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Vereinte Nationen: Wie ist der Stand beim Thema Nachhaltigkeit?

VENRO - 2. Juli 2019 - 15:07

Die kommenden Monate stehen politisch im Zeichen der Agenda 2030: Mitte Juli berichten 47 Staaten über den Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsziele in ihren Ländern, im September wird erstmals seit Agenda-Verabschiedung der globale Bericht zur Erreichung der SDG vorgelegt werden. Was ist zu erwarten?

In den kommenden Monaten stehen zwei wichtige Ereignisse bevor: in diesem Monat das High-level Political Forum (HLPF) – also die Berichtskonferenz zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – und im September der im Rahmen der UN-Generalversammlung stattfindende SDG-Gipfel. Zunächst werden im Juli 47 Länder über die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in ihren Ländern berichten. Außerdem wird es spezielle thematische Einheiten zu den Zielen 4 (Bildung), 8 (Menschenwürdige Arbeit), 10 (Reduzierung von Ungleichheit), 13 (Klimaschutz) und 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) geben. Darüber hinaus steht wie in jedem Jahr Ziel 17 auf der Tagesordnung (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele).

Im September wird dann zum ersten Mal seit Verabschiedung der Agenda 2030 der globale Bericht zur Erreichung der Ziele (Global Sustainable Development Report, GSDR) vorgelegt werden. Der Fortschrittsbericht 2019 des UN-Generalsekretärs gibt hierauf schon einen Vorgeschmack:

  • Die Armut wurde zwar reduziert, jedoch zu langsam: Im Jahr 2030 werden noch immer sechs Prozent der Bevölkerung weltweit in extremer Armut leben.
  • Auch 2019 ist im dritten Jahr in Folge ein Anstieg der Zahl der Personen zu verzeichnen, die an chronischem Hunger leiden. Eine von neun Personen ist chronisch unterernährt, das sind 821 Millionen Menschen.
  • Das Ziel Wasserversorgung wird wahrscheinlich ebenfalls nicht erreicht werden. Derzeit haben 786 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
  • Die Ungleichheit steigt in vielen Teilen der Welt an, wobei sich die Situation der ärmsten Bevölkerung (40 Prozent) auch in manchen Ländern verbessert hat. Steigende Ungleichheit liegt vor allem in der Konzentration von Reichtum begründet.
  • Der Fortschrittsbericht konstatiert darüber hinaus einen Anstieg der Erderwärmung, einen Rückgang der Biodiversität sowie ansteigenden Müll.

Vor diesem ernüchternden Hintergrund lohnt sich ein Blick auf das Vertragswerk der Agenda 2030. Denn dieses besteht nicht nur aus den viel zitierten 17 Zielen, sondern hat eine ausführliche Präambel. Darin haben die Unterzeichnerstaaten vor vier Jahren ihr gemeinsames Anliegen formuliert:

„Wir sind entschlossen, die Menschheit von der Tyrannei der Armut und der Not zu befreien und unseren Planeten zu heilen und zu schützen. Wir sind entschlossen, die kühnen und transformativen Schritte zu unternehmen, die dringend notwendig sind, um die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit und der Widerstandsfähigkeit zu bringen. Wir versprechen, auf dieser gemeinsamen Reise, die wir heute antreten, niemanden zurückzulassen.“

Gleichzeitig hat die Erarbeitung der 17 Ziele möglicherweise sogar zu einer zunehmenden Fragmentierung des konzeptionellen Denkens und der entwickelten Ansätze geführt. Erst neuerdings wird wieder stärker die Forderung nach zusammenhängendem Denken und nach Politiken laut, die kohärent sind und ihre Auswirkungen auf andere Ziele und deren Erreichung weltweit berücksichtigen.

Und auch das steht in der Präambel:

„Wir sind entschlossen, die für die Umsetzung dieser Agenda benötigten Mittel durch eine mit neuem Leben erfüllte Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zu mobilisieren, die auf einem Geist verstärkter globaler Solidarität basiert…“

Dies sind Kerngedanken der Agenda 2030: Solidarität muss im Zentrum stehen, und zwar nicht nur bezogen auf die globalen Güter (Biodiversität, Meere, Atmosphäre, Klima), sondern darüber hinaus – denn alle Menschen haben die gleiche Rechte auf Entwicklung und angemessenen Lebensstandard (dies steht schon in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948!). Deshalb lautet das Grundanliegen der Agenda 2030: Niemanden zurücklassen (leave no one behind).

Was heißt das für Deutschland?

Deutschland hat sich verpflichtet, die Agenda 2030 umzusetzen. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) stellt dabei die Übertragung auf die nationale Ebene mit eigenen Indikatoren dar. Gleichzeitig muss Deutschland auch die internationale Dimension berücksichtigen – und zwar durch die Beförderung der Umsetzung der Agenda 2030 weltweit, z.B. durch entwicklungsfördernde Handelsbeziehungen oder durch internationale Entwicklungszusammenarbeit. Darüber hinaus muss Deutschland die globalen Auswirkungen des eigenen Handelns einbeziehen. Und hier sieht es ziemlich schlecht aus, denn die Lebensweise im Norden und der reichen globalisierten Bevölkerung ist gekennzeichnet durch enormen Konsum, eine übermäßige Ressourcennutzung, einen ausufernden Energieverbrauch, hohes Verkehrsaufkommen und steigende Abfallmengen. Würde die ganze Welt so leben wie Deutsch­land, bräuchten wir drei Planeten; wäre der deutsche Lebensstil glo­balisiert, hätten wir alljährlich schon Anfang Mai alle regenerierbaren, natürlichen Ressour­cen verbraucht, die der Menschheit zur Ver­fügung stehen.

Die ökologischen und sozialen Schulden, die der europäische Wohlstand durch Konsum und Produktionsmuster verursacht und in andere Teile der Welt externalisiert, sind nicht hinnehmbar. Notwendig ist eine Agrarwende, die nicht das Artensterben befördert und zu Las­ten von Menschen im Globalen Süden geht. Dies ist aber der Fall, wenn lokale Märkte im Süden mit europäisch subventionier­ten, billigen Exportprodukten überschwemmt werden und damit Kleinbäuerinnen und Kleinbau­ern aus ihrem Markt gedrängt werden. Der Kohleausstieg muss be­schleunigt werden. Und nicht zuletzt brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende: weg vom exzessiven Autoverkehr, weg vom ständig steigenden Güter- und Flug­verkehr – hin zu einem funktionie­renden und preiswerten öffentlichen Nah- und Fernverkehr und hin zu re­gionalen Wirtschaftskreisläufen. So haben es VENRO und das Forum Umwelt und Entwicklung gemeinsam mit vielen anderen Nichtregierungsorganisationen bereits gefordert.

Zielkonflikte behindern die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele

Die Konflikte, die die Erreichung der Agenda 2030 behindern, gehen aber noch viel weiter: Es geht um die Konflikte in der Zielerreichung selbst! Nicht ein einziges der Länder, die hohe soziale Standards vorweisen, haben dies innerhalb der notwendigen planetarischen Grenzen erreicht (O’Neill et al 2018). Das bedeutet, dass wir ein Denken zugunsten systemischer Veränderungen brauchen. Auch der Fortschrittsbericht 2019 konstatiert: Die Länder „sind noch nicht weit genug gegangen, um dem notwendigen Paradigmenwechsel Rechnung zu tragen, den die Agenda 2030 erfordert“. Aus Sicht der Zivilgesellschaft ist es ein wichtiger Schritt, sehr viel mehr Konflikte, Interessenkonflikte und Zielkonflikte in der Agenda 2030 zu thematisieren und nach Lösungen zu suchen, die nicht im Silodenken verhaftet bleiben. Wenn zum Beispiel die Erreichung von Ziel 6 – Zugang zu sauberem Wasser – dadurch verhindert wird, dass 70 Prozent der globalen Wasserentnahme durch die industrielle Bewässerungslandwirtschaft erfolgt, dann kann Ernährungssicherung (Ziel 2) nicht durch diese Ansätze erreicht werden. Vielmehr muss es hier darum gehen, alternative Ansätze wie z.B. Agrarökologie zu verfolgen. Deutlich wird hier auch, dass es neben den quasi inhaltlichen Zielkonflikten natürlich um Wirtschaftsinteressen geht, auch um im Konflikt stehende Interessen verschiedener Akteure. Hier braucht es sehr viel mehr staatliche Regulierungen, die über freiwillige Verpflichtungen hinaus gehen – wie zum Beispiel eine international gesetzlich geregelte menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen.

Multilateralismus, Partizipation und die Einhaltung der Menschenrechte als Grundlagen der Agenda

Der Fortschrittsbericht 2019 bezieht sich auch auf die Verabschiedung der Agenda vor vier Jahren. Hier heißt es:

„Es lässt sich nicht leugnen, dass sich die globale Landschaft für die Umsetzung der SDG seit 2015 verschlechtert hat […] und das Bekenntnis zu multilateraler Kooperation, die so wichtig ist für die Implementierung der großen internationalen Vereinbarungen, unter Druck steht.“

Vor diesem Hintergrund begrüßt die Zivilgesellschaft ausdrücklich, dass das Bekenntnis zum Multilateralismus in den ersten beiden bisher vorliegenden Entwürfen der politischen Abschlusserklärung für den Gipfel 2019 klar erneuert wird. Auch ist die Aufnahme der Aspekte ‚Frieden erhalten‘, ‚friedliche und gerechte Konfliktlösungen finden‘, ‚internationales Recht respektieren‘ und ‚Prinzipien der UN-Charter respektieren‘ positiv zu bewerten. Gerade wenn die Agenda 2030 heute so nicht mehr verabschiedet werden würde, muss es darum gehen, nicht hinter bereits getroffene internationale Verabredungen zurückzufallen, die bestehenden Abkommen einzuhalten und tatsächlich auch umzusetzen sowie Menschenrechtsstandards zu respektieren und deren Reichweite zu vergrößern.

Die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft

Wir wissen auch, welche wichtige Rolle der Zivilgesellschaft zukommt. Das Positionspapier 2019 der NGO Major Group hält fest: Die weltweite Zivilgesellschaft stellt dort Fortschritte bei der Zielerreichung fest, wo die Einhaltung und Umsetzung der Menschenrechte, Inklusion und Empowerment, Kooperation und echte Zusammenarbeit im Zentrum stehen. Entscheidend ist also nicht nur der Wille, sondern dass auch eine tatsächliche Umsetzung zusammen mit allen relevanten Gruppen stattfindet. Gerade im Kontext des Prinzips Leave no one behind fordert der Fortschrittsbericht:

„Es [ist] notwendig, die Konzentration von Reichtum, Einkommen und Entscheidungsmacht der Top Bevölkerung zu thematisieren und die Verbindung zwischen ökonomischer und sozialer Exklusion und fehlendem Zugang zu Entscheidungsmacht zu reduzieren.“

Daher besteht der dringende Bedarf, in die politische Deklaration, die auf dem SDG-Gipfel im September verabschiedet werden wird, die Erhaltung und Erweiterung zivilgesellschaftlicher Räume als wichtiges Instrument der Umsetzung der Agenda 2030 aufzunehmen. Gleiches gilt für die Bereitstellung ausreichender Ressourcen für Arbeit der Zivilgesellschaft – gerade vor dem Hintergrund des vielerorts zu beobachtenden Shrinking Space. Die Bundesregierung sollte sich stärker für diesen Aspekt einsetzen.

 

Unsere stellvertretende Vorsitzende Dr. Luise Steinwachs wird am diesjährigen HLPF für VENRO in der Regierungsdelegation teilnehmen und ist in New York unter l.steinwachs@venro.org erreichbar.

 

Dieser Blogbeitrag ist in leicht veränderter Form auch bei unserer Mitgliedsorganisation Brot für die Welt erschienen.

Dossier: Fast Fashion – Eine Bilanz in 3 Teilen | Portal Globales Lernen

Weblinks - 1. Juli 2019 - 13:38

Comments:

  • Die Christliche Initiative Romero e.V. (CIR) zieht in diesem Dossier nun eine ausführliche Bilanz über die ökologischen und sozialen Folgen der Fast-Fashion-Industrie und beleuchtet besonderes die Verantwortung der Marken. - Karsten Weitzenegger

Tags: fashion, lernen, textilindustrie

by: Karsten Weitzenegger

LHÜ-Info Juni 2019

SID Blog - 1. Juli 2019 - 13:32

Vier Jahre Agenda 2030: Kein Land in Sicht

VENRO - 30. Juni 2019 - 16:32

Im Hinblick auf die  globalen Nachhaltigkeitsziele wird viel geredet, aber wenig getan: Der SDG-Report der Bertelsmann Stiftung und des SDSN zeigt einmal mehr, dass die Ergebnisse hinter den Vereinbarungen zurück bleiben. Kein Land ist aktuell auf dem Weg, alle 17 Ziele zu erreichen.

Fast vier Jahre ist es her, dass sich die Welt mit der Agenda 2030 erstmals auf 17 globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) geeinigt hat, die bis 2030 umzusetzen sind. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und des Sustainable Development Solutions Networks (SDSN) der Vereinten Nationen zeigt nun, dass zwar viel über die SDG geredet wird, aber ihre Umsetzung noch nicht genügend vorangetrieben wird. Die Ergebnisse bleiben hinter den Vereinbarungen zurück: Vier Jahre nach Verabschiedung der Agenda 2030 ist kein Land auf dem Weg, alle 17 Ziele zu erreichen.

Der SDG-Index der Bertelsmann Stiftung bewertet die aktuellen Leistungen von 162 Ländern in Bezug auf die Umsetzung der SDG und stellt generelle Trends fest.  Alle 17 Ziele werden im Index gleich gewichtet. Die Punktzahl gibt die Position eines Landes zwischen dem schlechtesten (0) und dem besten (100) Ergebnis an. Die Entwicklungen zu den Zielen Klima (SDG 13) und Biodiversität (SDG 14 und 15) sind besonders alarmierend: Laut der Studie kommt es in diesen Bereichen sogar zu Rückschritten. Die politischen Maßnahmen der G20 Länder Russland, USA, Türkei und Saudi-Arabien erhalten hier die niedrigste mögliche Bewertung (critically insufficient). Beunruhigend sind zudem die Konflikte in vielen Teilen der Welt, die die Menschenrechte und Meinungsfreiheit noch weiter einschränken und somit Fortschritte beim SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen – verhindern.

G20-Staaten und die OECD-Länder stehen besonders in der Kritik

Europäische Länder erfüllen die UN-Nachhaltigkeitsziele am besten, gehören jedoch auch zu den größten Kostenverursachern. In der Rangliste der Studie belegen europäische Länder die Top Ten. Die ersten drei Plätze gehen dabei an die skandinavischen Länder Schweden, Dänemark und Finnland. Deutschland landet mit 80 von 100 Punkten auf Platz sechs. Diesem vermeintlich guten Ergebnis zum Trotz bemerken die Autor_innen der Studie, dass es Industrienationen leichter haben, die Ziele zu erreichen, da ihnen mehr Geld und bessere Strukturen zur Verfügung stehen. In Anbetracht ihrer Möglichkeiten seien die Bemühungen daher zu gering. Sie kommen der Erfüllung der Ziele zwar entgegen, verursachen aber durch enormen Konsum und nicht nachhaltiges Wirtschaften gravierende ökologische und wirtschaftliche Kosten für Drittländer. Die letzten Plätze belegen die zentralafrikanischen Länder Demokratische Republik Kongo (160), Tschad (161) und die Zentralafrikanische Republik (162).

Die G20-Staaten und die OECD-Länder stehen besonders in der Kritik, ihre Vorbildfunktion nicht zu erfüllen. Sie schneiden bei den Themen Klimaschutz und nachhaltiger Konsum am schlechtesten ab. Zudem gehören die Industrienationen gleichzeitig zu den größten Kostenversursachern. Hinzu kommen große Lücken in der Finanzierung der SDG in Entwicklungsländern. Nur wenige G20-Staaten geben bisher die von der UN geforderten 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Mittel der Entwicklungszusammenarbeit (ODA) aus und nur 18 von 43 befragten G20- und Schwellenländer führen die SDG in nationalen Budgetplänen auf. Auch Deutschland verpasst bisher die 0,7-Prozent-Marke – zudem werden die Nachhaltigkeitsziele im Haushalt bisher nicht explizit erwähnt.

Den Versprechen müssen Taten folgen. Wenn sich die Staats- und Regierungschefs im September in New York treffen, um Zwischenbilanz zu ziehen, müssen die Defizite anerkannt und konkrete SDG-fokussierte Richtlinien und Programme festgelegt werden. Besonders die Industrienationen der G20-Länder müssen sich ihrer Verantwortung stellen. Sie haben es maßgeblich in der Hand, die UN-Ziele zum Erfolg zu führen.

Den SDG-Report der Bertelsmann-Stiftung und des Sustainable Development Solutions Networks können Sie hier abrufen.

Trotz zunehmenden Druck auf Zivilgesellschaft: Mittel sollen im Bundeshaushalt 2020 stagnieren

VENRO - 27. Juni 2019 - 12:52

Der aktuelle Haushaltsentwurf der Bundesregierung sieht keine Aufwüchse für die Förderung der Zivilgesellschaft vor. Angesichts der weltweit zunehmenden Tendenz, zivilgesellschaftliche Handlungsräume einzuschränken, ist dies ein falsches Signal!

Die Bundesregierung hat am 26. Juni 2019 den Entwurf über den Haushalt 2020 veröffentlicht. Demnach soll der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2020 um 127,5 Millionen Euro auf 10,3 Milliarden Euro leicht erhöht werden. Der Entwurf wird im Herbst im Parlament diskutiert und im November beschlossen.

Die Erhöhung ist grundsätzlich zu begrüßen, ließen die im März veröffentlichten Eckwerte für 2020 doch Schlimmeres befürchten. Laut diesen drohte dem Entwicklungshaushalt Stagnation auf ganzer Linie. Nun werden Mittel aus der mittelfristigen Finanzplanung umgestellt und der BMZ-Etat soll doch anwachsen. Das bedeutet konkret, dass Mittel, die in der Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2023 vorgesehen waren, nun für das Jahr 2020 bereitgestellt werden sollen. Das ist grundsätzlich positiv, denn die Finanzplanung wird analog zur konjunkturellen Lage jedes Jahr neu gemacht. Somit besteht Hoffnung, dass die Kürzungen in den nächsten Jahren wieder rückgängig gemacht werden. Besorgniserregend ist indes, dass insgesamt weniger Mittel in der Finanzplanung für die kommenden vier Jahre eingestellt werden, als noch im Eckwertebeschluss vorgesehen.

Stagnation für die Zivilgesellschaft auf ganzer Linie

Aus Sicht von VENRO ist dramatisch, dass die Mittel für die Förderung der Zivilgesellschaft auf ganzer Linie stagnieren. Aufwüchse soll es wieder nur für die Förderung der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit (um 5,9 Millionen Euro auf 30,9 Millionen Euro) und für die institutionelle Förderung von Engagement Global (um 3 Millionen Euro auf 32,5 Millionen Euro) geben. Noch gravierender: Die Mittel für die Förderung der entwicklungspolitischen Bildung sollen sogar um 4,9 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro gekürzt werden. Ebenso die Mittel für die Förderung der Sozialstrukturträger – diese sollen um eine Million auf 61 Millionen Euro gekürzt werden. Alle anderen Titel zur Förderung der Zivilgesellschaft stagnieren: Der Titel Private Träger bleibt bei 150 Millionen Euro, der Titel zur Förderung der Kirchen bei 301 Millionen Euro, zur Förderung des weltwärts-Programms bei 47 Millionen Euro, des Zivilen Friedensdienstes bei 55 Millionen Euro und der Titel zur Förderung der Stiftungen bei 319 Millionen Euro. Das ist angesichts der weltweit zunehmenden Tendenz, Zivilgesellschaft einzuschränken, ein falsches Signal!

Der BMZ-Etat im Überblick:

  • Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit soll um 108 Millionen Euro auf 4,7 Milliarden Euro gekürzt werden. Die Kürzungen betreffen ausschließlich die Finanzielle Zusammenarbeit. Die Technische Zusammenarbeit soll dagegen um eine Million anwachsen. Unter bilaterale Entwicklungszusammenarbeit fällt auch die Krisenbewältigung (ÜH). Dieser Titel stagniert bei 800 Millionen Euro.
  • Die Mittel für die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit sollen insgesamt steigen. Besonders erwähnenswert ist der Aufwuchs beim Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) von 260 auf 350 Millionen Euro sowie der Aufwuchs der multilateralen Hilfen für Umweltschutz von 370 auf 430 Millionen Euro.
  • Auch die Sonderinitiativen sollen erneut profitieren – allerdings nur die Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger, die um 40 Millionen Euro auf 375 Millionen Euro steigen soll.

Der Etat des Auswärtigen Amts wird um 1,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro gekürzt. Im Vergleich zu den Eckwerten wäre aber auch das ein leichter Aufwuchs. Die gemeinsame Titelgruppe Humanitäre Hilfe und Krisenprävention soll dagegen leicht ansteigen, wovon aber nur der Titel Krisenprävention, Stabilisierung und Friedensförderung profitiert: Dieser soll von 396 auf 401 Millionen Euro steigen. Der Titel zur Förderung der Humanitären Hilfe stagniert hingegen bei 1,58 Milliarden Euro.

Major project Innovation Campus Bonn launched

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 16:11

Directors, Head office staff and focal points of the Bonn Alliance © DIE

On 25 June 2019, the Bonn Alliance for Sustainability Research presented its major joint project in Bonn to representatives from science, business, politics and society: the Innovation Campus Bonn (ICB). The Innovation Campus Bonn is to become an integrative platform for society as a whole to work towards a sustainable future.

In addition to the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), the University of Bonn, the Institute for Environment and Human Security of the United Nations University (UNU-EHS), the Center for Development Research (ZEF), the Bonn International Center for Conversion (BICC) and the Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, University of Applied Sciences (H-BRS) are involved in the Bonn Alliance for Sustainability Research.

At the kick-off event, representatives from federal and state ministries as well as the Lord Mayor of the City of Bonn wished the project every success. In an ensuing panel discussion, the directors of the Bonn Alliance for Sustainability Research answered questions from the audience. Imme Scholz, acting director of DIE, emphasized the unique selling point of the ICB: the mixture of UN organizations based in Bonn combined with numerous activities of the City of Bonn, the University of Bonn with its long tradition covering a broad spectrum of topics, numerous non-university research institutions and NGOs. She stressed that all participating institutions look at the topic of sustainability from a different perspective and contribute their interdisciplinary approaches and international networks.

The ICB formally started its scientific work with three workshops in the afternoon. The workshops focused on the concept of sustainability, climate migration and digitisation in the health sector. Their aim was to exchange information on existing activities and fields of work and to engage in dialogue with representatives from civil society organisations. The participants also discussed possible links within the thematic fields for joint work within the framework of the ICB.

In the morning, the day had begun with a lecture by Achim Steiner, Head of the UN Development Programme (UNDP), on the implementation of Agenda 2030 at the University of Bonn at the invitation of the Bonn Alliance for Sustainability Research. Read more about this event and listen to his wishes for the major project.

Photographic impressions of the launch can be found here.

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Großprojekt Innovations-Campus Bonn feiert seinen Auftakt

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 16:05

Direktorinnen und Direktoren, Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle und Focal Points der Bonner Allianz © DIE

Am 25. Juni 2019 stellte die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung vor Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ihr gemeinsames Großprojekt in Bonn vor: den Innovations-Campus Bonn (ICB). Der Innovations-Campus Bonn soll zu einer integrativen Plattform für die gesamtgesellschaftliche Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft werden.

In der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung engagieren sich neben dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) die Universität Bonn, das Institute for Environment and Human Security der United Nations University (UNU-EHS), das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), das Bonn International Center for Conversion (BICC) und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wünschten Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landesministerien sowie der Stadt Bonn dem Projekt viel Erfolg. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW), vertreten durch Staatssekretärin Annette Storsberg, würdigte den Innovations-Campus Bonn als künftige zentrale Anlaufstelle für Nachhaltigkeit und globalen Wandel. Das MKW fördert den Aufbau des ICB mit 1,35 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vertreten durch Petra Berkner, unterstützt ein erstes interdisziplinäres Forschungsprojekt des ICB finanziell. Es beginnt zum 1. Juli 2019 und beschäftigt sich unter dem Namen „Digitainable“ mit Fragen an der Schnittstelle von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, erinnerte neben politischen, kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagieren, an die zentrale Rolle der Wissenschaft. Nur gemeinsam könnten Fortschritte bei der Umsetzung der SDGs erzielt und globale Herausforderungen bewältigt werden. Jakob Rhyner, wissenschaftlicher Direktor der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung, präsentierte das Kern-Arbeitsgebiet des ICB: Schnittstellen zwischen Bioökonomie, Digitalisierung sowie Mobilität und Migration zu erforschen. Er skizzierte dies insbesondere am Beispiel des Projekts „Digitainable“.

In einer Diskussionsrunde stellten sich die Direktorinnen und Direktoren der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung Fragen aus dem Publikum. Imme Scholz, kommissarische Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), betonte das Alleinstellungsmerkmal des Großprojektes Innovations-Campus Bonn: gerade die Mischung aus in Bonn ansässigen UN-Organisationen verbunden mit zahlreichen Aktivitäten der Stadt Bonn, einer traditionsreichen Universität Bonn mit einem breiten Themenspektrum, zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen sei besonders. Alle Beteiligten betrachteten das Thema Nachhaltigkeit aus einer anderen Perspektive und bringen ihre interdisziplinären Ansätze sowie globale Netzwerke ein. Von diesen könnten das Gesamtprojekt und neue Forschungsfragen profitierten.

Mit drei Workshops am Nachmittag hatte der ICB formell seine wissenschaftliche Arbeit aufgenommen. Dabei standen der Nachhaltigkeitsbegriff, Klimamigration und Digitalisierung im Gesundheitsbereich im Mittelpunkt. Ziel der drei thematischen Workshops war der fachliche Austausch über bereits bestehende Aktivitäten und Arbeitsfelder der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Forschungsinstitutionen sowie der Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden mögliche Anknüpfungspunkte innerhalb der Themenfelder für die gemeinsame Arbeit im Rahmen des ICB.

Bereits am Vormittag hatte der Tag feierlich begonnen. Achim Steiner, Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), hielt auf Einladung der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Bonn einen Vortrag zur Umsetzung der Agenda 2030. Lesen Sie hier mehr zu dieser Veranstaltung und hören Sie hier seine Wünsche an das Großprojekt.

Fotografische Impressionen der Auftaktveranstaltung finden Sie hier

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UNDP Administrator Achim Steiner discusses implementation of 2030 Agenda in Bonn

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 15:54

On 25 June, Achim Steiner, Aministrator of the United Nations Development Programme (UNDP), visited the Bonn Alliance for Sustainability Research. In his lecture „Towards Global Sustainability: Opportunities and Challenges in the Implementation of the Agenda 2030“ at the University of Bonn, Steiner reflected current action undertaken to combat climate change and achievements for the Sustainable Development Goals (SDGs).

The Under-Secretary-General of the United Nations highlighted the work of UNDP and described the 2030 Agenda for Sustainable Development as a „risk landscape“. It expresses key challenges of the world we live in and a shared responsibility of the Global North and South. He especially emphasised the importance of interdisciplinary research, as it is planned to be intensified within the Bonn Alliance for Sustainability Research with its new Innovation Campus Bonn (launched the same day). To him, joint efforts by the private sector, politics, research and civil society initiatives, such as Fridays for Future, are essential for progress in achieving the SDGs. Only this way would the Agenda 2030 and the implementation of its goals not merely remain „letters on a piece of paper“, but become visible in everyday life. At the same time, he suggested not only to look at potential conflicts of interest between the different goals and objectives. Instead, he proposed to look closer at synergies: „For example, to invest one euro in addressing the climate target could bring many more goals into an advanced mode.“

During the discussion, moderated by Imme Scholz, Acting Director of the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Achim Steiner also referred to Germany’s previous efforts in the climate debate and in writing and revising a sustainability strategy. Major economic policy issues such as transforming our transportation systems, should more closely integrate innovations and sustainability aspects. Imme Scholz underlined that a global implementation of the 2030 Agenda requires a common view on existing risks.

Watch Achim Steiner’s take on the Bonn Alliance for Sustainability Research.

With its worldwide presence, UNDP is one of the most important and well-known UN organisations. It provides poorer countries with policy advice and capacity building in order to better address challenges such as poverty, inequality, climate change or crises and conflicts. Under the leadership of Achim Steiner, UNDP is positioning itself as a key player in support of sustainable development that embraces all dimensions of sustainability. For example, UNDP is working with UN member states to develop their Nationally Determined Contributions (NDCs). Steiner, who is also the most prominent alumni of DIE’s Postgraduate Training Programme, sees such support as the core of his mission: to jointly contribute to climate-smart policies and systemic approaches.

The Bonn Alliance for Sustainability Research presented the launch of the Innovation Campus Bonn on the same day as part of an evening event to a larger audience. Read more here (LINK Beitrag zum Abendevent).

Please find here a video-interview with Achim Steiner on: Are we progressing in implementing the 2030 Agenda? What role do think tanks play?

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UNDP-Leiter Achim Steiner diskutierte in Bonn zur Agenda 2030

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 13:01

v.l.n.r.: Jakob Rhyner (Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung), Imme Scholz (DIE), Achim Steiner (UNDP), Michael Hoch (Uni Bonn), © DIE

Am 25. Juni 2019 war Achim Steiner, Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), zu Gast bei der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung. Steiners Vortrag „Auf dem Weg zu globaler Nachhaltigkeit: Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung der Agenda 2030“ in der voll besetzten Aula der Universität Bonn setzte bei der Betrachtung der aktuellen Klimaproblematik und der Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung an.

Der Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen beleuchtete die Arbeit von UNDP und zeichnete die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung als eine „Risikolandschaft“ nach, die die zentralen Herausforderungen unserer Welt und die gemeinsame Verantwortung des Globalen Nordens und Südens zum Ausdruck bringe. Er unterstrich einerseits die Bedeutung interdisziplinärer Forschung, wie sie innerhalb der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung mit ihrem Innovations-Campus Bonn intensiviert werden solle. Andererseits betonte er, dass auch das Engagement von Seiten der Wirtschaft, Politik und zivilgesellschaftlicher Initiativen, wie Fridays for Future, notwendig sei. Nur so würden die Agenda 2030 und die Umsetzung ihrer Ziele nicht bloße „Buchstaben auf einem Papier“ bleiben, sondern auch im Alltag sichtbar werden. Steiner betonte zugleich wichtige Synergien zwischen den Zielen der Agenda 2030, die seiner Ansicht nach stärker als mögliche Zielkonflikte in den Blick genommen werden sollten: „Wer beispielsweise einen Euro in die Verwirklichung des Klimaziels investiert, der muss sich vor Augen halten, dass er viele weitere Ziele in einen fortschrittlichen Modus bringen kann.“

Schauen Sie hier ein kurzes Statement von Achim Steiner zur Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung.

Im Anschluss an seinen Vortrag bezog sich Achim Steiner in der von Imme Scholz, kommissarische Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), moderierten Diskussion zwischen Studierenden und externen Gästen auch auf bisherige Anstrengungen Deutschlands in der Klimadebatte und im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Er betonte, dass es gerade bei großen wirtschaftspolitischen Fragen wie der Verkehrswende notwendig sei, Innovationen und Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu verzahnen. Imme Scholz hob besonders hervor, dass die weltweite Umsetzung der Agenda 2030 eine gemeinsame Sichtweise auf vorhandene Risiken notwendig mache.

Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP gehört mit seiner weltweiten Präsenz zu den wichtigsten und bekanntesten UN-Organisationen. UNDP bietet ärmeren Ländern Politikberatung und Kapazitätsaufbau, um Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit, Klimawandel oder Krisen und Konflikte besser zu bewältigen. Unter Leitung von Achim Steiner positioniert sich UNDP als Schlüsselakteur für eine alle Dimensionen der Nachhaltigkeit umfassende Unterstützung für nachhaltige Entwicklung. UNDP kooperiert beispielsweise mit UN-Mitgliedsstaaten, ihre jährlichen nationalen Klimapläne auszuarbeiten. Steiner, der auch prominentester Absolvent des Postgraduierten-Programms des DIE ist, sieht eine solche Unterstützung als Kern seines Auftrags: mit den Ländern gemeinsam zu kluger Klimapolitik und systemischen Ansätzen beizutragen.

Die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung präsentierte am gleichen Tag im Rahmen einer Abendveranstaltung einem größeren Fachpublikum den Start des Innovations-Campus Bonn. Lesen Sie hier (LINK auf den anderen Blogbeitrag zur Abendveranstaltung) mehr zur feierlichen Auftaktveranstaltung.

 

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Highlights der Bonner Klimakonferenz 2019: die Rolle nichtstaatlicher und lokaler Akteure, von Daten und der SDGs

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 10:36

Das Klimalog-Projekt am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) organisierte eine Vielzahl von Veranstaltungen bei und am Rande der 50. Sitzung des UNFCCC Subsidiary Body for Implementation (SBI) und Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA), auch Bonner Klimakonferenz genannt. Diese fand vom 14. bis 27. Juni in Bonn statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts und seiner Partnerorganisationen informierten und diskutierten mit verschiedenen Akteuren, wie eine klimafreundliche, gerechte und nachhaltige Zukunft erreicht werden kann.

Globale Klimaschutzmaßnahmen nach 2020 ergreifen

„Wir haben in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung bei allen Arten von Akteuren gesehen, die sich zu Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet haben – das ist an sich schon eine sehr ermutigende Entwicklung. Darüber hinaus erkennen Regierungen und die Vereinten Nationen das enorme Potenzial von Lösungsbeiträgen nichtstaatlicher und lokaler Akteuren zunehmend an.“ (Sander Chan)

Am 17. Juni richteten Sander Chan (DIE) und Idil Boran (York University, Kanada, und assoziierte Wissenschaftlerin am DIE) ein offizielles Side Event der Bonner Klimakonferenz aus. Unter dem Titel „Taking Global Climate Action beyond 2020 – Accelerating the Sustainable Future We Want“ diskutierte ein inspirierendes Panel die Rolle nichtstaatlicher und subnationaler Akteure in der globalen Klimaschutzagenda nach 2020 und präsentierte einige vorläufige Ergebnisse aus einem zweitägigen Expertenworkshop, der am 14. und 15. Juni im DIE stattfand. Insbesondere wurden Empfehlungen zur Stärkung der Wechselwirkungen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen oder lokalen Akteuren, zur Transparenz und Erfassung von nichtstaatlichen und lokalen Klimaschutzmaßnahmen sowie zur Vereinbarung von Klimaschutzmaßnahmen und Nachhaltigkeitszielen formuliert.

Niclas Svenningsen, Manager im UN-Klimasekretariat (UNFCCC), betonte die Rolle nichtstaatlicher und lokaler Initiativen im Rahmen des zwischenstaatlichen Prozesses.

„Wir bewegen uns von einer Welt, in der ein globales Abkommen ausgehandelt wird, in eine Welt, in der ein globales Abkommen umgesetzt wird. Um dies zu erreichen, werden nationale Regierungen die Hilfe aller Mitglieder der Gesellschaft brauchen.“ (Niclas Svenningsen)

Ramiro Fernandez, Direktor der Fundacion Avina, betonte die Notwendigkeit, verschiedene Strategien für verschiedene Akteure zu entwickeln. Beispielsweise brauchen Wirtschaftsakteure Unterstützung bei der Umsetzung von Ideen in Strategien zur Entwicklung einer klimagerechten Marktlösung. Lokale Regierungen brauchen Unterstützung bei der Entwicklung ihrer eigenen lokalen Klimaschutzpläne. Und lokale Akteure brauchen Unterstützung beim Zugriff auf und beim Verständnis von lokalen Klimadaten.

Darüber hinaus stellte Fernandez fest, dass viele Klimaschutzmaßnahmen von Akteuren aus Industrieländern entworfen werden.

„Bilden Sie nationale Koalitionen mit mehreren Interessengruppen, die belegen, dass nichtstaatliche Akteure einen konkreten Mehrwert für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen haben.“ (Ramiro Fernandez)

Maryke van Staden, Direktorin des Bonn Center for Local Climate Action and Reporting bei Local Governments for Sustainability (ICLEI), betonte, dass die Berichterstattung für die Städte Herausforderung und Chance zugleich sei, ihre Klimaziele zu erreichen. Laut van Staden ermöglichen Partnerschaften mit Universitäten, Forschungsinstituten und NGOs bessere Analysen, die für die lokalen Regierungen nützlich sind. ICLEI verfolgt das Ziel, Klimaschutzmaßnahmen mit nachhaltiger Entwicklung zu verknüpfen, indem es lokalen Regierungen bei der Berichterstattung sowie dem Aufbau von Kapazitäten in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte, wie beispielsweise den Zugang zu Wasser, unterstützt.

Hajar Benmoussa, Referent der Mohammed VI Foundation for Environmental Protection, stellte die neue Initiative „Award for Climate and Sustainable Development“ vor. Durch die Vergabe von Projekten, die sowohl auf die Anpassung an den Klimawandel als auch auf den Klimaschutz und die nachhaltige Entwicklung ausgerichtet sind, will die Stiftung Synergieeffekte fördern.

Augustine Njamnshi, Vorsitzender der PanAfrican Climate Justice Alliance (PACJA), sprach die Frage der Inklusion in der globalen Klimapolitik an:

„Was ist den Menschen vor Ort wichtig? Wenn wir nicht sehen, dass sich ihr Leben ändert, bedeutet Klimaschutz nichts. Wenn Landwirte, Jäger und Fischer, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, keine Veränderung sehen, haben wir das Problem nicht gelöst.“ (Augustine Njamshi)

Njamshi empfiehlt, lokale Interessengruppen auf allen Ebenen einzubeziehen: „Sie haben ihre Geschichten zu erzählen. Da brauchen wir nicht viel Wissenschaft.“

Schließlich betonte auch Cecilia Therese Guiao, Umweltrechtlerin bei Parabukas („Für Morgen“), einer philippinischen Umweltberatung, die Notwendigkeit der Inklusion insbesondere im Hinblick auf die Berichterstattung lokaler Klimaschutzmaßnahmen. Ein solches Tracking müsse die lokale Vielfalt berücksichtigen, die sich noch nicht in den nationalen Klimaaktionsplänen widerspiegelt. Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass nach wie vor erhebliche Lücken in der Datenerfassung und der Berichterstattung bestehen:

„Es gibt Anpassungsaktivitäten auf lokaler Ebene, ohne dass die Menschen sie als Anpassung an den Klimawandel erkennen.” (Cecilia Therede Guiao)

Lesen Sie mehr zum Thema in der Aktuellen Kolumne vom 24. Juni: Klimaschutz nach 2020 neu denken
Sehen Sie Sander Chan und Idil Boran im Interview mit dem Climate Action Studio.

Wer trägt zur politischen Transformation bei?

Vor dem Side Event stellte Idil Boran am 13. Juni bereits ihr neues Buch „Political theory and global climate action: recasting the public sphere“ vor. Darin diskutiert sie die Neufassung des öffentlichen Raums in der Klimapolitik. Anschließend diskutierten Saffran Mihnar von EarthLanka Youth Net, Emanuelle Piault von C40 Cities und Sander Chan vom DIE die Rolle und den Beitrag verschiedener nichtstaatlicher Akteure zum Klimaschutz.

Die politische Ökologie von REDD+ in Indonesien

Jonas Hein, Postdoktorand an der Universität zu Kiel und assoziierter Forscher am DIE, stellte am 18. Juni sein neues Buch zur politischen Ökologie von REDD+ in Indonesien vor. Anschließend debattierten Vertreterinnen und Vertreter aus Entwicklungszusammenarbeit, Zivilgesellschaft und Forschung die Auswirkungen von Agrarkonflikten auf den Waldschutz und die Bedeutung der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC) für die Menschenrechts- und Naturschutzpolitik.

Metriken zur Planung effektiver Klimaanpassungsmaßnahmen

Am 21. Juni veranstalteten die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Internationale Klimaschutzinitiative des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (IKI/BMU) und das marokkanische Klimakompetenzzentrum 4C Maroc ein Side Event bei der Bonner Klimakonferenz. Dort befassten sich die Panelisten mit der Entwicklung von Metriken für eine effektive Klimaanpassungsplanung. Die Teilnehmenden diskutierten den Status und die Herausforderungen für die Messung von Klimaanpassung, um Fortschritte zu erfassen, Wirksamkeit und Auswirkungen von Anpassungsmaßnahmen zu bewerten sowie die Anpassungsplanung zu unterstützen. 4C Maroc gehört zusammen mit dem DIE zu den 13 Gründungsmitgliedern des International Network of Climate Change Centres of Excellence and Think Tanks for Capacity Building (INCCCETT 4CB), das Klimaschutzmaßnahmen fördert sowie Zusammenarbeit, Wissen und Kapazitäten von Akteuren unterstützt, die nationale Klimaschutzmaßnahmen stärken.

Finanzierung von klimabedingten Verlusten und Schäden

Am 25. Juni war das DIE Gastgeber für eine Dialogveranstaltung zum Thema „New and innovative approaches to mobilise finance for addressing climate induced loss and damage in the context of climate justice”. Die Dialogveranstaltung wurde von Brot für die Welt und ACT Alliances organisiert. Die Teilnehmenden diskutierten unter anderem die Frage möglicher institutioneller Einrichtungen, um zusätzliche Finanzmittel zur Bewältigung klimabedingter Verluste und Schäden zu verwalten.

Lehren aus den NDCs der Entwicklungsländer

Am 26. Juni organisierte das UNEP-Zentrum an der Frankfurt School of Finance and Management ein offizielles Side Event der Bonner Klimakonferenz mit dem Titel „Developing countries‘ NDCs: Lessons learned for increasing transparency, ambition, and ownership“, das Beiträge für ein geplantes Sonderheft in der Zeitschrift Climate Policy umfasste. Clara Brandi (DIE) trug zur Diskussion mit einer Präsentation zu NDC-SDG Connections bei, einer Online-Datenvisualisierung, die Zusammenhänge und Synergien zwischen den nationalen Klimaplänen (NDCs) und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) analysiert. Zudem stellte sie ein Forschungspapier von Hannah Janteschek (DIE), Adis Dzebo (Stockholm Environment Institute) und Bernd Hackmann (UNFCCC) vor, das den Fokus auf die Kohärenz zwischen den jeweiligen freiwilligen nationalen Beiträgen legt. Die vielen Zusammenhänge veranschaulichen, wie die Umsetzung der NDCs das Erreichen der SDGs befördern kann. Das Wissen um bestehende und fehlende Zusammenhänge kann dazu beitragen, die NDCs zu verbessern, um sowohl Ambitionen als auch politische Kohärenz zwischen dem Pariser Klimaabkommen und der Agenda 2030 zu fördern.

Impressionen:

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Highlights of the Bonn Climate Change Conference 2019: the role of non-party actors, data and SDGs alignment

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 10:28

The Klimalog project at the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) has been organising a variety of events at, and in the margins of, the 50th sessions of the UNFCCC Subsidiary Body for Implementation (SBI) and Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA) – or Bonn Climate Change Conference – that took place in Bonn, Germany, from June 14 to 27. DIE events aimed at engaging a diverse audience in discussions around achieving a climate-smart, just and sustainable future.

Taking Global Climate Action beyond 2020

„In recent years, we have seen an enormous groundswell of all types of actors committing to climate action. This is a very encouraging development. We have also seen how governments and the United Nations increasingly recognize the enormous potential these actors have in terms of providing concrete solutions.” (Sander Chan)

On June 17, Sander Chan (DIE) and Idil Boran (York University, Canada and associate researcher at DIE), organised „Taking Global Climate Action beyond 2020 – Accelerating the Sustainable Future We Want“, an official side event of Bonn Climate Change Conference. The side event discussed the role of non-state and subnational actors in the global climate action agenda beyond 2020, and presented some preliminary results and recommendations from a two-day expert workshop that took place at DIE on June 14 and 15. In particular, recommendations were presented on strengthening interactions between state and non-state or local actors, transparency and tracking of non-state and local climate action, and leveraging climate actions to simultaneously achieve sustainable development.

Niclas Svenningsen, Manager at the United Nations Climate Change (UNFCCC) secretariat highlighted the role of non-state and local initiatives within the intergovernmental process.

„We are moving from a world that is negotiating a global agreement into a world that is implementing a global agreement. That is something where national governments will need the help of everybody from the society to achieve. “ (Niclas Svenningsen)

Ramiro Fernandez, director of Fundacion Avina, highlighted the need to consider different strategies for different types of actors. For example, business actors need assistance in transforming ideas for climate-just market solutions into bankable proposals. Local governments need assistance in developing their own local climate action plans, and local actors need support in accessing and understanding local climate data. Moreover, Fernandez noted that many climate actions are driven by actors based in developed countries.

„Build multi-stakeholder national coalitions proving that non-state actors do have a concrete and added value to implement climate action.“ (Ramiro Fernandez)

Maryke van Staden, director of the Bonn Center for Local Climate Action and Reporting at Local Governments for Sustainability (ICLEI) emphasised reporting as a challenge and opportunity for cities to raise their climate ambitions. According to her, partnerships with universities, research institutes and NGOs allow for better analyses that are useful for local governments. ICLEI also aims to link of climate action to sustainability by assisting local governments in reporting and capacity building vis-à-vis other sustainability aspects, such as access to water.

Hajar Benmoussa, officer at the Mohammed VI Foundation for Environmental Protection, presented the new initiative ‘Award for Climate and Sustainable Development’. By awarding projects that are aligned with both climate change adaptation and mitigation as well as Sustainable Development, the foundation aims to foster synergic impacts.

Augustine Njamnshi, chair of the PanAfrican Climate Justice Alliance (PACJA) raised the issue of inclusiveness in global climate action:

“What matters to those on the ground? If we don´t see their lives changing, climate action means nothing. Unless farmers, hunters, fishermen – those that are impacted by the consequences of climate change – do not see a change, then we did not solve a problem. “

Njamshi recommends to involve local stakeholders at every level: “They have their stories to tell. We don´t have to bring a lot of science in it.”

Finally, Cecilia Therese Guiao, an environmental lawyer at Parabukas (“For tomorrow”), a Philippine environmental advisory, also highlighted the need for inclusivity, in particular in regard to the tracking of local climate action. Such tracking needs to consider local variety that is not yet reflected in national climate action plans. Moreover, she pointed out that major gaps remain in data and reporting:

“There are adaptation activities on the local level without the people recognising them as adaptation to climate change” (Cecilia Therede Guiao)

Read more in The Current Column of June 24: Rethinking Global Climate Action beyond 2020
Listen to Sander Chan and Idil Boran in the Climate Action Studio

Who contributes to political transformation?

Prior to the side event, Idil Boran launched her new book “Political theory and global climate action: recasting the public sphere” on June 13. Therein she discusses the recasting of the public sphere in climate governance. In an ensuing discussion, Saffran Mihnar from EarthLanka Youth Net, Emanuelle Piault from C40 Cities and Sander Chan from DIE discussed the role and contribution of various non-state actors to climate action.

Telling the wood from the trees

On 18 June, Jonas Hein, Post-doctoral Fellow at Kiel University and associated researcher at DIE, presented his new book on the political economy of REDD+ in Indonesia. His keynote address was followed by a lively discussion of representatives from government, development cooperation, civil society and research on the implications of agrarian conflicts for forest conservation and the relevance of free, prior and informed consent (FPIC) for human rights and conservation policy.

Developing metrics for effective adaptation planning

A side event organised by the International Climate Initiative of the German Ministry for the Environment (IKI/BMUB), the Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) and the Moroccan Climate Change Competence Centre (4C Maroc) on June 21 focused on the rising issue of developing metrics for effective adaptation planning. Participants discussed the status of and challenges for measuring adaptation to track progress, assess effectiveness and evaluate impact of adaptation actions, as well as to support adaptation planning. 4C Maroc together with DIE are among the 13 founding members of the International Network of Climate Change Centres of Excellence and Think Tanks for Capacity Building (INCCCETT 4CB), which aims to catalyse climate action, foster cooperation, and strengthen knowledge and capacity to support the implementation of Nationally Determined Contributions (NDCs).

Financing climate-induced loss and damages

On June 25, DIE hosted a dialogue event on “New and innovative approaches to mobilise finance for addressing climate induced loss and damage in the context of climate justice”. The dialogue event was organised by Bread for the World and ACT Alliances. Among other things, participants discussed the question of possible institutional set-ups to administer additional finance to address climate-induced loss and damage.

Lessons from developing countries’ NDCs

On June 26, the UNEP Center at the Frankfurt School of Finance and Management organised a side event at the Bonn Climate Conference titled „Developing countries’ NDCs: lessons learned for increasing transparency, ambition, and ownership“, which included contributions to a planned special issue of the Climate Policy Journal. Clara Brandi (DIE) contributed to the discussion by presenting NDC-SDG Connections, an online data visualisation showing interlinkages and synergies of the NDCs and the Sustainable Developing Goals (SDGs). She also presented a research paper by Hannah Janteschek (DIE), Adis Dzebo (Stockholm Environment Institute) and Bernd Hackmann (UNFCCC) focusing on the coherence between the respective voluntary national contributions. The many linkages illustrate how the implementation of the NDCs may contribute to achieving the SDGs, knowing existing and missing interlinkages both can help to improve NDCs in order to raise ambitions and political coherence between the Paris Climate Agreement and 2030 Agenda.

Impressions of DIE and its Klimalog project during the Bonn Climate Change Conference:

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IPSS-Delegation zu Gast im DIE

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 9:45

IPSS und DIE ©DIE

Eine Delegation des Institute of Peace and Security Studies (IPSS) in Addis Abeba und der Kommission der Afrikanischen Union (AU) hat Anfang Juni das DIE besucht. Das IPSS ist einer der führenden Think Tanks in Ostafrika. DIE-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler aus den Forschungsprogrammen „Transformation politischer (Un-)Ordnung“ und „Inter- und transnationale Zusammenarbeit“ empfingen die afrikanischen Kolleginnen und Kollegen zu einem zweistündigen Austausch über laufende Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Politikberatung und Ausbildung. DIE und IPSS kooperieren bereits aktiv im Rahmen des T20-Afrika-Netzwerks. Beide Institute beabsichtigen, die Zusammenarbeit in Zukunft auszubauen.

Seitens der AU nahmen Expertinnen und Experten der Conflict Prevention and Early Warning Division an dem Austausch teil, die sich insbesondere für die Arbeiten des DIE zu fragiler Staatlichkeit und zur EU-Unterstützung für die afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur interessierten.

Der Besuch am DIE fand im Rahmen einer Studienreise statt, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert worden war.

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Führungswechsel beim ETTG

DIE Blog - 26. Juni 2019 - 9:00

Die European Think Tanks Group (ETTG) hat am 17. Juni ihren langjährigen Chair Simon Maxwell verabschiedet. Simon Maxwell hatte die ETTG im Jahr 2010 mitbegründet und seitdem die Gruppe geleitet. Unter seiner Führung hat die ETTG in den vergangenen Jahren wichtige Beiträge zur Beratung der EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten in der europäischen Entwicklungspolitik geleistet und durch den Aufbau eines Sekretariats in Brüssel ihre Strukturen gestärkt. Neuer Direktor der ETTG ist Geert Laporte. Die ETTG ist ein Netzwerk aus fünf führenden europäischen Think Tanks, die sich in der Forschung und Politiberatung mit der Politik der EU für globale nachhaltige Entwicklung befassen.

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