatten die Studierenden und die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referentinnen und Referenten zu diskutieren.

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UN-Menschenrechtsexperten: Die LGBT-Gemeinschaft in Tschetschenien sieht sich mit einer "neuen Welle der Verfolgung" konfrontiert

Vereinte Nationen - 14. Februar 2019 - 11:31

14. Februar 2019 – Eine Gruppe unabhängiger UN-Menschenrechtsexperten hat gewarnt, dass lesbische, schwule oder bisexuelle Menschen in Tschetschenien sich nach einer Reihe von Morden, Folterungen und anderen Menschenrechtsverletzungen einer "neuen Welle der Verfolgung" gegenüber sehen.

In einer Erklärung des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) äußerten die Experten Besorgnis über Informationen, die auf eine Verschlechterung der Situation für LGBT-Personen in Tschetschenien hindeuten: "Der Missbrauch von Opfern ist im Vergleich zu Berichten aus dem Jahr 2017 offenbar grausamer und gewalttätiger geworden.“

Mehr als 40 Personen sollen seit Dezember 2018 wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet worden sein. Zwei Todesfälle sollen durch Folter während der Haft verursacht worden sein.

Opfer, die versuchen, aus der zur Russischen Föderation gehörenden Republik zu fliehen, werden von den tschetschenischen Behörden daran gehindert. Zu ihren Methoden gehören laut den UN-Experten unter anderem die Vernichtung oder Beschlagnahmung von Ausweispapieren und Drohungen gegen sie oder ihre Angehörigen mit Strafverfahren.

Außerdem beschreibe ein Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Dezember 2018, dass "klare Beweise für aufeinanderfolgende Säuberungen von LGBTI-Personen" in Tschetschenien vorliegen würden. Zudem sei ein Muster der Straffreiheit zu erkennen.

Die UN-Experten haben die russischen Behörden dazu aufgefordert, dringend zu handeln, um die LGBT-Gemeinschaft zu schützen.

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