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UN-Biodiversitätskonferenz COP14 in Ägypten zu Gene Drives:

AgrarKoordination - 21. Januar 2019 - 10:30

Die 196 Mitgliedsstaaten des UN-Übereinkommens über Biologische Vielfalt CBD haben in Sharm El-Sheikh, Ägypten, eine strenge Regulierung von Gene Drive Technologien beschlossen. Nach intensiven und kontroversen Diskussionen einigten sich die Delegierten auf eine Vereinbarung, die Regierungen u.a. dazu verpflichtet, vor einer Freilassung von mit Gene Drives manipulierten Organismen die Zustimmung von „potentiell betroffenen indigenen und lokalen Gemeinschaften“ einzuholen.

Die CBD-Delegierten machen klar, dass es sich hier um eine äußerst riskante Technologie mit hoher Sprengkraft handelt, die starker Regulierung bedarf. Diese Vereinbarung erschwert die Anwendung potentiell hochriskanter Technologien erheblich. Genetische Merkmale einzelner Arten stark zu verändern oder einzelne Arten sogar ganz auszurotten, ist ein massiver Eingriff in Ökosysteme, der unterbunden werden muss.

Die getroffene Vereinbarung unterstreicht zudem, wie fundamental ganze Bevölkerungsgruppen in ihrer Existenz und ihren grundlegenden Rechten durch die unkalkulierbaren Folgen derartiger Technologien betroffen sein könnten. Gerade im Vorfeld des 70. Jahrestages der Menschenrechtscharta ist dieser Kompromiss daher ein deutliches Signal an die Regierungen, grundlegende Rechte über Partikularinteressen zu stellen und konsequenter zu garantieren.

Auch wenn diese Entscheidung kein Moratorium bedeutet, wie wir es uns gewünscht hätten, so schiebt sie der Erforschung und Anwendung von Gene Drives doch klare Riegel vor. Die Entscheidung der CBD kam allerdings nur auf immensen Druck der Zivilgesellschaft zustande. Hunderte von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaftler/innen, Bauernverbände und Indigene Gruppen haben im Vorfeld der COP 14 ein Moratorium verlangt und in den letzten zwei Wochen hart dafür gekämpft. Sie sind dabei auf eine gut organisierte und großzügig finanzierte Lobby der Gegenseite getroffen.

Diese pro Gene Drive Lobby ist unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert und hatte im Vorfeld vor allem afrikanische Regierungen auf ihre Seite gebracht, die sich zuvor noch kritisch gegenüber Gene Drives geäußert hatten.

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Demo Wir haben es satt!

AgrarKoordination - 19. Januar 2019 - 11:44
19.01.2019 12 Uhr Berlin am Brandenburger Tor


Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!

Für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen!

Gutes Essen, eine klimagerechte Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe – das steht 2019 auf dem Spiel. Bei der kommenden Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet sich, welche Landwirtschaft mit den 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr unterstützt wird. Jetzt muss Schluss sein mit den Steuermilliarden an die Agrarindustrie! Der Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft kann nicht mehr warten. Bei den Verhandlungen in Brüssel muss sich die Bundesregierung an die Seite der Bäuerinnen und Bauern stellen, die Tiere artgerecht halten, insektenfreundliche Landschaften schaffen und gutes Essen herstellen. Deswegen schlagen wir – die bunte, vielfältige und lautstarke Bewegung – mit unseren Töpfen Alarm für die Agrarwende!


Für eine klimagerechte Landwirtschaft und gutes Essen!

Die Dürre 2018 hat gezeigt: So geht es nicht weiter! Wir brauchen endlich eine wegweisende Politik mit konsequentem Klimaschutz. Deswegen kämpfen wir für eine Landwirtschaft, die lebendige Böden schafft, das Klima schützt und uns mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt!


Für viele bäuerliche Betriebe …

Wir haben Respekt für die harte Arbeit, die Bäuerinnen und Bauern jeden Tag leisten. Doch die Politik lässt die Höfe im Stich. Über 100.000 Betriebe mussten bei uns in den letzten 10 Jahren dichtmachen. Gleichzeitig reißen sich außerlandwirtschaftliche Investor*innen mit staatlicher Unterstützung immer mehr Land unter den Nagel. Die fatalen Folgen: Höfesterben und Monokulturen, Glyphosat und Artenschwund, Megaställe und Antibiotikaresistenzen. Daher: Subventionen an Agrarwüsten, Tierfabriken und Großgrundbesitz stoppen!


… und ein solidarisches Europa!

In vielen europäischen Schlachthöfen und Treibhausplantagen herrschen unwürdige Arbeitsbedingungen, damit Discounter und die Exportindustrie mit Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Im globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern. In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel genauso wenig wie Menschen- und Bauernrechte verhandelbar!

 

Essen ist politisch!

Auf dem Land und in der Stadt zeigen wir gemeinsam, dass es anders und besser geht. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern ackern ohne Glyphosat, halten ihre Tiere artgerecht und füttern gentechnikfrei. Immer mehr Menschen machen Foodsharing, sind Teil einer Solidarischen Landwirtschaft und entscheiden sich an der Ladentheke für gutes, handwerklich erzeugtes Essen aus der Region. Wir schauen über den Tellerrand und treten gemeinsam ein für die globale Agrar- und Ernährungswende und für ein Europa ohne Ausgrenzung und Rassismus.

 

 

 

Wir haben die unerträgliche Klientelpolitik satt!

Agrarministerin Julia Klöckner darf sich nicht länger vor den Karren der Agrarlobby spannen lassen. Bei der EU-Agrarreform muss sie der Agrarindustrie endlich den Geldhahn zudrehen und eine Politik für Menschen, Tiere und Umwelt machen!


Wir fordern: Schluss mit dem Gießkannen-Prinzip!

·         Agrarsubventionen nur noch für umwelt- und klimaschonenden Ackerbau!

·         Öffentliche Gelder nur noch für artgerechte Tierhaltung!

·         Mehr Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, die gute Lebensmittel für uns alle erzeugen!


Sei dabei, wenn wir dafür mit vielen Tausenden im politischen Berlin demonstrieren. Dann, wenn sich bei der weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ und dem Agrarministergipfel alles um die Zukunft von Essen und Landwirtschaft dreht, sagen wir gemeinsam: Wir haben Agrarindustrie satt – Essen ist politisch!

Demonstration: 19. Januar 2019 | 12 Uhr | Brandenburger Tor | Berlin


Tickerkasten

Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gesundes Essen für alle +++ Für Klimaschutz und Artenvielfalt +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für eine Digitalisierung ohne Konzerne und Datenklau +++ Für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte +++ Für Entwicklungszusammenarbeit mit ökologischen Grundsätzen +++ Für eine sozialgerechte bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++  Für ein solidarisches Europa – Geflüchtete willkommen +++ Nein zur neuen Gentechnik wie Crispr und Gene Drives +++


Wer wir sind

Wir sind Bäuerinnen und Bauern, von konventionell bis bio, von Tierhaltung bis Ackerbau. Wir sind Bäcker*innen, Köch*innen Verbraucher*innen, Imker*innen, Natur- und Tierschützer*innen, Umweltaktivist*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche, Menschen aus Stadt und Land und viele mehr. Wir gehen seit 2011 gemeinsam auf die Straße und zeigen klare Kante für gute Landwirtschaft und gesundes Essen!

www.wir-haben-es-satt.de

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Auszeichnung für junge Berufstätige

Engagement Global - 18. Januar 2019 - 15:45
Die ausgezeichneten KF-Teilnehmenden gemeinsam mit Herrn Berthold Schröder, Herrn Dr. Holthoff-Pförtner und Herrn Kreuter (v.l.n.r). Foto: René Frampe

Die Wiedersehensfreude war groß, als am Dienstag, dem 16. Januar 2019, 50 junge Berufstätige im Haus der Universität in Düsseldorf zusammenkamen, um ihre Zertifikate entgegenzunehmen. Sie alle haben sich mit dem Programm Konkreter Friedensdienst Nordrhein-Westfalen (KF) von Engagement Global 2018 im Ausland engagiert und ihre fachlichen Fertigkeiten in Projekten im Globalen Süden eingesetzt. Im Rahmen der Kooperation des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) und des Konkreten Friedensdienstes wird seit zehn Jahren die Zusatzqualifizierung „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“ verliehen. Doch nicht nur Fachkräfte aus dem Handwerk wurden bei der gestrigen Verleihung geehrt: Erstmalig erhielten auch junge Berufstätige und Auszubildende aus den Bereichen Pflege, Soziale Arbeit und Handel ein Zertifikat.

Eröffnet wurde die Verleihung von der Poetry Slammerin und Rap-Musikerin Jessy James LaFleur, die sich mit ihrem Text an die jungen Berufstätigen richtete: „Was man heute in den Händen hält, das hat man selbst in der Hand. Was du heute in den Händen hältst, ist mehr als ein Stück Papier. Es ist deine Überzeugung, deine Herzensangelegenheit.“

Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, lobte das große Engagement der KF-Teilnehmenden: „Es sind beeindruckende gesellschaftliche Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit, die hier heute von Ihnen repräsentiert werden.“ Gemeinsam mit Berthold Schröder, Vizepräsident des WHKT und Vorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks, und dem Geschäftsführer von Engagement Global, Dr. Jens Kreuter, überreichte er den engagierten KF-Teilnehmenden ihre Auszeichnungen. „Ohne Sie würde zu Hause das Wasser nicht fließen, die Heizung nicht anspringen und das Auto nicht fahren“, ergänzte Dr. Jens Kreuter an die Auszubildenden gewandt.

Nach der Verleihung wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Nutzen fachlich geprägten Engagements beleuchtet sowie über die besonderen Herausforderungen für die teilnehmenden Betriebe und die jungen Berufstätigen diskutiert. Unter anderem erzählte Yvonne Groß, Auszubildende der Stadt Köln, von ihren in Namibia gesammelten Erfahrungen. Begleitet von Dirk Schnaar, Ausbilder für Garten- und Landschaftsbau im Grünflächenamt der Stadt Köln, grub sie dort 2018 Wasserstellen für Elefanten.

Beim anschließenden Abendprogramm konnten sich die jungen Teilnehmenden austauschen, sich gegenseitig von ihren Projekten und Herausforderungen berichten und die Verleihung ausklingen lassen.

Seit Gründung des Konkreten Friedensdienstes haben bislang knapp 10.000 junge Berufstätige oder Auszubildende zwischen 18 und 25 Jahren aus NRW in Projekten rund um den Globus gearbeitet. Das Programm der Landesregierung NRW wird von Engagement Global gGmbH mit ihrer Außenstelle in Düsseldorf durchgeführt. Kooperationspartner des KF im Handwerk ist der WHKT. Partner bei der Zusatzqualifizierung sind aktuell die Katholische Hochschule NRW/Fachbereich Soziale Arbeit, kbs – Die Akademie für Gesundheitsberufe und die Stadt Köln.

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Karikaturenausstellung mit musikalischem Abschluss

Engagement Global - 18. Januar 2019 - 13:21
Die Karikaturenausstellung kann noch bis Freitag, 25. Januar 2019 in der vhs Wiesbaden besichtigt werden. Foto: Thomas Keydel / Engagement Global

Mit einer musikalischen Lesung wurde am Donnerstag, 17. Januar 2019, in der Volkshochschule (vhs) Wiesbaden der Abschluss der Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ eingeläutet.

Mitglieder der Initiative MasterPeace aus Syrien, Somalia, Jemen, Albanien, Afghanistan und Äthiopien erzählten persönliche Geschichten aus ihren Heimatländern, über Fluchterfahrungen und über neu gesammelte Eindrücke in Deutschland. Die von den Autorinnen und Autoren vorgetragenen Texte sind Teil des Buches „Warum wir hier sind“, das 2017 aus einem Projekt zum kreativen Schreiben heraus entstand.

Kristine Tauch, Initiatorin des Projekts, stellte zunächst die Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Buches vor. Das Zitat eines Autoren versinnbildlichte dabei die grundlegende Idee des Projekts: „Ein Mensch kann nicht frei sein, wenn er seine Geschichte nicht erzählen darf“. Anschließend präsentierten drei Autoren und Autorinnen dem interessierten Publikum ihre bewegenden Kurzgeschichten. Begleitet wurden sie dabei durch den syrischen Gitarristen Mohammad Mahmoud.

Die Veranstaltung fand im Rahmen einer Finissage inmitten der Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ im Foyer der vhs Wiesbaden statt. Thematisch aufeinander abgestimmt bot sich den Gästen nach dem Programm die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen und gemeinsam über das Gehörte und Gesehene ins Gespräch zu kommen. Durch den Abend führten Elfriede Weber von der vhs Wiesbaden und Christina Berthold von der Außenstelle Mainz von Engagement Global. Die Ausstellung ist noch bis Freitag,25. Januar 2019, in der vhs Wiesbaden zu besichtigen.

Die Wanderausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ ist das Ergebnis eines internationalen Künstlerwettbewerb. Die Kulturkoordination Exile e.V. hatte im Jahr 2017 in Kooperation mit Engagement Global weltweit Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum der Themen Flucht und Migration sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden. Interessierte können sich an aussenstelle.mainz@engagement-global.de wenden.

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Freigiebige Natur

E+Z - 18. Januar 2019 - 12:46
Sahaja Organics bringt Biobauern und Kunden in den Städten zusammen

Eines der Hauptprobleme der indischen Biobauern ist, dass sie verstreut und vereinzelt wirtschaften und dadurch auch ihre Produkte nicht gut vermarkten können. Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach biologisch angebauten Produkten, speziell in den städtischen Ballungsräumen wie Bangalore. Sahaja Organics fungiert als Brücke zwischen den Biobauern und den Kunden in den Städten.

Für dieses Vorhaben stellte die KfW Entwicklungsbank ein Darlehen in Höhe von umgerechnet rund 38 000 Euro für einen kleinen Biomarkt und als Betriebskapital bereit. Das Darlehen wurde durch einen Zuschuss von rund 7 000 Euro ergänzt, der für die Ausbildung und Beratung der Bauern, für die Unterstützung beim Verkauf ihrer Bio-Produkte, ihre Vernetzung und für die Organisation von Marketing-Events verwendet wurde.

Es wurde auch eine gemeinsame Anbauplanung vorgenommen, um zu verhindern, dass ein Produkt den Markt überschwemmt und die Preise verfallen. Eine weitere Strategie ist die Anbauförderung und Vermarktung von traditionellen Pflanzensorten, die auch in Indien zu Nischenprodukten zählen. Die Samen bewahrt und pflegt die Organisation (siehe Hauptartikel).

Hinter der Marke Sahaja Organics steht die Nichtregierungsorganisation Sahaja Samrudha, die an der Basis mit den Bauern zusammenarbeitet. Sahaja Samrudha bedeutet „freigiebige Natur“. Ihr Ziel ist es, die Bauern selbstständiger zu machen und vor allem die Frauen in der Landwirtschaft zu stärken. In den Augen von Sahara Samrudha sind die Frauen die Wächter der Saatenvielfalt.

Durch Sahaja Organics haben hunderte Bauern einen Marktzugang erhalten und es sind viele weitere angeregt worden, auf den Anbau biologischer Produkte zu setzen. Die ersten fünf Aufbaujahre waren nicht einfach. Aber unterdessen besteht das Netzwerk schon aus 2 800 Biobauern in 20 Produzentengruppen, die über Karnataka und Teile von Tamil Nadu, Kerala und Andhra Pradesh verteilt sind.

Vor der Einführung von hybridem Saatgut und industriellen Anbaumethoden war die Landwirtschaft in Entwicklungsländern immer biologisch. Heute ist die große Herausforderung, die traditioneller Anbauweise so zu modernisieren, dass die Lebensbedingungen der Bauern langfristig verbessert werden. (sb)

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Im Einklang mit der Natur

E+Z - 18. Januar 2019 - 12:25
Südindische Bauern schützen die landwirtschaftliche Artenvielfalt durch den Anbau von Landrassen

Warum hat Ihre Organisation eine gemeinschaftliche Samenbank gegründet?
Samenbanken ähneln normalen Banken oder Bibliotheken. Man leiht etwas aus und gibt es wieder zurück. Bei uns leihen sich Landwirte Saatgut und geben nach einer guten Ernte das Doppelte zurück. Wir hier im südindischen Bundesstaat Karnataka haben eine gemeinschaftliche Samenbank gegründet, weil es kein traditionelles Saatgut mehr gibt. Die Landwirte nutzen nur Hybridsamen. Unser Ziel ist jedoch, die biologische Vielfalt zu erhalten. Hybridsaatgut muss stark bewässert werden und braucht chemische Dünger und Pestizide. Der Anbau ist für viele Kleinbauern unerschwinglich. In unserer Region sind die Anbauflächen mit einer Größe von 0,5 bis 5 Hektar eher klein. Wasser ist Mangelware. Um die kleinen Farmen bestmöglich zu nutzen, wollen wir die Vielfalt der Landrassen wiederbeleben.

Und was bringt das den Bauern?
Es gibt mehrere Vorteile:

  • Die Bauern sind nicht mehr so abhängig von den Saatgutherstellern. Sie müssen nicht jedes Jahr neues Saatgut kaufen, sondern können einen Teil ihrer eigenen Ernte zur Aussaat verwenden.
  • Durch gemeinschaftliche Samenbanken können Klein- und Kleinstbauern Saatgut sparen, tauschen und verkaufen. Sie arbeiten zusammen und unterstützen sich in Notfällen.
  • Sie haben einen sicheren Zugang zu den Ressourcen, die sie brauchen.
  • Ihr traditionelles Wissen wird dokumentiert. Die traditionellen Praktiken werden schrittweise modernisiert; die Ergebnisse können nach und nach genau evaluiert werden.
  • Die landwirtschaftliche Biovielfalt wird gefördert und geschützt. Und nicht zuletzt sind gemeinschaftliche Samenbanken (community seed banks – CSB) wichtig, um die Rechte der Bauern umzusetzen.

Was macht traditionelle Kulturen so wertvoll? Hybridsorten sind ertragreicher.
Bei der grünen Revolution ging es ausschließlich um höhere Erträge. Man verließ sich dabei auf eine schmale genetische Basis, auf synthetische Zusätze und viel Wasser. Umweltfreundlich ist das nicht. Traditionelle Kulturen hingegen sind an die spezifischen örtlichen Gegebenheiten angepasst. Sie können sehr ertragreich sein und sind resistent gegen Schädlinge und Dürre. Sie passen sich den Böden und dem Klima an. Früher wussten die Bauern genau, wann welches Saatgut zu verwenden ist. Was sie brauchten, gab es weitgehend vor Ort. Früher gab es in Indien viele verschiedene Reissorten, die sich entsprechend ihrer örtlichen Bedingungen entwickelten. Einige Sorten gedeihen gut in Trockengebieten, andere in Küstengebieten oder im tiefem Wasser. Diese Vielfalt wurde durch die weit verbreitete Monokultur gefährlich eingeschränkt.

Was ist die Gefahr dabei?
Das größte Risiko ist, dass die High-Tech-Hybride eines Tages versagen können. Sie sind sehr homogen und daher sehr anfällig. Wenn auf allen Feldern das gleiche wächst, reicht eine einzige Krise, um alles zu zerstören. Eine Vielfalt der Landrassen würde die Farmen resistenter machen. Außerdem braucht die Saatgutindustrie die genetischen Ressourcen der traditionellen Sorten, um Hybride zu züchten. Diese genetischen Ressourcen schwinden jedoch, weil traditionelle Sorten kaum angebaut werden. Auch auf Genbanken kann sich die Industrie nicht verlassen. Forschungen zufolge verändert sich die natürliche Umgebung ständig. Landrassen entwickeln sich weiter und passen sich daran an. Daher taugen Samen, die über Jahre in einer Genbank lagerten, möglicherweise selbst dort, wo sie herkommen, nicht mehr. Traditionelle Sorten müssen angebaut werden, um zu überleben. Wenn wir auf Hybride angewiesen sind, brauchen wir immer mehr Pestizide und Wasser – was wir uns nicht leisten können, weil es der Umwelt schadet. Und ehrlich gesagt: Viele Kleinbauern können sich das auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten.

Sie brauchen also eine Alternative.
Richtig. Und zwar eine, die wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig ist. Melaku Worede, ein hervorragender Wissenschaftler und Gründer der äthiopischen Genbank, sagt: „Das traditionelle System ist ausgetüftelt und verfügt über profundes Wissen. Getreidevielfalt zu erhalten, indem man auf den Farmen Landrassen anbaut, ist daher sehr wertvoll.“ Genau das tun wir.

Wie können traditionelles Saatgut und Biolandbau Kleinbauern helfen, mit der sich ändernden Umwelt zurechtzukommen?
Unserer Erfahrung nach geht dieser Ansatz die wichtigsten Probleme ländlicher Gemeinden an: nämlich ihre sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte. Es ist das Recht der Bauern, ihr eigenes Saatgut für künftige Aussaaten zu nutzen. Das befreit sie von äußeren Zwängen. Unsere traditionelle Landwirtschaft besteht seit Jahrtausenden. Traditionelle Kulturen wurden seit Generationen sorgfältig gezüchtet, um sich den Gegebenheiten anzupassen. Sie halten den klimatischen Kapriolen stand und bieten Klein- und Kleinstbauern, einschließlich der traditionellen Gemeinschaften, Ernährungssicherheit.

Welche Methoden des Bio-Anbaus halten Sie für besonders wichtig?
Fruchtfolge beispielsweise. Es ist wichtig, nicht Jahr für Jahr das Gleiche auf einem Feld anzubauen. Es hat mehrere Gründe, warum man verschiedene Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anbaut: Der Boden bleibt fruchtbar, Schädlinge und Krankheiten werden minimiert und Nährstoffe zugeführt. Die Ernteerträge werden dadurch gesteigert. Auch Mischkulturen sind nützlich: Landwirte säen mehrere Pflanzen gleichzeitig. So können sie die Flächen voll nutzen und die wirtschaftlichen Risiken eines Ernteausfalls gering halten, gemäß dem Sprichwort „Leg nicht alle Eier in einen Korb“. Zudem fördert Mischanbau die Artenvielfalt, weil dadurch diverse Nutz- und Raubinsekten angelockt werden, die wiederum den Schädlingsbefall minimieren. Was auf einem Hof geschieht, hat Einfluss auf dessen Umgebung – Farmen mit einer gewissen Diversität sorgen also für eine allgemein größere Vielfalt.

Welches Saatgut gibt es in Ihrer Saatbank?
Wir lagern mehr als 800 Reis-, 120 Hirse-, 32 Weizen-, 56 Auberginen- und 52 Sorten von Hülsenfrüchten. Zudem haben wir auch viele weitere Gemüse- und Obstsorten aus 20 Bezirken von Karnataka sowie 23 verschiedene indische Baumwollsorten im Sortiment. Sahaja Samrudha arbeitet mit mehr als 6300 Bauern zusammen, die Saatgut züchten und schützen. Die Samenbank hat 32 lokale Tochtergesellschaften, die die örtliche Versorgung unterstützen. Zudem führen wir kooperative Studien mit universitären Forschungseinrichtungen durch. Die Bauern sehen dadurch, welche Bedeutung sie als Wissenschaftler, Naturschützer, Züchter und Innovatoren haben. Sie spielen auf lokaler Ebene tatsächlich eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der genetischen Ressourcen - und das war schon immer so.

Erreichen Sie damit die Öffentlichkeit?
Ja, wir tun unser Bestes, um die traditionellen Sorten populär zu machen und ein Bewusstsein für ihre ernährungstechnischen und medizinischen Unterschiede zu schaffen. Wir organisieren Festivals zu Biodiversität allgemein und auch zu bestimmten Sorten wie etwa Reis und Hirse. Auf Saatgutmessen in Städten bringen wir Hersteller und Konsumenten zusammen. Kleinbauern verdienen Geld, indem sie Saatgut verkaufen, und die Verbraucher sind stolz, wenn sie dazu beitragen, die verschwindenden Arten in ihren Hinterhöfen oder gar auf ihren Dachgärten zu schützen.

Welche Schwierigkeiten gibt es?
In Karnataka, überhaupt überall in Indien, werden die meisten Bio-Landwirte Ihnen sagen, dass nicht die Produktion sondern die Vermarktung das Schwierigste ist. Daher haben wir 2010 die Marketing-Firma Sahaja Samrudha Organic Producer Company Limited (SSOPCL) mit der Marke „Sahaja Organics“ gegründet. Der Anfang war hart, aber inzwischen läuft es. Das Konzept ist einzigartig, die Firma gehört komplett den Bio-Erzeugern. Sie müssen Primärerzeuger sein und sich für Umweltschutz und die Erzeugung gesunder, qualitativ hochwertiger Lebensmittel einsetzen. SSOPCL vertreibt nur zertifizierte Bio-Produkte und nur zertifizierte Bio-Bauern dürfen Mitglied werden. Zu unserem Netzwerk gehören etwa 2800 Bio-Bauern und 20 Bio-Erzeugergruppen in Karnataka und den benachbarten indischen Bundesstaaten Tamil Nadu, Kerala und Andhra Pradesh. Das Unternehmen ist inzwischen der größte Großhändler für Bio-Reis, Hülsenfrüchte und Hirse in Karnataka. Die Landwirte verdienen daran um bis zu 20 Prozent mehr als sonst, zugleich erhalten die Verbraucher hochwertige Produkte zu angemessenen Preisen. Seit 2013 schreiben wir schwarze Zahlen, der Jahresumsatz betrug rund eine Million Dollar. Wir wollen Qualitätsführer in der Bio-Industrie sein, und Kundenzufriedenheit hat oberste Priorität. Letztlich verfolgen wir drei Ziele: Sicherung des Lebensunterhalts der Menschen auf dem Land, Vermarktung gesunder Lebensmittel und den Schutz der Umwelt.

Anitha Reddy ist Treuhänderin und Sprecherin des Verbands der Biobauern Sahaja Samrudha.
reddyanitha88@gmail.com
https://www.sahajasamrudha.org/

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Irak: Das UN-Antiminenprogramm weist Schändungsvorwürfe in historischen Kirchen in Mossul zurück

Vereinte Nationen - 18. Januar 2019 - 10:51

18. Januar 2019 - Die Anfang dieser Woche von einer Nichtregierungsorganisation aufgestellten Behauptungen, das Personal von UNMAS (Agentur für Antiminenprogramme der Vereinten Nationen) habe in zwei historischen Kirchen in Mossul "barbarisch und willkürlich" eine explosive Gefahrenbeseitigung durchgeführt, wurde gestern von UNMAS in einer Erklärung zurückwiesen.

Die Anschuldigungen, die auf der Website der irakischen Organisation Hammurabi Human Rights Organization (HHRO) veröffentlicht wurden, warfen dem UNMAS Verbrechen vor, „die nicht weniger schwerwiegend und unverschämt seien als die Verbrechen vom IS". Sie behaupteten, dass die Räumung in den explosionsgefährdeten Bereichen ohne kirchliche Genehmigung durchgeführt wurde und „unter völliger Missachtung der heiligen und religiösen Unversehrtheit.“

Obwohl UNMAS und deren Partner für das Räumungsprojekt G4S darin nicht direkt genannt wurden, erklärte UNMAS Irak, dass es die Anschuldigungen ernst nehme und offen für weitere Untersuchungen sei.

Die Agentur hat nun wichtige Akteure wie Mitarbeiter von HHRO und Beamte des syrischen katholischen Erzbistums zu einem Treffen eingeladen, um die Fakten im Zusammenhang mit ihren Aussagen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls die Aussagen zu korrigieren.

UNMAS erklärte außerdem, dass sie sich dafür einsetze, „alle archäologischen, religiösen und historischen Stätten zu schützen und eng mit dem irakischen Staat und den religiösen Behörden zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass diese nationale Schätze geschützt sind, um zusätzliche Schäden zu verhindern.“

Seit der Aufnahme ihrer Tätigkeit in Mossul 2017 hat UNMAS über 1.500 Räumungsarbeiten durchgeführt, was zur Beseitigung von rund 48.000 Explosionsgefahren aller Art führte, bisher ohne jegliche Beschwerden.

Im Jahr 2014 besetzte die dschihadistische Terrorgruppe ISIS Mossul, seit Jahrhunderten ein historisches Zentrum des Christentums im Nahen Osten und forderte, dass sie zum Islam übergehen. Mehr als 100 Kirchen und andere religiöse Stätten wurden zerstört oder abgerissen.

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18. Januar 2019

ONE - 18. Januar 2019 - 10:38
  1. Afrikanische Union zweifelt Wahlergebnis im Kongo an

Einige Medien, u.a. Zeit Online, berichten, dass die Afrikanische Union (AU) „ernsthafte Zweifel“ am vorläufigen Ergebnis der Präsidentenwahl im Kongo geäußert habe und die Behörden in Kinshasa aufgefordert habe, die offizielle Bekanntgabe des Ergebnisses auszusetzen. Die AU wolle nun eine Delegation in den Kongo schicken, um eine Lösung im Wahlkonflikt zu finden. Der Oppositionskandidat Martin Fayulu habe bereits kurz nach den Wahlen den Vorwurf der Wahlfälschung erhoben. Er werfe dem scheidenden Präsidenten Joseph Kabila vor, eine Absprache mit dem anderen Oppositionskandidat Félix Tshisekedi gemacht zu haben. Tshisekedi habe nach Angaben der Wahlkommission die meisten Stimmen erhalten. Bisher geheime Daten aus den Wahllokalen zeigten allerdings ein gegenteiliges Bild: Demnach habe Fayulu mit rund 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Heute werde das Verfassungsgericht im Kongo über Fayulus Beschwerde entscheiden. Der Kongo-Experte Janosch Kullenberg sagte DW.com, es gebe nur wenig Hoffnung auf einen Erfolg Fayulus. Die meisten Richter im Verfassungsgericht seien vor einigen Jahren quasi von der Regierung Kabilas benannt worden und somit voreingenommen.

  1. Gerd Müller im Interview: Europa darf sich nicht nur auf die Sicherung von Grenzen konzentrieren

Das Hamburger Abendblatt  veröffentlichte heute ein Interview mit Entwicklungsminister Gerd Müller. Geführt wurde es von Anja Stehle und Christian Unger. Dort wirbt Müller für sein Textilbündnis. Es sei „beschämend“, dass er vor Wirtschaftsverbänden noch immer gegen Kinderarbeit argumentieren müsse. Untersuchungen zeigten, dass pro deutscher Person im Schnitt 50 Menschen in Entwicklungsländern unter „sklavenähnlichen“ Bedingungen arbeiten müssten. Da dies untragbar sei, werde nun die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen überprüft. Reiche das Engagement nicht aus, käme ab 2020 eine gesetzliche Regelung – idealerweise auf europäischer Ebene. Weiter erneuert Müller seine Kritik an hohen und intransparenten Krediten Chinas für viele Entwicklungs- und Schwellenländer. Sri Lanka beispielsweise könne seine Kredite nicht mehr bedienen. Der neue Hafen sei nun für 99 Jahre an die chinesischen Investoren gegangen. Dies solle eine Warnung für afrikanische Länder sein. Schließlich kritisiert Müller, dass sich die EU zu sehr auf die Grenzsicherung nach Afrika und zu wenig auf die Überwindung von Hunger und Armut vor Ort konzentriere. Die EU müsse verstehen, dass Afrika eine zentrale Zukunftsfrage sei. Dies zeige sich allerdings weder in der Struktur der Europäischen Kommission noch in den Finanzplänen bis zum Jahr 2027. Müller fordert eine Verdopplung der EU-Investitionen in Afrika.

  1. Blutige Proteste im Sudan

Die Lage im Sudan spitzt sich immer mehr zu, wie heute einige Medien berichten, u.a. der Deutschlandfunk und Spiegel Online. Bei den Unruhen seien mittlerweile zwischen 24 und 45 Menschen getötet worden – die offiziellen Angaben unterscheiden sich deutlich von denen von Menschenrechtsgruppen –  und die Sicherheitskräfte setzten auch scharfe Munition ein. Die Vereinten Nationen hätten das Vorgehen der sudanesischen Sicherheitskräfte gegen Demonstrant*innen als „exzessive Gewalt“ verurteilt. Auch das Europaparlament habe in einer Entschließung verlangt, dass die Regierung in Khartum den willkürlichen Festnahmen, der Inhaftierung und Folter ein Ende setzen müsse. Die Proteste gegen das Regime von Omar al-Baschir halten sein Mitte Dezember an. Die Protestant*inne rufen Parolen wir „Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit“. Entzündet hatten sich die Proteste durch einen Anstieg der Brot- und Ölpreise.

 

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18.01.2019 Bundesminister Müller ruft auf der Grünen Woche zum Kampf gegen Kinderarbeit auf

BMZ - 18. Januar 2019 - 9:00
Minister Müller: "Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken der Menschen in Entwicklungsländern auf. Kaffee, Kakao, die Baumwolle für unsere Hemden oder Metalle für unsere Elektronikgeräte – viele alltägliche Produkte werden unter untragbaren Arbeitsbedingungen oder mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt. Das ist auch ein Weckruf an die Konsumenten: Schaut hin, was ihr kauft. Beim ersten Stück Schokolade sollte man doch ...
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Politischer Diskussionsabend: So geht Nachhaltigkeit – Zivilgesellschaftliche Impulse für eine nachhaltige Politik

Forum Umwelt & Entwicklung - 18. Januar 2019 - 8:41
Politischer Diskussionsabend Di, 29.01.2019 – 17:30 Uhr Hörsaalruine der Charité (Berliner Medizinhistorisches Museum, Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117) Berlin

Über drei Jahre ist es jetzt her, dass sich Deutschland zu der Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) verpflichtet hat. Das Jahr 2019 ist eine wichtige Wegmarke in diesem Prozess: Bereits jetzt beginnen die Vorbereitungen auf einen Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs im September 2019, der eine erste Bilanz zieht und die ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele voranbringen soll. Auch in Deutschland wird aktuell die Überarbeitung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vorbereitet.

Genau der richtige Zeitpunkt um mit Ihnen und Euch gemeinsam zu diskutieren: Was erwarten wir von einer nachhaltigen Politik? Wichtiger Impuls und Rahmen für den Abend ist der aktuelle Bericht ‚So geht Nachhaltigkeit – Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda‘, der gezielt zivilgesellschaftliche Ansätze und Initiativen zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in Deutschland und weltweit in den Fokus rückt. Wir wollen zeigen: Nachhaltigkeit ist möglich – wenn der politische Wille dafür besteht.

Gemeinsam mit Ihnen und Euch möchten wir erfolgreich in das politische Jahr 2019 starten und laden herzlich ein zu einem Abend ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Merken Sie sich den Termin gleich vor, ein ausführliches Programm folgt in Kürze. Anmeldungen richten Sie bitte an staudt@forumue.de.

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Positionspapier: Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme

Forum Umwelt & Entwicklung - 18. Januar 2019 - 7:53

Armut, Hunger, Artensterben, Bodenzerstörung, Klimakrise – hunderte Millionen von bäuerlichen Erzeuger*innen sind davon betroffen. Die industrielle Landwirtschaft bedroht nachweislich die Existenz (klein-)bäuerlicher Erzeuger*innen und gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen hierzulande und im globalen Süden. In dem Positionspapier „Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssystemefordern 56 zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen. Das Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis hinlänglich erprobt und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Darüber hinaus werden in dem Papier zehn gleichberechtigte Elemente formuliert, die die Unterzeichner*innen des Papiers als Kernbestandteile von Agrarökologie erachten.

 

Download des Positionspapiers

 

Das Positionspapier „Agrarökologie stärken“ wird getragen von folgenden 56 Organisationen: Agrar Koordination, Agrecol, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), ARA, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), Aurelia Stiftung, Biokreis Anbauverband, Bioland, Bluepingu, Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bündnis Junge Landwirtschaft, Bürger für regionale Landwirtschaft & Ernährung (BIONALES), Christliche Initiative Romero (CIR), Deutscher Naturschutzring (DNR), Die Agronauten – Forschungsgesellschaft für Agrar- und Ernährungskultur, Die Freien Bäcker – Zeit für Verantwortung, ECOVIN, Ernährungsrat Berlin, Ernährungsrat Frankfurt, Ernährungsrat Nürnberg und Umgebung, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Forum Fairer Handel, Forum Umwelt und Entwicklung, Gen-ethisches Netzwerk, GEPA – The Fair Trade Company, Germanwatch, Grüne Liga, Handwerk mit Verantwortung, IFOAM – Organics International, INKOTA-netzwerk, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL), Meine Landwirtschaft, Mellifera, MISEREOR, NaturFreunde Deutschland, Naturland, Naturschutzjugend (NAJU), Netzwerk solidarische Landwirtschaft, Nyéléni.de, Oxfam Deutschland, Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany), Sarah Wiener Stiftung, Seeds Action Netork (SAN) Deutschland, Slow Food Deutschland, Slow Food Europa, Stadtbienen, TransFair (Fairtrade Deutschland), Treemedia, Weltladen-Dachverband, World Future Council, WWOOF-Deutschland, Zukunftsstiftung Landwirtschaft

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Pressemitteilung: Bundesregierung muss Potenzial von Agrarökologie nutzen

Forum Umwelt & Entwicklung - 18. Januar 2019 - 7:30

Pressemitteilung

Bundesregierung muss Potenzial von Agrarökologie nutzen

Zivilgesellschaftliche Organisationen präsentieren Forderungskatalog

 

[Aachen, Berlin, Hamm, den 18.01.2019] Armut, Hunger, Artensterben, Bodenzerstörung, Klimakrise – hunderte Millionen von bäuerlichen Erzeuger*innen sind davon betroffen. Die industrielle Landwirtschaft bedroht nachweislich die Existenz (klein-)bäuerlicher Erzeuger*innen und gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen hierzulande und im globalen Süden. In einem heute veröffentlichten Positionspapier fordern 56 zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen. Das Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis hinlänglich erprobt und ganzheitlich im Ansatz.

 

Zehn Jahre nach dem Erscheinen des Weltagrarberichts setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine Ertragssteigerung um jeden Preis keine Lösung für Armut, Hunger und Umweltzerstörung ist. Mit der Agrarökologie gibt es ein wirksames Gegenmodell. Das Konzept basiert auf ökologischen Prinzipien, dem politischen Ansatz der Ernährungssouveränität und dem Recht auf angemessene Nahrung. „Die Förderung der Agrarökologie zahlt sich dreifach aus: Sie verbessert die Lebenssituation von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, mindert die Folgen der Klimakrise und schützt die natürlichen Lebensgrundlagen“, erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Die Bundesregierung sollte bis 2021 300 Millionen Euro zur Förderung der Agrarökologie national und international zur Verfügung stellen, davon 200 Millionen Euro für die „Scaling up Agroecology-Initiative“ der FAO und 100 Millionen Euro für ein Förderprogramm „Agrarökologie und Frauen“.

 

Auch die Landwirtschaft in Deutschland und Europa würde davon profitieren. „Agrarökologie kann bäuerliche Landwirtschaft wirtschaftlich stärken und Perspektiven auch für den ländlichem Raum insgesamt verbessern“, erklärt Reiko Wöllert, Mitglied im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). „Agrarökologie mit einer verbesserten Wertschöpfung für die Betriebe zu verbinden ist daher wichtig, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen und das Höfesterben zu beenden. Die Bundesregierung sollte sich bei der Reform der EU-Agrarpolitik dafür einsetzen, dass die Weichen in diese Richtung gestellt werden. Wirtschaftskreisläufe, Regionalunternehmen und lokale Vermarktungsnetzwerke von Bauern und Bäuerinnen sollten besonders gestärkt werden”, sagt Wöllert.

 

Das Konzept der Agrarökologie baut auf den Prinzipien des ökologischen Landbaus auf. Dazu zählen der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Kreislauf von Boden-Pflanze-Tier und Mensch sowie der Verzicht auf Mineraldünger und Pestizide. „Agrarökologie fördert die Vielfalt unter und über der Erde“, erklärt Katrin Wenz, Agrarexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Biodiversität werde über mehrgliedrige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und Mischanbau systematisch ins Anbausystem integriert. „Wer Vielfalt erhalten will, darf also nicht weiter auf die Intensivierung der Landwirtschaft setzen, sondern muss Anbausysteme fördern, die Ressourcen sparen und die Biodiversität schützen“, so Wenz.

 

Auch angesichts der Herausforderungen der weltweiten Klimakatastrophe ist ein Umdenken hin zur Agrarökologie dringend nötig. Diversifizierte Anbausysteme machen Bauern und Bäuerinnen krisensicherer gegenüber Wetterextremen. „Böden speichern in Dürrezeiten besser Wasser und nehmen bei Starkregen Wasser leichter auf. Pflanzen können tiefer wurzeln. Der Schädlings- und Krankheitsdruck nimmt ab“, so Jan Urhahn, Landwirtschaftsexperte bei der Entwicklungsorganisation INKOTA. Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass die positiven Wirkungen der Agrarökologie in den Politikempfehlungen des Arbeitsprogramms der UN-Klimarahmenkonvention für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit besondere Beachtung finden. „Um der Agrarökologie zum Durchbruch zu verhelfen, muss die Bundesregierung schädliche Programme schnellstmöglich beenden. Daher muss sie aus der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika aussteigen“, fordert Urhahn. Die Initiative nütze vor allem den großen Agrarkonzernen und stehe der Agrarökologie diametral entgegen.

 

Veranstaltungshinweis: Zum Thema Agrarökologie findet am 18.1.2019 um 15:30 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin die Diskussionsveranstaltung „Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis“ statt. Unter anderem mit Abram Bicksler, Landwirtschaftsreferent, Abteilung Anbau und Pflanzenschutz, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und mit Dr. Stefan Schmitz, Beauftragter für die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Weitere Informationen:

Positionspapier „Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ inklusive der Liste der 56 unterzeichnenden Organisationen

Weitere Informationen zur Veranstaltung „Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis“ am 18.01.2019

Ansprechpersonen:

Jan Urhahn, INKOTA-netzwerk, Mobil: 0176 70 61 03 81, E-Mail: urhahn@inkota.de

Katrin Wenz, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Mobil: 0176 47 68 41 62, E-Mail: katrin.wenz@bund.net

Marita Wiggerthale, Oxfam, Mobil: 0162 13 86 32 1, E-Mail: mwiggerthale@oxfam.de

Reiko Wöllert, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Festnetz: 036254 78 02 4, E-Mail: mitteldeutschland@abl-ev.de

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TOP 10 Megastaudamm "Stieglers Schlucht" in Tansania

#Bundestag - 18. Januar 2019 - 1:26
74. Sitzung vom 17.01.2019, TOP 10 Megastaudamm "Stieglers Schlucht" in Tansania
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TOP 7 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

#Bundestag - 18. Januar 2019 - 1:26
74. Sitzung vom 17.01.2019, TOP 7 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie
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The End of the INF Treaty is Looming

SWP - 18. Januar 2019 - 0:00

President Trump wants to terminate the Intermediate-Range Nuclear Forces (INF) Treaty signed in 1987. Its aim was to end the nuclear deployment race between the US and the then Soviet Union in Europe. Trump justified his intention by accusing Russia of violating the Treaty. Moscow denies this and also accuses Washington of being in breach of the Treaty. Trump has argued that China’s INF potential is also jeopardising the US’s strategic position. However, this unilateral move by Washington contradicts NATO’s recent positions. If the US were to withdraw from the INF Treaty, another cornerstone of the European security order and the global nuclear order would col­lapse. Unpredictability and destabilisation would increase. Europe must resolutely oppose the threat of a new nuclear arms race. It should insist on verifying the accu­sations from both sides under transparent and cooperative conditions and, if neces­sary, agree on additional stabilisation measures in order to preserve the Treaty or limit the consequences of a US withdrawal.

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US-Russland-Politik trifft europäische Energieversorgung

SWP - 18. Januar 2019 - 0:00

Seit Beginn der russischen Militärintervention in der Ukraine Anfang 2014 befinden sich die Regierungen der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in einer geopolitischen Auseinandersetzung, die überwiegend mit wirtschaftlichen Mitteln ausgetragen wird. Neben unilateralen Wirtschaftssanktionen setzt die US-Regierung dabei auf den Export von verflüssigtem Erdgas (liquified natural gas, LNG). Damit will sie neben den russischen Staatseinnahmen auch die europäische Abhängigkeit von russischen Energieimporten verringern. Ins Fadenkreuz gerät in diesem Kontext vor allem die deutsche Bundesregierung, die von Präsident Donald J. Trump als »Gefangener Russ­lands« bezeichnet worden ist. Je stärker der europäisch-russische Energiehandel in den Konflikt zwischen Washington und Moskau hineingezogen wird, desto schwerwiegender dürften die Folgen für die europäische Energieversorgung sein.

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Executive Update: 2019 - das Jahr der "Tipping Points"

Global Compact - 18. Januar 2019 - 0:00
Lise Kingo, CEO und Executive Director vom UN Global Compact Netzwerk wendet sich in einem Brief an die Teilnehmer des Netzwerks und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die im Jahr 2019 auf uns zukommen.
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